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EM-Prämien : Gleicher Lohn für die Fußball-Frauen

An diesem Montag starten die deutschen Fußballfrauen in die EM. Bild: dpa

300.000 Euro hätte ein deutscher Spieler für den Titel bei der Männer-EM erhalten. Die Frauen sollen ein Achtel bekommen. Was hindert den DFB eigentlich daran, Männern und Frauen dieselben Prämien zu zahlen?

          Fußballvölker der Welt, schaut auf diesen Klub: Lewes Football Club. Achte Liga, Isthmian League, Division One South, mit der Männermannschaft. Und FA Women’s Premier League Southern Divison, dritte Liga, mit der Frauenmannschaft. Hier geht es voran, Geschichte wird gemacht. Tatsächlich. In Lewes, Grafschaft East Sussex, 16.000 Einwohner.

          Die bisherigen historischen Wegmarken: Eine bedeutende Schlacht im 13. Jahrhundert. Das schwerste Lawinenunglück in der Historie der Britischen Inseln. (Wundersames Britannien: Acht Lawinentote am 27. Dezember 1836, nicht mal zehn Meilen von der Kanalküste entfernt.) Und jetzt: hat Lewes den ersten Fußball-Klub, bei dem Frauen genauso viel verdienen wie Männer.

          Ja, na klar. Spotten fällt jetzt ganz leicht. Achte Liga, haha. Was verdient man da? Drei Bier im Pub? Vertragen die Frauen auch. Witzig. Oder auch nicht. Wie wirkt das Ganze denn von der Sonnenseite des Fußballs aus betrachtet? Von oben, von ganz oben? Vom DFB aus? In etwa so: Sehr moderat sei das, was die Confed-Cup-Sieger für den Sieg in Russland bekommen, hatte Präsident Grindel vor dem Turnier gesagt: 50.000 Euro.

          Moderat? Sicher. Geradezu bescheiden, zum Beispiel im Vergleich zu den 100.000 Euro, die auf dem Konto jedes A-Nationalspielers landeten, der im vergangenen Jahr im EM-Halbfinale gegen Frankreich ausgeschieden war. Erst recht im Vergleich zu den 300.000 Euro für jeden Weltmeister von 2014. 300.000 Euro hätte es auch für einen Turniersieg bei der Europameisterschaft in Frankreich gegeben. Gut merken.

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          Denn: Am Montag beginnt für die Frauen des DFB die Europameisterschaft. Für den Titel bekommen die deutschen Spielerinnen (Sitzen Sie gut? Sind Sie angeschnallt?) 37.500 Euro. Ein Achtel der Prämie der Männer. Übrigens: Das Anschnallen war überflüssig. Kleiner Scherz, kommt nicht wieder vor. Wer jetzt sagt „Das sind doch 15.000 Euro mehr als bei der letzten EM“ hat schon recht. Aber für den WM-Titel hätten die Frauen 65.000 Euro bekommen. Der kleine Unterschied zwischen EM und WM – derzeit exklusiv bei den DFB-Frauen.

          Aber jetzt tönen die Stimmen der Vernunft. Sie sind tief. Männlich. Natürlich steckt mehr Geld im Spiel der Männer. Selbstverständlich sind die Einschaltquoten höher. Einerseits: ja. Andererseits: Und? Was hindert den DFB eigentlich daran, Männern und Frauen dieselben Prämien zu zahlen, wenigstens bei den A-Nationalmannschaften?

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          Als die amerikanischen Eishockey-Spielerinnen vor der Weltmeisterschaft im März damit drohten, nicht anzutreten, wenn sich ihre Betreuung (und Vergütung) nicht grundlegend ändert, bekamen sie übrigens Unterstützung, auch von der Spielergewerkschaft der Männer-Profiliga NHL. Kurzzeitig stand sogar ein Solidaritätsstreik der Männer-Nationalmannschaft im Raum. Hierzulande wirkt sie geradezu unvorstellbar, so eine Streikdrohung der Herren Neuer, Hummels und Özil im Namen der Damen Schult, Goeßling und Mittag.

          Die Uefa übrigens zahlt jedem Verband, dessen Spielerinnen in den Niederlanden zur EM antreten, 300.000 Euro. Auf ihrer Website zu ihrer sozialen Verantwortung verweist die Uefa auf das Seminar „Breaking the Glass Ceiling“, das im Dezember 2014 in Amsterdam vorgestellt wurde: „Wichtigstes Thema war die institutionalisierte Diskriminierung im Fußball“, heißt es da. 2014. Tja. Und seitdem? Wurde die Männer-EM ausgespielt. Da gab es für jede der 24 Männer-Nationalmannschaft acht Millionen Antrittsprämie. 26,67 Mal so viel wie für die Frauen ein Jahr später.

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