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DFB-Frauen bei Fußball-EM : Mit zwei Elfmetertoren ins Viertelfinale

  • -Aktualisiert am

Die Freude über den Viertelfinaleinzug ist groß. Bild: dpa

Im letzten Gruppenspiel bei der Frauenfußball-EM machen die DFB-Frauen den Einzug ins Viertelfinale perfekt. Auch beim 2:0 gegen Russland hat Deutschland ein Stürmerproblem. Als Gruppensieger treffen sie nun auf alte Bekannte.

          Die deutschen Frauen haben dem Druck standgehalten, ohne zu glänzen. Für die Mission Titelverteidigung bei den Frauenfußball-Europameisterschaften in den Niederlanden muss sich die Mannschaft von Bundestrainerin Steffi Jones noch gehörig steigern. Der 2:0-Sieg gegen Russland im letzten Gruppenspiel am Dienstagabend bedeutete den ersten Etappenerfolg bei diesem europäischen Championat.

          Weil die Schwedinnen parallel überraschend gegen die schon ausgeschiedenen Italienerinnen 2:3 verloren, geriet das erwartete Fernduell um den Gruppensieg letztlich zu einem Spaziergang. Im Viertelfinale trifft die DFB-Auswahl nun auf Dänemark. „Wir dominieren die Spiele, aber machen leider die Tore nicht, bis auf die beiden Elfer. Die Leidenschaft, die Laufbereitschaft und der Einsatz stimmen. Dass wir uns so viele Torchancen herausspielen, spricht für unsere Spielanlage“, sagte Steffi Jones, die einen deutlichen Sieg gegen die international zweitklassigen Russinnen gefordert hatte, auch um die Torblockade der Offensivkräfte zu lösen.

          Einen nie gefährdeten Erfolg bekam sie, die Probleme im Angriffsspiel blieben. Die Bundestrainerin hatte wie schon nach erstem Gruppenspiel ihre Startelf auf vier Positionen verändert: Blässe, Goeßling, Simon und Doorsoun begannen für Maier, Henning, Kerschowski und Dallmann. All das Gerede und die Klagen über die zuvor so mangelhafte Chancenauswertung der deutschen Mannschaft hätte Mandy Islacker schon nach 80 gespielten Sekunden trefflich beantworten können.

          Zwei gegen Eine: Die DFB-Frauen haben die Russinnen fest im Griff. Bilderstrecke

          Doch die bislang glücklose Bundesliga-Torschützenkönigin stand bei ihrem Treffer Zentimeter im Abseits. Die verhinderte Goalgetterin erwies ihrer Mannschaft in der 10. Minute dann aber doch einen entscheidenden Dienst. Die russische Torhüterin Scherbak vermochte eine Hereingabe von rechts nur abzuklatschen, worauf Makarenko Mandy Islacker so entschlossen festhielt, dass der Elfmeterpfiff folgerichtig war. So war es wieder an Babett Peter, die DFB-Elf auf Kurs zu bringen: Die Abwehrchefin verwandelte ihren zweiten Strafstoß im Turnier.

          Doch wirklich befreiend wirkte das Erfolgserlebnis nicht. Vielmehr fiel das Team in das Klein-Klein im Offensivspiel zurück, das die Bundestrainerin nicht mehr sehen wollte. Den Deutschen fehlten lange Zeit wie in den ersten beiden eher unerquicklichen Gruppenspielen zuvor die überraschenden Momente und zündende Ideen. Zu viel ging durch die von den Russinnen vielbeinig verdichtete Mitte, so dass den Osteuropäerinnen die Verteidigungsarbeit nicht schwerfiel. Gefahr entstand nach Standardsituationen: Babette Peters Kopfball nach einer Ecke parierte Scherbak vorzüglich (30.), Anja Mittags Treffer nach einer Ecke (45.) verweigerte die Schiedsrichterin zu Unrecht wegen Abseits die Anerkennung.

          Eine weitere Großchance vergab Sara Däbritz, von der starken Lena Goeßling exzellent in Szene gesetzt. Trotz 70 Prozent Ballbesitz und drückender Überlegenheit in der ersten Halbzeit mussten die Deutschen noch weitere elf Minuten auf den erlösenden zweiten Treffer warten. Und wieder bedurfte es eines Elfmeters, dieses Mal von Sara Däbritz herausgeholt. Und dieses Mal trat Dzsenifer Marozsan an. Die hochbegabte Kapitänin hatte auch dem dritten Gruppenspiel nicht wie erhofft spielerisch ihren Stempel aufdrücken können – vom Punkt behielt sie aber die Nerven und traf zum 2:0.

          Gegen die zunehmend überforderten Russinnen, deren Kräfte schwanden, kamen die Deutschen noch zu Torchancen in Serie. Doch in Summe blieb der Befund der Vorrunde: Der Olympiasieger hat ein Angriffsproblem und schlägt aus seinen offensiven Möglichkeiten viel zu wenig Torkapital. Von den vier deutschen Turniertreffern entstanden drei durch Elfmeter und einer durch einen herben Torwartfehler. Dementsprechend fielen die Reaktionen der deutschen Spieler nach dem Erreichen des ersten Etappenziels auch eher erleichtert aus.

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