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Frauenfußball 1. FFC Deutschland

 ·  Blockbildung aus zwei Vereinen war gestern: Der FFC Frankfurt ist künftig fast das ganze Nationalteam. Der Klub verpflichtet Babett Peter und Bianca Schmidt, die Nationalspielerinnen neun und zehn.

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© Horst Hamann / DFB Nationalspielerin Nummer zehn für Frankfurt: Babett Peter wechselt wohl zum FFC

Blockbildung ist seit den 70er Jahren ein Fachbegriff, der zu Träumereien im deutschen Fußball veranlasst. Damals bestand die Weltmeistermannschaft von 1974 beinahe zur einen Hälfte aus Bayern-Spielern und zur anderen aus Akteuren von Borussia Mönchengladbach. Der Fußball war bewundernswert, die Experten führten es auf das Zusammenspiel zweier glänzend eingespielter Mannschaftsteile zurück.

Der 1. FFC Frankfurt definiert den Begriff Blockbildung nun neu. Nach Bekanntgabe der Verpflichtungen der Potsdamer Nationalspielerinnen Babett Peter und Bianca Schmidt hat der FFC zehn deutsche Nationalspielerinnen im Kader.

Da nur Svenja Huth noch etwas vom Status als Stammkraft im DFB-Team entfernt ist, könnte demnächst also ein Neun-Frauen-Chor des FFC vor dem Spiel die Nationalhymne singen.

Das klingt so, als ob Dietrich seinen Einkaufszettel mit dem Kader von Bundestrainerin Silvia Neid abgleicht. „Es ist für uns aber nicht der Maßstab, ob wir die gesamte Nationalmannschaft im Verein haben“, sagt er. „Wir wollen ein spielerisch gut harmonierendes Team, mit dem wir wieder die Nummer eins in Europa werden.“ Zum Erreichen dieses Ziels will sich Dietrich wohl auch angesichts der Kampfansage aus Wolfsburg wappnen.

Das Projekt 1. FFC Deutschland birgt große Chancen für den deutschen Frauenfußball, weil sich die Spielerinnen in Frankfurt so professionell wie sonst wohl nur noch im aufstrebenden Wolfsburg um ihren Sport kümmern können.

Ein Duell als Motor oder Blockbildung als Bremse?

Ein Duell dieser beiden Klubs kann wie einst im Männerfußball der 70er der Motor eines neuen Aufschwungs werden. Es gibt aber auch Gefahren. Ein Ausflug zum Nationalteam war bislang immer auch eine willkommene Abwechslung. Künftig wird der FFC-Zehnerpack bei Krisen im Klub nicht wirklich die Köpfe freibekommen. Das muss der FFC mit einkalkulieren und bei seinen Planungen bedenken.

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Bundestrainerin Silvia Neid sagte zudem kürzlich, dass sie die Blockbildung keineswegs begrüße, sondern ihre Spielerinnen bei aller Wertschätzung der Arbeit in Frankfurt lieber gleichmäßig verteilt auf fünf bis sechs Vereine sehen würde. Sonst müsste sie im schlechtesten Fall die Sorgen eines Krisenvereins fast komplett in ihre Lehrgänge mitnehmen. Oder sollte sie gleich FFC-Trainerin werden? Wenigstens das scheint – nicht nur wegen der Vertragsverlängerung mit Trainer Kahlert – ausgeschlossen.

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Jahrgang 1973, Sportredakteur.

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