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Frauenfinale Das „Vorspiel“ ist in Gefahr

 ·  Nimmt der Deutsche Fußball-Bund den Frauen das wichtigste Spiel des Jahres unmittelbar vor dem Männerfinale weg? Diesmal dürfen noch der FFC Frankfurt und der FCR Duisburg ran.

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Der 1. FFC Frankfurt kann sich mit seinem fünften Pokalsieg nacheinander in die Geschichtsbücher des Deutschen Fußball-Bundes eintragen.

„Wir wollen mit dem fünften Erfolg einen neuen Rekord aufstellen. Das hat bisher weder ein Verein bei den Frauen noch bei den Männern geschafft“, sagt FFC-Manager Siegfried Dietrich vor dem Endspiel gegen den FCR Duisburg am Samstag (16.30 Uhr/ARD) im Berliner Olympiastadion. Die Chancen des Abonnementssiegers stehen gut, denn die Elf von Trainerin Monika Staab gilt als Favorit.

„Das Finale kann den Etat für eine ganze Saison decken“

Doch im Frauen-Finale, das zum 18. Mal in der Hauptstadt ausgetragen wird, geht es wie immer auch um das Image der Sportart. Die Spielerinnen, die in der Bundesliga vor wenigen Hundert Interessierten antreten, genießen für einen Tag das Rampenlicht. Es ist die Gelegenheit, vor dem Männer-Finale einem Millionenpublikum vor den TV-Schirmen und und tausenden im Olympiastadion die Attraktivität des Frauenfußballs zu demonstrieren. Hinzu kommt der finanzielle Aspekt. „Berlin ist ein Meilenstein. Da können wir uns darstellen. Wenn man das gut vermarktet, kann das schon den Etat für eine ganze Saison decken“, sagt Dietrich.

„Ich hoffe, es wird ein schönes, spannendes und ausgeglichenes Spiel. Das war zuletzt leider nicht so“, erinnert Monika Staab mit leichtem Bedauern an das Vorjahr. Da besiegte ihre Elf den Bundesliga- Absteiger Hamburger SV mit 5:0. Solche Ergebnisse sind allen Verantwortlichen ein Gräuel, bestätigen sie doch das Vorurteil von der geringen Leistungsdichte. Und schon wird gemunkelt, daß der DFB den Damen das „Vorspiel“ wegnehmen und künftig durch das Cup-Finale der A-Junioren ersetzen will.
„Das zeigt den Stellenwert des Frauenfußballs. Es wäre schlimm, wenn man uns das größte nationale Ereignis nehmen würde“, klagt Martina Voss, Spielführerin beim Frankfurter Gegner Duisburg. Für Unmut sorgte auch, daß es bei einem Remis nach 90 Minuten erstmals keine Verlängerung, sondern sofort das Elfmeterschießen geben wird. „Hier werden FIFA-Regeln ignoriert“, kritisiert Dusiburgs Trainer Jürgen Krust.

Für dessen 35 Jahre alte Spielführerin Martina Voss hat die Partie besondere Bedeutung. Die 125malige Nationalspielerin, viermalige Europameisterin und WM-Zweite von 1995, wünscht sich nach 20jähriger Karriere nochmal den großen Coup: „Der Titelgewinn vor dieser Kulisse wäre ein Traum.“

Der Bundesliga-Dritte aus Duisburg um Voss und Stürmerin Inka Grings ist durchaus nicht chancenlos, obwohl man gegen die Frankfurterinnen in der Liga (0:4/0:3) jeweils deutlich verlor. Doch beim FFC fehlen in Birgit Prinz und Steffis Jones zwei wichtige Spielerinnen. „Nicht immer gewinnt der Favorit. Wir werden alles dafür tun, daß es kein einseitiges Finale wird“, verspricht Krust vor der Neuauflage des Endspiels von 1999.

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