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Vettel gegen Alonso Duell am Limit

Sebastian Vettel und Fernando Alonso sind die größten Formel-1-Piloten ihrer Generation. Ihr Zweikampf wird auch die neue Saison prägen. Alle fragen sich: Wer ist der beste Rennfahrer der Welt?

© F.A.S. Vergrößern Red Bull gegen Ferrari, Vettel gegen Alonso: Gesucht wird die bessere Kombination aus Mensch und Maschine

Die Antwort sollte ein Witz sein, aber sie war weit mehr. Als Sebastian Vettel auf sein jungenhaftes Gesicht angesprochen wurde, darauf, dass er noch immer wirke wie ein Kind, da zögerte er nicht lange und sagte: „Das sieht nur so aus, wenn ich keinen Helm aufhabe.“ Im Cockpit seines Red Bull verwandelt sich Vettel in einen Mann, der keine Furcht zeigt und selten vor etwas zurückschreckt.

Michael Wittershagen Folgen:  

Vettel ist gerade einmal 25 Jahre alt, trotzdem geht er schon in seine sechste vollständige Saison in der Formel 1. Er hat Bestmarken gesetzt, Rekorde aufgestellt, sich selbst immer wieder unterboten und übertroffen. Trotzdem wirkte er dabei nie überrascht, Vettel hat bisher lediglich seine eigenen Erwartungen erfüllt. Wer also soll ihn aufhalten auf dem Weg zum vierten Titel? Vielleicht Fernando Alonso (Ferrari) - kein anderer Name wird von den Experten vor der neuen Saison so oft genannt.

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Schon jetzt zählen beide zu den größten Fahrern ihrer Generation, und das Duell zwischen ihnen könnte schon bald in einer Liste der Zweikämpfe von Ayrton Senna und Alain Prost oder Michael Schumacher und Mika Häkkinen stehen. „Die Formel 1 erlebt gerade ein großartige Zeit“, sagt Red-Bull-Teamchef Christian Horner.

„Sebastian und Fernando sind zwei Fahrer auf höchstem Niveau, sie treiben sich gegenseitig immer wieder ans Limit.“ Sie sind Gegner, und doch verbinden sie dieselben Eigenschaften: Zwei Fahrer, die die typische Nummer-1-Mentalität in sich tragen und es verstehen, ein Team um sich herum aufzubauen. Zwei Männer, die auf der Strecke den Tunnelblick aufsetzen und nur an den eigenen Erfolg denken - und dabei keine Rücksicht nehmen.

„Es reicht, das war genug!“

Das Autodromo Nazionale Monza. Wer die Rivalität zwischen Vettel und Alonso verstehen will, der muss sich noch einmal die Schlüsselszenen des Großen Preises von Italien der vergangenen beiden Jahre anschauen. September 2011: Mit mehr als Tempo 320 schießen die beiden im Parallelflug durch die Curva Grande, der Deutsche greift an, rast mit zwei Rädern über das Gras, Staub wirbelt auf, vor der Schikane zieht er vorbei. „Wenn man gegen jemanden wie Fernando fährt - der Erfahrung besitzt und den man respektiert -, kann man ans Limit gehen und Rad an Rad fahren, ohne darüber nachzudenken“, sagt Vettel nach seinem Sieg.

September 2012: Die gleiche Passage, dieselben Protagonisten. Doch dieses Mal ist es der Spanier, der nach vorne stürmt, links ausschert - und das Gaspedal lupfen muss, weil ihm Vettel keinen Raum mehr lässt. „Es reicht, das war genug!“, funkt Alonso an den Ferrari-Kommandostand. Vettel wird kurz danach mit einer Durchfahrtstrafe belegt. Seitdem gehen sich die beiden aus dem Weg, wo sie sich aus dem Weg gehen können. Jeder von ihnen spürt, dass der andere vor allem deshalb gefährlich ist, weil er einem selbst so sehr ähnelt, weil sie so etwas sind wie Brüder im Geiste.

South Korea Formula One Grand Prix © dpa Vergrößern Zumeist musste Fernando Alonso in der letzten Zeit zu Sebastian Vettel aufschauen

Die letzten Testfahrten in Barcelona. Es ist Anfang März, zwei Wochen vor dem ersten Rennen in Melbourne (17. März / Live im Formel-1-Ticker bei FAZ.NET). Ferrari hat ein knallrotes Zelt aufgebaut im Fahrerlager, davor pressen sich die Fans an die Absperrgitter, sie schreien, wenn Alonso in die Sonne tritt. Danach warten sie, dass er zurückkommt. Etwa hundert Meter weiter steht das Motorhome von Red Bull, ein kleines Ungetüm aus Stahl, das im Inneren eine Bar und eine kleine Lounge mit Plüschteppich bietet.

Über die Fernsehmonitore flimmert das Sportuniversum von Red Bull: Klippenspringer, Freerider, Motocrosser - junge Menschen, schöne Körper, spektakuläre Aufnahmen in Endlosschleife. An einem Tisch in der Ecke sitzt Horner, der Teamchef von Red Bull hat die obersten Knöpfe seines Hemdes aufgeknöpft, er wirkt angriffslustig: „Wir sind ein so junges Team, und trotzdem haben wir Ferrari in den letzten vier Jahren hinter uns gelassen, das ist eine außergewöhnliche Geschichte“, sagt der Neununddreißigjährige. „Wir sind der Weltmeister, wir sind die Gejagten, und darauf sind wir stolz.“

Keiner verliert so schön

Doch Red Bull kommt in dieser Rennwagen-Generation langsam an die Leistungsgrenze, seit fünf Jahren ist das Reglement weitgehend stabil, die Gegner holen auf. Und die Ingenieure standen im Winter vor einem Problem: „Wir haben im letzten Jahr bis zum letzten Rennen um die WM gekämpft, darauf haben wir sehr viel Energie und Ressourcen verwendet“, sagt Horner. „Deshalb hatten wir nicht so viel Zeit, um uns mit diesem Auto zu beschäftigen wie manch anderer.“

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