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Aktualisiert: 28.04.2017, 17:47 Uhr

Formel 1 in Sotschi Vettels Auftritt beeindruckt Mercedes

Ferrari präsentiert sich mit seinen Boliden im Training von Sotschi in starker Form. Die Scuderia hält Mercedes auf Distanz – und sorgt beim Rivalen für Extra-Schichten.

von , Sotschi
© EPA Tagesbestzeit für Sebastian Vettel in Sotschi im Ferrari.

Fast sieben Zehntel Vorsprung auf den schnellsten Mercedesfahrer, Valtteri Bottas, etwas mehr noch auf Lewis Hamilton, den großen Gegner in der Weltmeisterschaft: Insbesondere nach dem zweiten von drei Trainingsläufen in Sotschi scheinen die Zahlen Sebastian Vettel und Ferrari in die Rolle der Favoriten für den Großen Preis von Russland zu schieben. Vettel wollte davon nicht viel wissen: „Künstlich“ sei der Vorsprung auf Mercedes, zu viele Elemente gebe es, mit denen sich das Traningsergebnis in gewünschter Richtung beeinflussen lasse: die Benzinmenge, die Motoreinstellung.

 
Der Auftritt von Vettel und Ferrari im Training von Sotschi nötigt Hamilton Respekt ab
 
Ferrari präsentiert sich mit seinen Boliden in Sotschi in starker Form und hält Mercedes auf Distanz

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„Speziell auf dieser Strecke kann man viel zeigen – oder viel verbergen“, sagte Vettel, nachdem er am Nachmittag in 1:34,120 Minuten die schnellste Zeit des Tages gefahren war. Gleichwohl: Nach einem Dreher am Mittag war Vettel in der Rennsimulation, den sogenannten Longruns, konstant schnell unterwegs. Und Teamkollege Kimi Räikkönen, Schnellster im ersten Training, landete ebenfalls vor der Konkurrenz in Silber.

Mercedes gibt sich beeindruckt

„Sehr, sehr schnell“ schienen ihm die Ferrari auf ihren Longruns, sagte Hamilton anschließend, er selbst habe einen „ein bisschen schwierigen“ Tag gehabt. Mercedes-Teamchef Toto Wolff sprach von „beeindruckender“ Geschwindigkeit der Scuderia-Piloten. Dabei hat in Sotschi noch nie ein anderes Auto als Mercedes einen Grand Prix angeführt. Nach den Eindrücken der Trainingsläufe am Freitag ist es durchaus möglich, dass sich das am Sonntag ändert.

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Strategisch wird das Rennen weniger Möglichkeiten bieten als die ersten drei Grands Prix der Saison, mehr als einen Boxenstopp dürfte keiner der Top-Piloten einplanen. Entsprechend größeres Gewicht kommt dem Startplatz und damit dem Qualifying am Samstag zu. Zuletzt stand Vettel im September 2015 in Singapur auf der Pole Position. Ist nun Platz eins im Startplatzrennen ausgerechnet in Sotschi möglich, ein Kurs, den Vettel seit Tagen als Mercedes-Kurs bezeichnet? Hamiltons Teamkollege Bottas sah nach dem Training einen späten Feierabend auf sich zukommen: „Wir müssen noch schwer arbeiten, um das Maximum aus den ultraweichen Reifen herauszuholen“, sagte Hamiltons Teamkollege Bottas. „Darauf werden wir uns heute Abend konzentrieren.“

Red Bull bereits abgeschlagen

Wie schon in den ersten Rennen kommen für den Sieg in Sotschi wohl nur die vier Piloten von Mercedes und Ferrari in Frage. Max Verstappen und Daniel Ricciardo im Red Bull hatten gehörigen Rückstand von knapp 1,5 und 1,8 Sekunden auf Vettel im zweiten Training und Verstappens Rennsimulation wurde durch eine streikende Batterie beendet. Jeder Gedanke an einen Sieg muss dem Team, das in der vergangenen Saison als einziges Mercedes schlagen konnte (in Spanien und Malaysia), derzeit wie eine Utopie erscheinen.

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Alle anderen Piloten waren gar über zwei Sekunden zurück. Nico Hülkenberg fuhr im Renault im zweiten Training die neuntschnellste Zeit, nachdem er am Mittag hatte zuschauen müssen, wie der Russe Sergej Sirotkin, der ihn in Sotschi vertreten durfte, nach zehn Minuten am Streckenrand ausrollte. Versuche, den Motor neu zu starten, blieben erfolglos. Renault klagte bislang vor allem über fehlendes Tempo im Rennen, ein neuer Frontflügel soll in Sotschi für Besserung sorgen.

Pascal Wehrlein, der dritte deutsche Pilot, war bei seinem zweiten Einsatz für Sauber wieder deutlich schneller als sein Teamkollege Marcus Ericsson. Nachdem er die ersten zwei Rennen wegen einer Nackenverletzung verpasst hatte und einem starken Rennen vor zwei Wochen in Bahrein (Platz elf) scheint Wehrlein weiter auf gutem Wege, den in ihn gesetzten Erwartungen gerecht zu werden. Nach wie vor miserabel ergeht es den McLaren-Honda. Der Belgier Stoffel Vandoorne ist der erste Pilot, den eine Strafe am Sonntag ans Ende des Feldes verbannen wird, wenn es in die Startaufstellung geht. Unter anderem musste vor dem zweiten Training im vierten Rennwochenende der Saison bereits der fünfte Turbolader eingebaut werden.

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