Home
http://www.faz.net/-gu4-7kwod
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Schumachers Zustand nach dem Skiunfall Ärzte: Situation „etwas besser unter Kontrolle“

Michael Schumachers Gesundheitszustand hat sich nach Angaben seiner Ärzte leicht verbessert. In der Nacht wurde er ein zweites Mal am Kopf operiert. Seine Managerin wies Vermutungen zurück, Schumacher sei zum Unfallzeitpunkt besonders schnell gefahren.

© AFP Vergrößern An diesen Felsen zwischen zwei Strecken im Skigebiet von Meribel stürzte Schumacher

Der Gesundheitszustand des schwer verunglückten ehemaligen Formel-1-Weltmeisters Michael Schumacher hat sich leicht verbessert. Dennoch befindet sich der 44-Jährige weiterhin in einer kritischen Verfassung. Nach einer abermaligen Operation am Kopf ist die Gesamtsituation aber zumindest „etwas besser unter Kontrolle“, wie die Ärzte im Klinikum Grenoble am Dienstagvormittag mitteilten.

Mehr zum Thema

Schumacher ist aber auch nach dem etwa zweistündigen Eingriff, bei dem ein Hämatom im Gehirn entfernt wurde, nicht außer Lebensgefahr. Er befindet sich weiterhin im künstlichen Koma. Man könne aber von einer Stabilisierung des Gesamtzustandes sprechen, erklärten die Ärzte bei einer Pressekonferenz.

„Die Situation ist jetzt unter besserer Kontrolle als gestern, wir können aber nicht sagen, dass er außer Gefahr ist“, sagte der Chef der Anästhesie-Abteilung, Jean-François Payen. „Wir sind etwas weniger besorgt als gestern“, sagte Professor Gérard Saillant. „Wir wollen diese Schlacht gewinnen.“

Schumacher's condition 'slightly improved' © dpa Vergrößern Michael Schumacher

„Wir haben mehr Zeit gewonnen. Die kommenden Stunden sind aber von entscheidender Bedeutung“, bekräftigte der Mediziner. „Wir arbeiten uns Stunde für Stunde voran.“ Es gebe Phasen der Stabilität, dann aber auch wieder Veränderungen. Schumacher hat immer noch weit verbreitet Blutgerinnsel im Gehirn. Es sei wirklich nicht der Zeitpunkt, um Vorhersagen zu treffen. Die anderen Hämatome seien unter anderem schwerer zugänglich als jenes, welches bei der zweiten Operation entfernt wurde.

Der Innendruck in Schumachers Schädel konnte durch den Eingriff gegen 22.00 Uhr am Montagabend aber gemindert werden. Dass Schumachers Zustand sich so entwickelt hatte, dass die Operation möglich wurde, hatte die Ärzte nach eigener Aussage selbst überrascht. Der Überdruck im Schädel habe größte Besorgnis ausgelöst, sagte Payen. Ein Scan habe aber gezeigt, dass ein Eingriff möglich sei.

© AFP, reuters Vergrößern Schumachers Zustand leicht verbessert

Nach Absprache mit den behandelnden Ärzten und der Familie von Schumacher - neben Frau Corinna mit den beiden Kindern sind auch Bruder Ralf und Vater Rolf in Grenoble - nahmen die Mediziner diesen umgehend vor. Dabei wurde ein Bluterguss in der linken Hirnseite entfernt.

„Wir müssen realistisch sein. Die ganze Familie ist sich im Klaren darüber, dass die Situation kritisch ist“, sagte Professor Gérard Saillant, der als Freund mit nach Grenoble gereist ist. Er kennt Schumacher seit vielen Jahren und behandelte ihn nach dessen schwerem Rennunfall 1999 in Silverstone.

New Press Conference About Michael Schumacher's Health - Grenoble © picture alliance / abaca Vergrößern Schumachers Managerin Sabine Kehm (rechts) mit Gerard Saillant

Unterdessen gab Schumachers Managerin Sabine Kehm am Dienstag in Grenoble Details des Skiunfalls bekannt, der sich am Sonntagvormittag in Méribel ereignet hatte. Demnach hatte Schumacher unmittelbar vor seinem schweren Skiunfall einem auf der Piste gestürzten Freund geholfen. Anschließend sei er in den Tiefschneebereich zwischen zwei Pisten gefahren, berichtete Kehm unter Hinweis auf Schilderungen von Begleitern. Dort sei der 44-Jährige beim Ansatz zu einer Wende gegen eine Felsen gefahren und in die Luft geschleudert worden. Kopfüber sei er auf den Felsen gestürzt. Bei dem Aufprall soll der Skihelm zersprungen sein. Kehm wies Vermutungen zurück, Schumacher sei zum Zeitpunkt des Unfalls besonders schnell gefahren.

Infografik / So kommt es zum Koma

Quelle: FAZ.NET

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Transfusionen Das gefährliche Blut

Bewerten Ärzte das Risiko von Transfusionen für den Empfänger falsch? Eine Gruppe von Medizinern setzt sich für ein Umdenken ein. Mehr Von Lucia Schmidt

16.01.2015, 17:32 Uhr | Gesellschaft
Kein Führerschein Hohe Strafe für Reus

Jahrelang ist Marco Reus ohne Führerschein gefahren - jetzt wurde er bei einer Kontrolle erwischt und muss für wiederholtes Fahren ohne Führerschein 540.000 Euro Strafe zahlen. Mehr

21.12.2014, 11:16 Uhr | Sport
Unglück der Costa Concordia Anklage fordert 26 Jahre Haft für Schettino

Die Staatsanwaltschaft hat nie Zweifel daran gelassen, dass es für sie nur einen Schuldigen für die Havarie der Costa Concordia mit 32 Toten gibt: Kapitän Francesco Schettino. Zum Abschluss ihres Plädoyers fordert sie nun mehr als 26 Jahre Haft. Mehr

26.01.2015, 12:48 Uhr | Gesellschaft
Kalifornien Freikletterer bezwingen erstmals El Capitan

Noch nie haben Kletterer ohne Hilfsmittel den knapp 1000 Meter hohen Felsen El Capitan erklommen. Knapp drei Wochen haben Tommy Caldwell und Kevin Jorgeson an der fast senkrechten Felswand verbracht. Mehr

15.01.2015, 15:49 Uhr | Sport
Nach Tod eines Dreijährigen Alessio wird misshandelt

Bereits 2013 waren sich die Rechtsmediziner einig, woher die Verletzungen des dreijährigen Alessio stammten. Warum das Jugendamt daraus nicht die nötigen Konsequenzen zog, beschäftigt nun die Staatsanwaltschaft. Mehr Von Rüdiger Soldt, Stuttgart

21.01.2015, 21:00 Uhr | Gesellschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 31.12.2013, 14:20 Uhr

Papiertiger für die Fifa-Präsidentenwahl

Von Michael Ashelm

Weitere Gegenkandidaten melden sich bereit für die Wahl des Fifa-Präsidenten. Doch Amtsinhaber Blatter verhöhnt die Gegner schon. Bei den Europäern bleibt der Eindruck von Schwäche und Konzeptlosigkeit. Mehr 1 1