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Saisonstart der DTM Durchhalten, wieder mal

 ·  Ohne Titelverteidiger di Resta startet die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft an diesem Sonntag in die neue Saison. Die Verantwortlichen mühen sich um Spannung - zumal die Rückkehr von BMW noch ein Jahr auf sich warten lässt.

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Die DTM hat vor dem Auftakt in ihre neue Saison an diesem Wochenende in Hockenheim nicht nur ein größeres Problem. Es sind zwei. Denn die eine Attraktion ist der Tourenwagenserie vor der neuen Saison abhandengekommen: Paul di Resta, der Meister des Vorjahres aus Schottland, erhält zwar weiterhin Vortrieb durch Mercedes-Motoren, dreht seine Runden aber mittlerweile für Force India in der Formel 1. Es gibt also keinen Titelverteidiger, auf den die Konkurrenz Jagd machen könnte. Noch schwerer wiegt, dass die andere Attraktion, die längst in aller Munde ist, noch ein Jahr auf sich warten lässt. 2012 wird aus dem Hersteller-Doppel Mercedes und Audi, das seit 2006 in durch Mangel an Mitbewerbern erzwungener Zweisamkeit seine Runden dreht, wieder ein Trio.

BMW wird mit dem Modell M3 in die Serie zurückkehren - und damit anknüpfen an die vielfach verklärte „gute alte“ und tatsächlich recht wilde Zeit der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft Ende der achtziger, Anfang der neunziger Jahre, als die sportlich spektakulären Duelle der drei deutschen Premiumhersteller auf den Rennstrecken die Massen begeisterten und dauerhaftes Gezänk um Reglement und Posten hinter den Kulissen für viel böses Blut sorgte. Eine Wiederholung ist nun ausdrücklich erwünscht - auf der sportlichen Seite.

Angesichts des Lärms um die Zukunft mühen sich die Verantwortlichen, die nun bevorstehende Saison nicht allzu trist erscheinen zu lassen. Selbstverständlich werde es wieder ein spannendes Jahr, sagt Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug, schließlich sei es im Duett mit Audi nie langweilig geworden - wohl wissend, dass für die Spannung 2010 allein seine Piloten zuständig waren. Neun von elf Rennen gewannen Fahrer mit dem Stern am Kühler, der Engländer Gary Paffett und der Kanadier Bruno Spengler machten di Resta den Titel bis zum letzten Rennen streitig. Beide haben nun in Absenz des schottischen Champions gute Chancen, es in diesem Jahr noch besser zu machen.

Drei Neulinge mit langfristiger Cockpitperspektive

Eine Wiederholung des Vorjahresergebnisses ist dennoch ausgeschlossen, die Serie beschränkt sich in diesem Jahr auf zehn Rennen - erzwungenermaßen. Der wiederum als Saisonabschluss mit dem Gedanken an chinesische Autokäufer geplante Auftritt Anfang November in Schanghai musste abgesagt werden, nachdem es wegen einer Terminkollision mit der Tourenwagen-Weltmeisterschaft keine Genehmigung der Motorsportbehörden gegeben hatte. So endet die nächste DTM-Ausgabe am 23. Oktober, wie sie beginnt, auf dem Hockenheimring.

Am ehesten wird den Audi-Piloten Mattias Ekström und Timo Scheider, beide bereits zweimal Championatssieger, und Mike Rockenfeller zugetraut, Mercedes den Titel wieder wegzunehmen - immerhin gewannen Ekström und Scheider zwischen 2007 und 2009 für Audi drei Meisterschaften in Serie. Für die meisten der 18 Piloten aber wird es darum gehen, ihren Arbeitsplatz über die aktuelle Saison hinaus zu sichern. Wenn BMW kommendes Jahr tatsächlich am Start steht, schicken Mercedes und Audi nur noch sechs statt neun Fahrzeuge ins Rennen. Unter Erfolgsdruck steht deshalb auch Ralf Schumacher, der seit 2008 für Mercedes fährt, es in den drei Jahren bislang aber nicht auf das Siegerpodest, geschweige denn zu einem Sieg gebracht hat. Immerhin, in seiner Erfolglosigkeit ist Schumacher nicht allein. Auch David Coulthard, der zweite dank Formel-1-Vergangenheit prominente Name, fuhr im vergangenen Jahr nur ein Mal in die Punkteränge.

Bei Audi bewerben sich drei Neulinge für eine langfristige Cockpitperspektive. Neben dem Portugiesen Felipe Albuquerque und dem Italiener Edo Mortara bekommt die 25 Jahre alte Schweizerin Rahel Frey eine Chance. Sie setzt mit der Schottin Susie Stoddart, bereits im sechsten Jahr bei Mercedes unter Vertrag, die Tradition der Pilotinnen in der DTM fort. Susie Stoddart sammelte 2010 mehr Punkte als Coulthard und Schumacher. Doch die einzige DTM-Siegerin bleibt bis auf weiteres Ellen Lohr, 1992. Wie sehr sich alle Beteiligten nach einem ähnlichen Wettbewerb wie damals sehnen, und wie schwierig es war, die Serie zuletzt am Leben zu erhalten, bringt Norbert Haug auf den Punkt: „Ich kann es kaum glauben, dass man fünf Jahre so durchgehalten hat.“ Die Ausdauer muss noch ein weiteres Jahr reichen.

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Jahrgang 1978, Sportredakteur.

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