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Rallye Dakar Nissen sieht sich als Opfer

 ·  Die Dominanz von Volkswagen bei der Rallye Dakar geht auch auf den Motorsportdirektor Nissen zurück. In letzter Zeit bestimmten aber Vorwürfe wegen sexueller Belästigung die Schlagzeilen über ihn. Er sieht sich als Opfer einer Intrige.

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Selbst wenn einer der größten Automobilhersteller bei der härtesten Rallye der Welt antritt, sind Teamwork und Perfektion letztlich ausschlaggebend für den Erfolg. Die Dominanz von Volkswagen während der Rallye Dakar ist ein Resultat von harter Arbeit. Motorsportdirektor Kris Nissen hat es seit seinem Eintritt in den VW-Konzern im Juli 2003 verstanden, eine leistungsstarke Mannschaft zusammen zu stellen. Zweimal in Folge gewann das Team den Rallye-Marathon in Südamerika, auch in diesem Jahr ist VW der sportliche Maßstab. Doch die Schlagzeilen handelten zuletzt nicht nur von Siegen auf staubigen Pisten. Nissen wurde wiederholt vorgeworfen, dass er Frauen sexuell bedrängt und Mitarbeiter gemobbt habe.

Nissen, der 50 Jahre alte Däne, sieht sich selbst als Opfer einer Schmutzkampagne – und weist die Anschuldigungen zurück. Vorrangig geht es um einen Zwischenfall während des Formel-3-Grand-Prix in Macao, doch auch die schwedische Dakar-Rallye-Teilnehmerin Tina Thörner und die Deutsche Jutta Kleinschmidt haben Nissen belastet. „Die Vorwürfe gegen mich wegen sexueller Belästigung sind komplett haltlos. Davon kann überhaupt keine Rede sein. Es gibt nicht im Entferntesten einen Sex-Skandal“, sagt Nissen. Und weiter: „Für Macao gibt es mehrere Zeugen, die den ganzen Abend mit mir in der Bar verbracht haben und dies auch bestätigen. Richtig ist, dass mir in der Bar ein Audi-Mitarbeiter seinen Cocktail ins Bierglas gekippt hat. Daraufhin wollte ich, dass er mir ein neues bezahlt. Er lehnte ab, und es kam zum Disput. Das bedauere ich.“ So beschreibt Nissen das, was vor rund sechs Wochen in Macao vorgefallen sein soll.

Rigoroser Führungsstil und harter Umgangston

Aber wie kam es dann zu den Vorwürfen? Ein vermeintlicher Zeuge schrieb einen Brief an den Volkswagen-Vorstand. Angeblich habe er gesehen, wie Nissen zu späterer Stunde in einer Hotelbar einer Frau an die Brust gefasst habe. Daraufhin hat sich der Däne zunächst im Interesse des Volkswagen-Einsatzes auf der unmittelbar bevorstehenden Rallye Dakar mit einer Stellungnahme zurückgehalten. Wegen des großen Medienechos musste Nissen jedoch reagieren. Das hat in dieser Woche auch der Vorstand von VW im Beisein von Konzernchef Martin Winterkorn getan. Er entschied, dass Nissen bis zum Ende der Rallye Dakar in verantwortlicher Position beim Team in Südamerika bleiben wird.

Dort werfen die Skandal-Gerüchte um Nissen weder Fahrer, noch Ingenieure und Mechaniker aus der Bahn. Mit Carlos Sainz und Nasser Al-Attiyah am Steuer führen zwei VW Touareg die Gesamtwertung nach sechs Etappen an. Die Mannschaft steht weiter hinter ihrem Chef. Klar ist aber auch, dass nach weiteren Kritikpunkten gesucht wird. Beim ehemaligen DTM-Piloten und Formel-1-Aspiranten Nissen stehen sein rigoroser Führungsstil und der harte Umgangston zur Debatte. „Motorsport ist kein Bürojob, da fallen auch schon mal härtere Töne. So ist das eben in dieser Welt“, sagt Nissen.

Jutta Kleinschmidt hat ihre Äußerungen zur angsteinflößenden Atmosphäre im Team inzwischen wieder zurückgezogen. Mit ihr und Tina Thörner hatte Nissen die Zusammenarbeit als Rennfahrerinnen beendet, weil man sich nicht über Vertragsmodalitäten einigen konnte. Nissen vermutet eine Kampagne gegen seine Person: „Insbesondere zu einer Zeit, in der wir mit Nachdruck unseren Job am anderen Ende der Welt machen und unsere Siegesserie fortsetzen wollen. Für mich ist spannend, wer hinter der Intrige steckt.“ Dennoch sind die Vorwürfe gegen Nissen noch immer nicht entkräftet.

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