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Rallye-Rekordsieger Peterhansel Im Mini zum maximalen Erfolg

 ·  Stéphane Peterhansel ist der Rekordsieger der Rallye Dakar. Eine Regeländerung könnte ihm dieses Jahr das Leben im Sand schwerer machen. Seit Montag führt er das Klassement dennoch an.

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© AFP Vergrößern Auf großer Südamerika-Reise: Stéphane Peterhansel und sein Mini

Das blaue Bandana-Kopftuch dürfte Stéphane Peterhansel wieder in eine Tasche seines Rennoverals gesteckt haben. Das Stückchen Stoff ist für den französischen Rennfahrer Glücksbringer und Reminiszenz zugleich - quasi ein Stoff, aus dem die Träume sind. Seit dem vergangenen Wochenende ist Peterhansel wieder auf der Jagd nach Ruhm und Erfolg bei der Rallye Dakar. Sie dauert insgesamt zwei Wochen und führt über fast 8.600 Kilometer von Lima in Peru nach Santiago de Chile, wo der Tross in zwei Wochen eintreffen wird. 459 Teilnehmer aus 53 Nationen sind am Start, ankommen werden ganz sicher nicht alle.

Männern wie Peterhansel geht es um viel mehr als nur ums Ankommen. Der Franzose ist als Titelverteidiger ins Rennen gestartet und steuert wieder einen Mini aus dem Treburer X-Raid-Rennstall von Sven Quandt. Peterhansel ist der erfolgreichste Dakar-Fahrer der Geschichte. Zehnmal hat er diese Rallye schon gewonnen, viermal im Auto und zuvor sechsmal auf dem Motorrad.

Die glorreichen Zeiten der Rallye sind längst vorbei

Aus dieser Zeit stammt auch noch das blaue Bandana. Als der Mann aus der 200 Kilometer westlich von Freiburg gelegenen Stadt Vesoul im vergangenen Jahr ins Ziel von Lima kam, erzählte er von dem Stück Stoff, das er die ganze Fahrt über in der Tasche gehabt habe. „Die Geschichte des blauen Bandanas ist wieder da“, verkündete Peterhansel damals jubelnd. Das Kopftuch zeigt vor allem, wie wichtig dem Dominator der Wüsten-Rallye die afrikanische Vergangenheit ist. „Der schönste Sieg war mein erster Sieg auf dem Motorrad“, erzählte Petershansel. Das war 1991.

Diese glorreichen Zeiten, die den Ruf der Wüstenrallye geprägt haben, sind lange vorbei. Der Vater, selbst Rennmechaniker und Trialfahrer, hatte Peterhansel damals ein Motorrad geschenkt. „Eine Herausforderung für alle, die aufbrechen. Ein Traum für alle, die zurückbleiben.“ Auch der junge Peterhansel verfiel den Worten von Thierry Sabine, der die Rallye 1978 erstmals veranstaltete. Aus der Tour für Abenteuerlustige ist längst hartes Motorsportgeschäft geworden. Peterhansel kennt alle Aspekte dieser Rallye: die stets lauernden Gefahren, die Faszination der Landschaft, den Reiz der halsbrecherischen Fahrten, den Werbewert der bunten Karawane - und das Kalkül der Funktionäre.

Der Titelverteidiger hatte nach seinem zehnten Sieg lange gezögert, bis er sich zu einem abermaligen Start entschied. „Mache ich weiter, oder ziehe ich mich sogar ganz aus dem professionellen Rennsport zurück?“, hatte er sich gefragt. Auch X-raid-Teamchef Quandt hatte mit einem Start bei der Dakar gehadert, da das neue Reglement seinen Diesel-Minis bei der Wettfahrt dieses Jahres das Leben im Sand noch etwas schwerer machen wird. Um mehr Teams ins wüste Geschäft zu locken, wurden die Vorschriften für die weniger teuren zweiradgetriebenen Fahrzeuge gelockert. Sie dürfen leichter und stärker sein als die Allradler, haben also auf langen, technisch weniger anspruchsvollen Passagen Vorteile. „So verprellt man die ganze Allrad-Fraktion“, sagt Quandt und fragt: „Wieso soll ein Werk unter diesen Regeln entscheiden, in die Rallye einzusteigen?“

Dennoch schickte X-raid sechs Minis und einen BMW X3 ins Rennen. Peterhansel kämpft vor allem gegen den kolossalen Hummer-Geländewagen des Amerikaners Robby Gordon und gegen die Buggys des qatarischen Olympiadritten im Skeetschießen, Nasser Al-Attiyah, in dessen Team auch der ehemalige Rallye-Weltmeister und Dakar-Sieger von 2010, Carlos Sainz, fährt. Peterhansel stellt sich der Herausforderung, „da Spaß und Motivation immer noch stark sind bei mir“. So greift er in seinem Mini wieder nach dem maximalen Erfolg. Ein elfter Triumph bei der Dakar scheint für den 47 Jahre alten Rennfahrer keineswegs ausgeschlossen - auch wenn der Weg zum Erfolg noch komplizierter geworden ist. Seit Montag führt er zumindest das Gesamtklassement wieder an: In Peru fuhr Peterhansel mit 3:52 Minuten Rückstand auf den Gewinner, Nasser Al-Attiyah aus Katar, als Dritter ins Ziel - das reichte für den Sprung auf Platz eins.

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