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Rallye Dakar Monster gegen Minis

Robby Gordon gegen den Rest der Welt: Bei der Rallye Dakar in Südamerika, die am Samstag beginnt, zieht der im Vorjahr disqualifizierte Rennfahrer seine One-Man-Show ab. Er testet gern Grenzen aus - und wer nicht mitmacht, ist ein Langweiler.

© REUTERS Vergrößern Wüstenfuchs: Robby Gordon mit seinem orangefarbenen Hummer

Es könnte ein hitziges Duell werden. Eines, das mit Worten, Taten und Emotionen geführt wird, das von Robby Gordon gegen den Rest der Welt. An diesem Samstag tritt der streitbare Amerikaner in seinem monströsen Geländewagen, einem Hummer H3, in der peruanischen Hauptstadt Lima zum Start der Dakar-Rallye an.

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Der Unternehmer aus Kalifornien wirkt dabei aus der Sicht vieler Konkurrenten ein wenig wie Darth Vader aus dem Krieg der Sterne: technisch exzellent ausgerüstet, jederzeit zum Gefecht bereit und dem Gegner immer um einen gemeinen Trick voraus. Dagegen sieht sich der smarte Rennfahrer eher als eine Art Superhelden, als den „Flash“ Gordon der Wüste. Nur böse Mächte können ihn stoppen.

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So wie im vergangenen Jahr, als die Leitung der wüsten Wettfahrt doch die Frechheit besaß, dem Amerikaner wegen eines regelwidrigen Luftsystems an seinem Wagen den fünften Platz abzuerkennen. Das nimmt Gordon der Amaury Sport Organisation (ASO) heute noch übel.

Sein Wagen sei im vergangenen Jahr von den Ingenieuren der ASO vor dem Start der Rallye abgenommen worden, und danach habe in seinem Team niemand mehr das umstrittene Teil, das angeblich zu einer Leistungssteigerung des Motors geführt haben soll, auch nur angerührt. „Die ASO kann mich mal“, ließ er nach seiner Disqualifikation seine Fans über das Internet wissen.

Das sei ohnehin alles nur Showgeschäft

Ob Trickser oder Terminator - man darf auf jeden Fall gespannt sein, wie sich Gordon in seinem Hummer bei der Dakar-Rallye schlägt, die nun zum fünften Mal nicht mehr in Afrika, sondern in Südamerika ausgetragen wird. Die Zeiten, in denen reine Sportsmänner von Paris nach Dakar in den Senegal rasten und eine Legende schufen, sind schon in der afrikanischen Wüste beendet worden.

Damals gab es schon immer wieder Streit wegen Tricksereien und Reglementsverstößen. Dennoch sagt Stéphane Peterhansel: „Der Geist der Dakar liegt in Afrika.“ Er muss es wissen. Keiner hat so oft den Klassiker der Wüsten-Rallyes gewonnen wie der Franzose. Zehnmal war er als Sieger im Ziel, sechsmal davon auf dem Motorrad. Auch die Rallye des vergangenen Jahres gewann Peterhansel.

22679938 © AFP Vergrößern Robby Gordon testet gerne Grenzen aus. Und wer nicht mitmacht, ist für ihn ein Langweiler

An diesem Samstag steht er als Titelverteidiger in einem Mini des Treburer Rennstalles X-raid am Start in Lima. Die Hessen sind unter der Führung von Teamchef Sven Quandt das größte Team, das sich auf den 8300 Kilometer langen Weg macht, der in zwei Wochen in Santiago de Chile endet. Sechs Minis und ein BMW X3 fahren im Namen von X-raid auf dem steinigen, staubigen Weg durch Savannen, über die Hochgebirgspässe der Anden und die schier endlosen Dünenlandschaften der Atakama-Wüste.

Hinzu kommen zehn Service-Lkw und zwei Racetrucks. Es ist das größte Team, das X-raid jemals auf eine Rallye schickte. Dennoch sieht Quandt seine bunten Allradautos keineswegs in der Favoritenrolle. Der Grund: die zweiradgetriebene Konkurrenz, allen voran Gordon in seinem Hummer-Kampfwagen.

„320 PS gegen 420 PS, 1900 Kilo gegen 1400 Kilo“

Der wird - anders als die dieselbefeuerten Minis - von einem Benzinmotor angetrieben. Bei der Siegesfeier im vergangenen Jahr in der Innenstadt von Lima, jubelten die Fans dem Publikumsliebling zu, als dieser mit dem gewaltig aufheulenden Motor die Schaufensterscheiben in der Umgebung beinahe zum Bersten brachte. Gordon testet gerne Grenzen aus. Und wer nicht mitmacht, ist für ihn ein Langweiler. Das sei ohnehin alles nur Showgeschäft, sagt er und fügt hinzu: „Wenn es nur um Rennautos ginge, dann würden wir alle in dieselgetriebenen Minis sitzen, die sich anhören wie Nähmaschinen.“

Gordon bevorzugt Symbole automobiler Mannhaftigkeit, seinen fetten Hummer. Den Nachteil, über keinen Allradantrieb zu verfügen, macht dieser mit Leichtigkeit wieder wett. Ein geringeres Mindestgewicht, höhere Motorleistung und größere Räder - das sind die Vorteile, die X-raid-Teamchef Quandt ins Grübeln bringen: „320 PS gegen 420 PS, 1900 Kilo gegen 1400 Kilo, 184 gegen 210 Kilometer in der Stunde“, sagt Quandt, „die Buggys werden uns auf den schnellen Etappen um die Ohren fahren. Natürlich gibt es Etappen, die eher uns liegen. Aber da kann man nicht so viel rausholen, wie wir in den schnellen Passagen verlieren.“

Stephane Peterhansel © dpa Vergrößern Der letzte Rallye-Sieger Stephane Peterhansel bezichtigte Gordon im vergangenen Jahr als Betrüger

Dabei beschränkt sich die rasende Konkurrenz nicht einmal auf Gordons One-Man-Show. Da im vergangenen Jahr dessen damaliger Teamkollege Nasser Al-Attiyah einige Tage vor dem Ende der Rallye im Streit aus dem Hummer-Team schied und ankündigte, nie wieder eine Rallye in einem Team mit Gordon zu fahren, gründete der Olympia-Bronzemedaillengewinner im Skeetschießen eine eigene Mannschaft. Im „Qatar Red Bull Rallye Team“ wird auch Carlos Sainz, der zweimalige Rallye-Weltmeister und Dakar-Sieger von 2010, fahren. „El Matador“, wie Sainz genannt wird, ist alleine schon aufgrund seiner Erfahrung ein Kandidat für den Sieg.

Ob die qatarischen Buggys von Gordon als ernst zu nehmende Gegner eingestuft werden, ist fraglich. Er hat vor allem den Franzosen Peterhansel im Blick, der ihn im vergangenen Jahr des Betruges bezichtigt hatte. Eine Majestätsbeleidigung. „Peterhansel wird sich anschnallen müssen“, sagt Gordon. Auf das Orange seines Hummer hat er nun weitere Farben gebracht. „US vs. THEM“ steht da, „Wir gegen sie.“ Das erste Wort ist in den amerikanischen, das letzte in französischen Nationalfarben gemalt.

Quelle: F.A.Z.

 
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