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Motorsport : 350 Quadratmeter Michael Schumacher

Marburger Erinnerungen an Michael Schumachers Karriere Bild: dpa

Was würde wohl Michael Schumacher sagen? Dass er nur ein „bisschen besser Auto fahren“ konnte als andere. Bei der Eröffnung einer Ausstellung mit viel Liebe zum Detail ist seine Familie dabei.

          In Marburg gibt es eine bekannte Universität, eine malerische Altstadt. Nur für seine Motorsporthistorie ist das hessische Kreisstädtchen kaum bekannt. Es gibt weder eine Rennstrecke, noch einen PS-Helden. Aber Marburg hat seit Montag eine Michael-Schumacher-Ausstellung zu bieten; einen mit Liebe zum Detail nachgezeichneten Weg seiner einzigartigen Karriere vom Formel-1-Einstieg 1991 bis zum Abschied Ende 2012: sieben Weltmeisterschaften, 91 Siege, 68 Pole-Positionen. Der Rekordchampion wird gerne in Statistiken aufgewogen.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Die ausgewählten Bilder seiner Welttournee aus der Kiesgrube von Kerpen erzählen die Geschichte eines Menschen, dessen Hang zur Perfektion von Leidenschaft getragen wurde. Interaktive Stationen führen mitten hinein in das Herz der Formel 1, lassen den Betrachter zum unmittelbaren Beobachter der Boxengassenhektik an der Seite Schumachers werden. Als stünde er daneben beim Reifenwechsel, als führe er mit im Cockpit zum ersten WM-Triumph Schumachers als Ferrari-Pilot 2000. Drei Original-Boliden von Ferrari und Mercedes sind zwar nicht zum Anfassen ausgestellt, bilden aber die handfesten Zeugen nach der Rückkehr aus dem Erinnerungsfilm. Das war kein Traum.

          Zwei Jahre ist die kleine, aber feine Show in Marburg für alle Welt zu sehen, bei freiem Eintritt im Hauptgebäude der Deutschen Vermögensberatung, Schumachers Sponsor über nun exakt zwanzig Jahre. Die vertragliche Verbindung hat den Ski-Unfall des Rheinländers und die furchtbaren Folgen „uneingeschränkt“ überstanden, auch wegen der Freundschaft zum Vorstandsvorsitzenden Pohl.

          Was würde wohl der Perfektionist zu einer Ausstellung über ihn sagen? Dass er nur ein „bisschen besser Autofahren“ konnte als andere. Bilderstrecke

          „Schade, dass Michael nicht dabei sein kann“, sagte seine Managerin Sabine Kehm zur Eröffnung vor den Augen von Frau und Kindern, „was passiert ist, müssen wir akzeptieren und ihn mit allem, was wir haben, weiterhin unterstützen, so dass er eines Tages wieder hier sein wird.“ Was würde wohl der Perfektionist zu einer Ausstellung über ihn sagen? Dass er nur ein „bisschen besser Auto fahren“ konnte als andere.

          Es hat gereicht, um ein gesamtes Formel-1-Museum füllen zu können. 350 Quadratmeter Ausstellungsfläche sind knapp bemessen für einen Rennfahrer, der die Formel 1 mehr als ein Jahrzehnt beherrschte und auf der Piste Geschichten schrieb, die nicht alle in der Marburger Ausstellung erzählt werden. Nach dem Rundgang bleibt das Gefühl zurück, dass es mehr davon geben müsste.

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