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Michael Schumacher : „Ich freue mich, diese Ehrung lebend zu erleben“

Strahlender Mann mit Fliege: Michael Schumacher auf den Sportpresseball Bild: dpa

Kurz vor seinem Karriereende wird Michael Schumacher zur „Legende des Sports“ ernannt. Während die Laudatoren ihn ehren, spricht der siebenmalige Formel-1-Weltmeister von Demut.

          Die Worte des Abends kamen von einer anderen Legende. „Man wird erst dann eine Legende, wenn man Geschichte geschrieben hat. Michael Schumacher hat das getan, und deshalb hat er es total verdient, Legende des Sports zu werden.“ Katarina Witt fand die passenden Worte für einen passenden Ehrenden. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister Schumacher eine „Legende des Sports“? Diese Frage stellte sich nicht, und so war klar, dass der emotionale Höhepunkt des 31. Deutschen Sportpresseballs am Samstagabend die Auszeichnung für den 43 Jahre alten Rennfahrer war.

          Gut 2700 Ballgäste hatten sich unter dem Motto „Im Zeichen der Ringe - Tanz mit dem Ball“ auch deshalb in der Alten Oper Frankfurt eingefunden, um Schumacher mit stehend dargebrachten Ovationen die Ehre zu erweisen. Der Kerpener, gewürdigt in einer persönlich gehaltenen Laudatio von Fernsehmoderator Reinhold Beckmann, der von einstigen gemeinsamen Begegnungen im Hause Schumacher bei „Bockwurst und Kartoffelsalat“ schwärmte, findet sich damit in einer Reihe illustrer Vorgänger.

          Das Verlieren gelernt

          Schon Heiner Brand, Boris Becker, Oliver Kahn, Franz Beckenbauer und zuletzt eben Katarina Witt durften sich über die vom Ballveranstalter Verein Frankfurter Sportpresse verliehene Auszeichnung freuen. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier, ein treuer Ballgänger und Liebhaber des Sports, bezeichnete Schumacher unter dem Beifall des Publikums als „Welt- und Jahrhundertsportler. Sie sind ein großartiger Repräsentant unseres Landes.“

          Geduldig wartete der Formel-1-Heros an der Seite seiner Frau Corinna, bis er endlich um 23.33 Uhr auf dem Podium Pokal und Preis entgegennehmen durfte. „Für mich ist das eine ganz außergewöhnliche Ehre“, sagte er. „Dieser Abend ist für Corinna und mich etwas ganz Besonderes. Ich freue mich, diese Ehrung lebend zu erleben.“ Schumacher erwähnte, „dass ich in den letzten drei Jahren das Verlieren lernen durfte. Doch ich habe nicht aufgehört, an mich zu glauben. Es hat mich Demut gelehrt. Daran bin ich gewachsen.“

          91 Grand-Prix-Siege, Offizier der französischen Ehrenlegion, Ehrenbürger von Spa: Als Schumacher 2002 zum vierten Mal Weltmeister wurde, sagte er, dass er keine Legende sei. Doch Schumacher ist es, und es erfüllte die Frankfurter Ballmacher mit besonderem Stolz, dass der wohl beste Formel-1-Fahrer der Geschichte persönlich erschienen war, um sich in aller Demut und Bescheidenheit ehren zu lassen. Dies ist zugleich ein Novum in der einzigartigen Laufbahn des Rennfahrers Schumachers, denn der Auszeichnung Sportler des Jahres war er stets ferngeblieben.

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