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Dieter Zetsche im Gespräch : „Ecclestone steht sicher nicht im Wege“

  • Aktualisiert am

An der Rennstrecke Fan, im Interview Geschäftsmann: Mercedes-Vorstandschef Dieter Zetsche Bild: dpa

Mercedes dominiert das Geschehen in der Formel 1: Im F.A.Z.-Interview spricht Daimler-Chef Dieter Zetsche über den Erfolg von Mercedes und fordert von Bernie Ecclestone Veränderungen bei der Vermarktung der Formel 1.

          Dieter Zetsche, der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, hat von Bernie Ecclestone Veränderungen bei der Vermarktung der  Formel 1 gefordert. Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Samstagsausgabe) sagte Zetsche: „In welchem Unternehmen auch immer muss und kann der Chef alles alleine tun? Ich kann mir vorstellen, dass die Vermarktung der Formel 1 in den neuen Medien von einem Profi übernommen wird. Dem muss und würde auch Bernie Ecclestone im Zweifel sicher nicht im Wege stehen. Denn bei der Vermarktungsfrage und speziell bei der Digitalisierung besteht noch riesiges Potential, das es zu nutzen gilt. Unabhängig von der Führung brauchen wir Veränderungen und Entwicklungen in dieser Hinsicht.“

          Zetsche, als Daimler-Vorstandsvorsitzender auch verantwortlich für das  Mercedes-Team, das derzeit überlegen die Weltmeisterschaft anführt und favorisiert in den Großen Preis von Ungarn an diesem Wochenende geht, zog einen Vergleich zur Struktur seines Unternehmens:  „Bei uns gibt es einen Vertriebschef, einen Produktionschef, einen Nutzfahrzeugchef, einen Pkw-Chef um nur einige Kollegen zu nennen. Warum soll das nicht übertragbar sein auf die Formel 1?“

          Ungleichgewicht bei den Finanzen

          Zetsche kritisierte zudem die Verteilung der Gelder für die Formel-1-Teams in Teilen als „rational schwer nachvollziehbar.“ So erhält Mercedes aus einem der Töpfe nur 12 Millionen Dollar, während Ferrari 100 Millionen und Red Bull 70 Millionen Dollar erhalten. Dies habe dazu geführt, dass die Sinnhaftigkeit des Formel-1-Engagements zwischenzeitlich in Frage stand: „Zwischenzeitlich hatte man sich schon die Frage gestellt, ob es sich lohnt, noch weiter mitzumachen.“ Zetsche sagte weiter: „Wir haben die Möglichkeit, hier über Leistung einiges zurechtzurücken. Das ist unsere Zielsetzung. So können wir einiges dieses Ungleichgewichts wieder kompensieren.“ Trotzdem betreibe Mercedes den Rennsport nicht nach dem Motto „Koste es, was wolle!“ Ziel sei auch, wirtschaftlich effizient zu arbeiten.

          Zudem schloss Zetsche eine Stallregie in der laufenden Weltmeisterschaft aus.  „Es ist für das Team nicht so wichtig, wer von den beiden Weltmeister wird. Wir haben zwei Fahrer, von denen keiner bevorzugt wird“, sagte er. Vor dem Rennen in Ungarn führt der deutsche Mercedes-Pilot Nico Rosberg in der Fahrer-WM mit 14 Punkten vor seinem englischen Teamkollegen Lewis Hamilton. „Wir verkaufen Autos auf der ganzen Welt. Wir sind zwar ein deutsches Team, aber es muss nicht zwingend ein deutscher Fahrer gewinnen.“

          Quelle: FAZ.NET/ahe./witt.

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