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Formel 1 : Einfach nur Vollgas bei Verstappen

Trotz der harschen Kritik an seiner Wortwohl empfindet Max Verstappen die Strafe als nicht gerechtfertigt an. Bild: AFP

Zurückstecken? Das gehört nicht zu Max Verstappens Plan. Immerhin ringt er sich zu einer Entschuldigung durch nach dem Eklat von Austin. Ansonsten hilft bei Kritik und schlechter Laune die Spielkonsole.

          Max Verstappen hat sich mit der Spielkonsole beschäftigt in den vergangenen Tagen. „Ich bin in Houston geblieben und habe Fifa gespielt“, antwortete der 20 Jahre alte Niederländer auf die Frage, wie er nach dem Eklat von Austin die Zeit verbracht habe. Dort, in Texas, war Verstappen am vergangenen Wochenende zunächst mit einer famosen Fahrt von Startplatz 16 aufgefallen. Und anschließend verbal aus der Rolle gefallen.

          Im niederländischen Fernsehen hatte sich Verstappen so sehr über die Entscheidung der Rennkommissare echauffiert, dass er von „Mongoloiden“ in der Jury gesprochen hatte. Verstappen war in der letzten Runde am vor ihm fahrenden Kimi Räikkönen vorbeigesaust auf Rang Drei beim Großen Preis der Vereinigten Staaten, in dem er in Kurve 17 neben der Strecke fuhr. Was verboten ist.

          Der Disput rund um die Bestrafung und Zurückstufung Verstappens entwickelte sich dann zu einer Diskussion über Wortwahl und Haltung des Fahrers, der von vielen als künftiger Weltmeister gesehen wird. In den Niederlanden wurde in den vergangenen Tagen erstmals in der kurzen, aufregenden Formel-1-Karriere Kritik am jungen Verstappen laut. Er nahm seine Wortwahl zurück.

          „Die Bestrafung war nicht richtig“

          Als Verstappen am Donnerstagvormittag in Mexiko-Stadt den Pressekonferenzraum betrat, wurde schnell deutlich, dass der Red-Bull-Pilot keine Lust mehr hatte, über seine Entgleisung zu sprechen. „Meine Gedanken sind immer noch ziemlich ähnlich“, sagte Verstappen: „Nach dem Rennen ist es immer emotional, besonders wenn du vom Podest geholt wirst, das du dir verdient hast. Die Bestrafung war nicht richtig. Die Fans haben es geliebt, es war ein super Überholmanöver. Die haben mir mein Podium weggenommen. Sie sagen, ich hätte einen unfairen Vorteil erlangt, das habe ich nicht, sonst hätte ich ja jede Runde die Kurve geschnitten. Da ist es doch ziemlich normal, dass ich sauer werde.“

          Zwei Stunden nach Verstappens Auftritt lud der Internationale Automobil-Verband (Fia) zu einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz. Renndirektor Charlie Whiting versuchte zu erläutern, warum Verstappen in Austin bestraft worden war, im Gegensatz zu anderen Fahrern, die ebenfalls neben der Strecke unterwegs gewesen waren.

          Eine inkonsequente Anwendung der Regeln war schließlich der Hauptvorwurf von Red-Bull-Teamchef Christian Horner, Motorsportdirektor Helmut Marko und anderen gewesen. Whitings Darlegungen lassen sich kurz zusammenfassen: „Es ging bei Max nicht darum, dass er sich einen zeitlichen Vorteil verschafft hat in einem Teilabschnitt. Er hat die Kurve geschnitten und dabei einen anderen Fahrer überholt.“ Diese Einschätzung wird durch die Kamerabilder der Szene bestätigt. Verstappen aber führt noch ein Hilfsargument an: Er sei so einem Auffahrunfall aus dem Weg gegangen.

          Muss Verstappen mit einer Strafe für seine Wortwahl rechnen?

          Die Erregung über die Bestrafung jedenfalls war unmittelbar nach dem Rennen immens. Verstappens Vater Jos, einst Teamkollege von Michael Schumacher bei Benetton, hatte sich unmittelbar danach bei Twitter ausgetobt und in seiner Aufregung offensichtlich wenig Wert auf orthographische Feinheiten gelegt, dafür aber das Akronym Fia als „Ferrari International Assistance“ interpretiert.

          Ob Verstappen junior für seine Wortwahl gegenüber den Rennkommissaren eine Strafe zu erwarten habe, wollte Whiting nicht beantworten, aber: „Eine Entschuldigung hätte ich schon gut gefunden.“ Vergangenes Jahr in Mexiko, als sowohl Verstappen als auch Sebastian Vettel von den Kommissaren, unter ihnen der Australier Garry Connelly, bestraft worden waren, hatte Vettel an Whitings Adresse gefunkt: „Fuck off, Charlie.“ Vettel entschuldigte sich anschließend schriftlich bei Whiting – und bei Fia-Präsident Jean Todt, der daraufhin „ausnahmsweise“ auf ein Disziplinarverfahren vor dem Fia-Sportgericht verzichtete.

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