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Formel 1 in Montreal : Mercedes schlägt gegen Ferrari zurück

  • Aktualisiert am

Nach Platz zwei schaut Sebastian Vettel enttäuscht aus der Wäsche. Bild: dpa

Nach dem Doppelsieg in Monaco startet beim Rennen in Kanada nun wieder ein Silberpfeil ganz vorne. Lewis Hamilton zieht mit einer „sexy Runde“ mit einem legendären Formel-1-Fahrer gleich.

          Mit einer seiner legendären Hammer-Runden hat sich Kanada-Experte Lewis Hamilton nach seinem Leistungseinbruch von Monaco eindrucksvoll im WM-Duell mit Sebastian Vettel zurückgemeldet. Auf seiner Paradestrecke in Montréal raste der 32 Jahre alte Brite am Samstag zu seiner 65. Pole Position und zog damit mit der Formel-1-Legende Ayrton Senna in der ewigen Bestenliste gleich. „Das war eine sexy Runde“, sagte Hamilton lachend. „Das war ein enger Kampf mit Ferrari. Ich habe gepusht.“

          Bei seiner sechsten Kanada-Pole verwies Hamilton Ferrari-Pilot Vettel um 0,336 Sekunden auf den zweiten Platz. „Er war der Bessere heute“, sagte Vettel anerkennend. „Das ist schon großartig, was er erreicht hat.“ Hamilton hatte 2007 in Kanada auch seine erste Pole geholt. „Ich wusste, heute ist der Tag an dem ich es schaffen muss. Pole Nummer 65 wartete“, kommentierte er nach seiner makellosen Vorstellung am Samstag. Ergriffen nahm vor Zigtausenden Fans auf der Strecke einen Helm von seinem großen Idol Senna entgegen, den ihm dessen Familie geschenkt hat. Es sei eine Ehre, meinte Hamilton.

          Dritter wurde Valtteri Bottas im zweiten Silberpfeil vor Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari. Nico Hülkenberg schaffte es im Renault auf den zehnten Startrang für das Rennen an diesem Sonntag (20.00 Uhr MESZ / Live bei RTL, Sky und im Formel-1-Ticker bei FAZ.NET). Pascal Wehrlein schied im Sauber nach einem Unfall frühzeitig als Letzter aus. Mit seiner sechsten Pole egalisierte Hamilton den Montréal-Rekord von Michael Schumacher. Im aktuellen WM-Klassement hat der bislang fünfmalige Kanada-Sieger Hamilton 25 Punkte Rückstand auf Vettel.

          Vettel, Hamilton, Bottas (von links) sind die Schnellsten im Qualifying von Montreal. Bilderstrecke

          Der packende Kampf der beiden WM-Duellanten um den besten Startplatz deutete sich von der ersten Minute an. Ein unnötiges Risiko wollte Vettel vermeiden auf dem Kurs, der immer die Gefahr von Unfällen und Unterbrechungen in sich birgt. Bei perfekten äußeren Bedingungen mit Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen fuhr er bereits mit den super soften Reigen schnelle Runden, als sich Hamilton und Bottas noch aufwärmten. Einmal auf Touren, legten aber auch die beiden Silberpfeile richtig los – mit sieben Tausendstelsekunden setzte sich Bottas vor Hamilton, erst dann folgte Vettel.

          Für dessen Landsmann Wehrlein war die Qualifikation danach schon vorbei. Der 22 Jahre alte Worndorfer krachte nach einem Patzer auch noch mit seinem Sauber in die Streckenbegrenzung. „Ich bin zu weit rechts gefahren, das war klar mein Fehler. Sehr ärgerlich, vor allem für das Team. Es wird wieder ein langer Tag für die Mechaniker, das tut mir leid“, sagte Wehrlein dem TV-Sender Sky. Auch für Lokalmatador Lance Stroll kam das Aus im ersten Zeitabschnitt. Der 18 Jahre alte Kanadier kam im Williams nicht über Platz 17 hinaus.

          An der Spitze ging danach das Duell Rot gegen Silber weiter. Und es ging weiter knapp zu. 88 Tausendstelsekunden lagen zeitweise zwischen Hamilton auf Platz eins und Bottas auf Rang drei, dazwischen schob sich Räikkönen. Vettel kam nur auf Rang vier, ein kleiner Fehler des 29-Jährigen verhinderte eine bessere Zeit.

          Zwei Wochen nach dem Leistungseinbruch des Hamilton-Mercedes in Monaco, wo er letztlich vom 13. Platz aus hatte starten müssen, zeigte sich der Brite auch im entscheidenden Durchgang wieder von seiner besten Seite. Vettel drehte als erster seine erste schnelle Runde und war zügig unterwegs, nach einer nicht sauberen Fahrt durch die Haarnadel-Kurve legte Hamilton eine seiner Hammer-Runden hin in 1:11,791 Minuten. So schnell war an diesem Wochenende auf dem 4,361 Kilometer langen Kurs kein Fahrer. Dann aber kam Vettel, mickrige vier Tausendstelsekunden fehlten ihm. Nur legte Hamilton dann noch mal nach und verbesserte noch einmal seine Zeit auf 1:11,495.

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          Grand Prix von Kanada (70 Runden à 4,361 km/305,270 km) Startaufstellung

          1. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes 1:11,459 Min.;
          2. Sebastian Vettel (Heppenheim) - Ferrari 1:11,789
          3. Valtteri Bottas (Finnland) - Mercedes 1:12,177;
          4. Kimi Räikkönen (Finnland) - Ferrari 1:12,252
          5. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull 1:12,403;
          6. Daniel Ricciardo (Australien) - Red Bull 1:12,557
          7. Felipe Massa (Brasilien) - Williams 1:12,858;
          8. Sergio Perez (Mexiko) - Force India 1:13,018
          9. Esteban Ocon (Frankreich) - Force India 1:13,135;
          10. Nico Hülkenberg (Emmerich) - Renault 1:13,271
          11. Daniil Kwjat (Russland) - Toro Rosso 1:13,690;
          12. Fernando Alonso (Spanien) - McLaren 1:13,693
          13. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Toro Rosso 1:13,756;
          14. Romain Grosjean (Frankreich) - Haas 1:13,839
          15. Jolyon Palmer (Großbritannien) - Renault 1:14,293;
          16. Stoffel Vandoorne (Belgien) - McLaren 1:14,182
          17. Lance Stroll (Kanada) - Williams 1:14,209;
          18. Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas 1:14,318
          19. Marcus Ericsson (Schweden) - Sauber 1:14,495;
          20. Pascal Wehrlein (Worndorf) - Sauber 1:14,810

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