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Lewis Hamilton : „Musik ist der Schlüssel zur Seele“

Lewis Hamilton zieht beim Musik machen manch ungewöhnlichen Zuhörer in seinen Bann. Bild: face to face

Lewis Hamilton lässt sich in der Musik vom Leben inspirieren. Der Formel-1-Weltmeister findet beim Songschreiben und Gitarrespielen, was ihm beim Rennfahren fehlt.

          Als Zeichen seiner Leidenschaft hat er sich den rechten Unterarm tätowieren lassen: mit Musiknoten. Lewis Hamilton ist nicht nur dreimaliger Weltmeister, aktueller Champion der Formel 1 und der vermutlich bestbezahlte Rennfahrer überhaupt, er ist auch begeisterter Musiker. Der 30 Jahre alte Brite spielt Gitarre, Schlagzeug und Klavier. Zu seinen Freunden zählt unter anderem Pharrell Williams, dem mit „Happy“ ein globaler Erfolg gelungen ist. Manchmal sitzen beide zusammen im Tonstudio, oft arbeitet der Mercedes-Pilot Hamilton dort auch allein an neuen Songs.

          Lassen Sie uns die Formel 1 für einen Moment vergessen und über Musik sprechen.

          Oh ja, bitte! Das ist großartig.

          Was bedeutet Ihnen die Musik?

          Musik ist für mich der Schlüssel zur Seele, es ist so etwas wie eine universelle Sprache, die überall auf der Welt verstanden wird. Musik ist vielleicht das Einzige überhaupt, das Menschen zusammenführen kann. Egal, welcher Abstammung, Ethnie oder Religion sie sind. Es gibt nichts Vergleichbares zur Musik in dieser Hinsicht. Musik ist das Leben. Musik ist Liebe.

          Wann hat Ihre Begeisterung für die Musik begonnen?

          Ganz früh in meiner Kindheit. Als ich früher von der Schule nach Hause gelaufen bin, kam ich an einem Gitarrenladen vorbei. Ich bin fast jeden Tag rein, habe die Gitarren in die Hand genommen und so viele von ihnen gespielt, wie ich konnte, bevor ich los musste. Das war eine faszinierende Welt für mich. Mein Dad hat in einer Band gespielt, ich erinnere mich an seine Musik. Er hat viel von James Brown gespielt, dazu Songs von Jimi Hendrix, von Sam Cooke, Motown und den Jackson Five. Wenn ich zurückdenke, ist da immer Musik. Selbst wenn wir im Auto unterwegs waren, hat er mit den Fingern und Händen den Rhythmus gemacht, wenn irgendein cooler Song im Radio lief.

          Später haben Sie bei einer Charity-Auktion einmal eine Gitarre von Prince für 60 000 Euro ersteigert.

          Ja, ich wollte sie unbedingt haben. Ich habe inzwischen viele Gitarren, es ist bestimmt ein Dutzend. Es sind elektrische Gitarren und akustische Gitarren. Aber ich mag die akustischen viel mehr. Ich kann mit ihnen spielen, wo und wann ich will. Und ich liebe ihren Sound, der von Holz zu Holz ganz unterschiedlich ist.

          „Die einzige Sache, die wirklich mein Herz berührt“: Der 30 Jahre alte Brite Hamilton spielt Gitarre, Schlagzeug und Klavier.
          „Die einzige Sache, die wirklich mein Herz berührt“: Der 30 Jahre alte Brite Hamilton spielt Gitarre, Schlagzeug und Klavier. : Bild: ddp Images

          Mit welchen Songs würden Sie sich selbst charakterisieren?

          „Backseat Freestyle“ von Kendrick Lamar - ein Song voller phantastischer Superlative. Dann Katy Perry und „Roar“. Ich liebe diesen Song. Es ist so etwas wie mein „Eye-of-the-Tiger“-Lied. Es geht darin um die Entwicklung von Selbstbewusstsein. Dann natürlich: Queen und „We are the Champions“, ein großartiger Song. Und: 2Pac, „Changes“, das Lied behandelt die Diskriminierung und Bedeutungslosigkeit von Schwarzen und den darauf folgenden Kampf für Veränderungen.

          Sie schreiben selbst Lieder. Ist das ein Weg, sich selbst auszudrücken?

          Ja, auf jeden Fall. Wissen Sie, die Formel 1 ist durch und durch von Regeln bestimmt. Es ist ein Sport, der es nicht zulässt, dass man die wirklichen Persönlichkeiten der Athleten zu sehen bekommt. Wir steigen aus dem Auto - und stehen direkt im Scheinwerferlicht der Kameras. Das ist so, als würde ich dich in einen Lastwagenreifen stecken, einen Berg herunterrollen, und unten auf dich warten, um dich zu interviewen. Dein Herz pumpt, du bist voll mit Emotionen, kannst kaum sprechen. So ähnlich fühlen wir uns nach den Rennen. Aber die Leute nehmen unsere Sätze und interpretieren sie, deuten etwas hinein, und schon ist irgendeine Geschichte da. Musik funktioniert anders. Da kann ich etwas sagen, ohne auf etwas antworten zu müssen. Das bin einfach nur ich.

          Wie arbeiten Sie an einem neuen Song?

          Erst einmal brauche ich die Idee, ich muss wissen, wovon der Song handeln soll. Dann starten wir meistens mit dem Rhythmus, ein Freund von mir spielt die Musik auf dem Keyboard, danach kommt der Text. Es gibt Tage, an denen ich drei Songs schreibe. Ein anderer Song hat vier Wochen gebraucht, ehe er fertig war. Und dann gibt es ein Lied, das ich im Januar begonnen hatte, das aber auch ein Vierteljahr später noch nicht fertig war.

          Was ist Ihre Inspiration?

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