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Lewis Hamilton im Gespräch : „Es wird eine Saison, in der wir viel lernen müssen“

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Begeisterter Rennfahrer: „Es gibt kaum Worte für das, was du im Cockpit erlebst“ Bild: REUTERS

Der 27 Jahre alte McLaren-Pilot Lewis Hamilton zählt seit Jahren zu den besten Rennfahrern der Welt. Im kommenden Jahr wird er Nachfolger von Michael Schumacher bei Mercedes. Im F.A.Z.-Interview spricht er über seine Wechsel-Gründe und den Preis seines Lebens als Formel-1-Star.

          Sie sind der Mann nach Michael Schumacher bei Mercedes und zweifeln schon jetzt daran, im kommenden Jahr Rennen zu gewinnen. Warum wechseln Sie trotzdem, spielt Geld eine Rolle?

          Nein, in dieser Hinsicht hätte es kaum einen Unterschied gemacht, wo ich künftig fahre. Es wäre natürlich einfacher gewesen, bei McLaren zu bleiben. Ich weiß, dass sie dort im kommenden Jahr ein großartiges Auto haben, mit dem man wahrscheinlich um die Weltmeisterschaft kämpfen kann. Aber ich finde es spannend, ein anderes Team in genau so eine Situation zu bringen. Michael (Schumacher) ist das mit Ferrari gelungen, seitdem wird er als der größte Fahrer in der Geschichte der Formel 1 angesehen. Wenn ich mit McLaren weitere Titel gewonnen hätte, sicher, das wäre ganz gut gewesen. Aber es wäre viel besser, wenn mir dies in einem Mercedes gelänge.

          Derzeit steht Mercedes in der Formel 1 allerdings für Durchschnitt, Sie könnten jahrelang im Nirgendwo kreisen. Was ist mit dem Risiko für Ihre Karriere, blenden Sie das einfach aus?

          Ich glaube nicht, dass ich ein großes Risiko eingehe. Vielleicht haben wir schon nächstes Jahr ein gutes Auto und können mithalten, das wäre phantastisch. Ehrlich gesagt, rechne ich jedoch eher damit, dass es eine Saison wird, in der wir viel lernen müssen. Ich muss die Leute in der Fabrik und im Team kennenlernen, muss sehen, was sie besser machen, als ich erwartet hatte, und was ihnen noch nicht so gut gelingt. Wissen Sie, es ist ziemlich leicht, die Leute um dich herum nach unten zu ziehen. Aber als Fahrer musst du immer positiv denken, du musst die anderen mitziehen, auch wenn die Dinge nicht so laufen, wie du es dir vorstellst. Darauf bin ich vorbereitet.

          Mit Ihrem neuen Teamkollegen Nico Rosberg verbindet Sie so etwas wie eine Freundschaft. Kann sie unter Teamkollegen weiter bestehen?

          Die Frage gab es schon mal, als wir dreizehn waren. Nico war damals im Kart der Beste, er hat alles gewonnen. Das war ein Ansporn für mich. Schon bei meinem ersten Rennen in Italien haben wir gegeneinander gekämpft, das hat sich danach fortgesetzt. Ich glaube, dass unser Verhältnis dadurch gestärkt wurde. Wir waren im gleichen Team, wir sind gegeneinander gefahren, und wir blieben Freunde. Wir hatten eine richtig gute Zeit. Trotzdem erzeugt so eine Konstellation natürlich Spannung. Ich weiß nicht, ob wir so etwas wie beste Freunde sein können, der eine will schließlich den anderen besiegen. Es wird darauf ankommen, dass wir uns gegenseitig respektieren, und das ist definitiv der Fall.

          Sie fahren Rennen, seitdem Sie acht Jahre alt sind. Was bedeutet Ihnen das dort draußen auf der Strecke?

          Das ist mein Leben, es ist zu einem Teil meiner DNA geworden. Ich liebe diese schnellen Autos, ich liebe diese Kämpfe gegen die anderen. Schon als Baby hatte ich ein Lenkrad in der Hand, als ich fünf Jahre alt war, bin ich zum ersten Mal richtig gefahren. Wir waren in Spanien im Urlaub, dort gab es einen Vergnügungspark mit einem Autoscooter. Die hatten alles, was es in der Formel 1 gab für kleine Kinder: einen McLaren, einen Ferrari, den gelben Lotus von Ayrton Senna - für mich war das so etwas wie ein Paradies. Ich bin jeden Tag dorthin gegangen und gefahren, von morgens bis abends, ich konnte einfach nicht anders. Danach habe ich richtig angefangen mit diesem Sport. Als ich 2008 in die Formel 1 kam, habe ich mich dann selbst überrascht. Ich wusste, dass ich schnell bin, aber ich dachte nicht, dass ich so gut bin.

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