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Veröffentlicht: 14.05.2017, 15:50 Uhr

Großer Preis von Spanien Hamilton siegt im Duell der Könige

„Das war großartig“: Sogar der unterlegene Vettel begeistert sich am Kampf Rad an Rad in Barcelona. Einer der großen Profiteure der Ausfälle bei den Top-Teams an diesem Tag ist jedoch ein anderer deutscher Fahrer.

von , Barcelona
© AFP Der Sieger Lewis Hamilton: „So muss dieser Sport sein, hart, umkämpft – genau deshalb habe ich einmal mit dem Racing begonnen.“

Aus dem Sieger sprudelte es nur so heraus. Und aus dem Zweiten auch. „Ich rede hier fast genauso viel wie du“, sagte Lewis Hamilton (Mercedes), schaute nach rechts zu seinem großen Rivalen und lächelte. Die vorherigen 66 Runden beim Großen Preis von Spanien hatten es den beiden angetan. „So muss dieser Sport sein, hart, umkämpft – genau deshalb habe ich einmal mit dem Racing begonnen und diese Leidenschaft dafür entwickelt“, sagte Hamilton. Und Vettel sagte: „Es war großartig da draußen, auch wenn wir am Ende nur Zweiter geworden sind.“ Die beiden großen Rivalen im Titelkampf dieses Jahres hatten großen Spaß auf dem Circuit de Catalunya, berührten sich sogar einmal und versicherten sich am Ende des Tages doch gegenseitig großen Respekt. „Lewis hat heute den besseren Job gemacht, wir waren vom Speed her identisch“, sagte Vettel. Etwas mehr als drei Sekunden trennten sie im Ziel. Hamilton hat durch seinen Sieg den Rückstand in der Gesamtwertung verkürzt (98:104 Punkte). Als Dritter kam Daniel Ricciardo (Red Bull) ins Ziel.

Michael Wittershagen Folgen:

Die Strategen wussten, dass der Start einer der Schlüsselfaktoren in diesem Rennen sein würde. Zumindest in der Theorie haben die Mercedes-Fahrer dank der überlegenen Antriebseinheit im Heck gegenüber der Konkurrenz noch immer einen Vorteil in Bezug auf die Beschleunigung. „Unsere Spezialisten haben ausgerechnet, dass wir bis zur ersten Kurve drei Meter auf die anderen gewinnen, wenn der Mensch keinen Fehler macht“, sagte Niki Lauda, der Aufsichtsratsvorsitzende des Rennstalls, zehn Minuten, bevor es losging. Und weiter: „Das kann rennentscheidend sein.“ Drei Meter bei einer Distanz von 740 Metern – das ist nicht viel. Lauda wirkte angespannt. Längst ist sich niemand im Team der Silberpfeile mehr sicher, dass die eigene Stärke ausreicht für Siege. Zu stark ist die Konkurrenz von Ferrari.

46401159 Hamilton verschätzt sich beim Überholmanöver gegen Vettel und wird nach außen gedrängt. © Reuters Bilderstrecke 

Als die Startampeln ausgingen, stürmte Vettel sofort nach vorne, blieb auf der Innenbahn und zog so an Hamilton vorbei. „Ich dachte, dass ich alles richtig gemacht habe. Trotzdem sind meine Hinterreifen durchgedreht“, sagte Hamilton. Hinter den beiden ging es zur Sache. Valtteri Bottas (Mercedes), Kimi Räikkönen (Ferrari) und Max Verstappen (Red Bull) gingen nebeneinander in die erste Kurve. Bottas berührte Räikkönen, der wiederum mit Verstappen kollidierte. Beim Ferrari und beim Red Bull brachen die Radaufhängungen, Bottas konnte zunächst weiterfahren.

Und vorne gab Vettel ordentlich Gas, hatte schon nach den ersten vier Kilometern rund zwei Sekunden zwischen sich und Hamilton gelegt. „Er war unglaublich schnell, ich konnte das kaum glauben“, sagte Hamilton. Der Vorsprung blieb konstant zwischen zwei und drei Sekunden, bis Vettel in der 14. Runde erstmals zum Reifenwechsel abbog und wieder die weichere Gummimischung aufziehen ließ. Hamilton blieb auf der Strecke und verlor gegenüber Vettel nun in jeder Runde zwischen einer und zwei Sekunden. Doch der Mercedes-Kommandostand beruhigte ihn und rief Hamilton via Funk zu: „Unsere Chance kommt am Ende des Rennens.“

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