Vier Stunden nach dem Ende des Qualifikationstrainings am Samstag für den Großen Preis von Spanien ist der McLaren-Pilot Lewis Hamilton disqualifiziert worden. Er verlor seine Pole Position und wurde ans Ende des Starterfeldes gesetzt. Der Engländer darf allerdings auch aus der Boxengasse losfahren.
Die Streckenkommissare begründeten die Strafe mit einem Regelverstoß des Teams. Es hatte so wenig Benzin in den Tank gefüllt, dass der Bolide kurz nach der letzten Zieldurchfahrt liegenblieb. Hamilton konnte also nicht zurück in den Parc fermé fahren, wo die Kontrolleure eine Stichprobe zur Kontrolle des Benzins nehmen wollten.
Laut Artikel 6.6.2. des Technischen Reglements muss bei jedem Auto nach dem Training eine Überprüfung des Sprits möglich sein. Die Zwangsversetzung nimmt Hamilton nach einer brillanten Vorstellung – es war seine dritte Bestzeit beim Startplatzrennen in dieser Saison – jede Chance, das Rennen unter normalen Bedingungen zu gewinnen.
An seiner Stelle führt nun der Überraschungsgast Pastor Maldonado im Williams das Feld in die erste Runde. Ferrari-Mann Fernando Alonso folgt ihm als Zweiter vor den beiden Lotus-Fahrern Romain Grosjean sowie Kimi Räikkönen.
Auch die Deutschen profitieren von dem Missgeschick McLarens. Nico Rosberg beginnt den Grand Prix als Sechster vor Weltmeister Sebastian Vettel im Red Bull und Teamkollege Michael Schumacher. Sie waren alle gut eine Sekunde zu langsam für den schnellsten Unglücksraben des Tages.
McLaren traf es zum zweiten Mal. Denn Hamiltons Teamkollege Jenson Button hatte in einem spannenden Wettlauf um die beste Ausgangsposition schon den Sprung unter die letzten Zehn wegen eines Fahrfehlers im zweiten Durchgang verpasst. Er war nicht der einzige Prominente, den die Experten an der Spitze vermissten. Vettels Nebenmann Mark Webber blieb wegen einer taktischen Panne hängen, um Nuancen geschlagen. Der Pole-Sieger von 2011 lag als Zwölfter des zweiten Durchgangs nur eine Zehntelsekunde hinter dem Fünften.
„Für die Show ist es gut, wenn du nicht weißt, was passiert“
Die Bedeutung der Tagesordnung für das Rennen wurde aber auch durch die Sparsamkeit in Frage gestellt. Schumacher verzichtete im letzten Durchgang auf eine gezeitete Runde und hat nun mehr frische Reifen zur Auswahl als die Gegner in seinem Umfeld. Vettel brach seinen letzten Versuch ab. Beide dürfen sich aussuchen, ob sie mit dem harten oder weichen Pneu lossausen. „Man muss aber akzeptieren, dass die andern schneller waren“, fügte der Weltmeister etwas verärgert hinzu.
Bei allem Wirbel ist eines geblieben: Die Unsicherheit, wie die Pneus im Dauerlauf über rund 300 Kilometer auf der aggressiven Piste des Circuit de Catalunya reagieren werden. „Wir wissen, welche Probleme es mit den Reifen geben kann. Jenson hat einfach keine Balance gefunden“, hatte McLarens Teamchef Martin Whitmarsh vor Hamiltons Disqualifikation erklärt und eingeräumt, dass ihm der Überraschungseffekt gefällt: „Für die Show ist es gut, wenn du nicht weißt, was passiert.“ Die Formel 1 entwickelt sich zur Wundertüte.
@Ungermat
Tobias Schmid (Tobias1978)
- 13.05.2012, 10:40 Uhr
betrogen, gepokert und verloren
Andreas Müller (Skelzor)
- 12.05.2012, 22:57 Uhr
Weg vom Sport, hin zum Geld
Tilman Deckers (TilmanD)
- 12.05.2012, 22:57 Uhr
Nur noch lächerlich
Matthias Unger (ungermat)
- 12.05.2012, 21:49 Uhr
König der Schummler
Renee Claude (recla)
- 12.05.2012, 21:19 Uhr