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Großer Preis von Ungarn Schumacher: Nicht im Ziel, trotzdem ein Punkt

 ·  Beim chaotischen Großen Preis von Ungarn sind die WM-Spitzenreiter Fernando Alonso und Michael Schumacher nicht ins Ziel gekommen. Trotzdem bekam der Ferrari-Pilot noch einen Punkt. Das Rennen gewann Jenson Button vor Pedro de la Rosa und Nick Heidfeld. Mit FAZ.NET-Bildergalerie.

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Die Ferrari-Mechaniker schlugen fassungslos die Hände vors Gesicht, Michael Schumacher rollte hilflos langsam an die Box zurück: Beim ersten Formel-1-Sieg des Engländers Jenson Button beendete eine Panne die Aufholjagd des Ferrari-Stars im Titelrennen 2006 drei Runden vor Schluß. Der siebenmalige Weltmeister konnte damit im Regen von Budapest die Gunst der Stunde nicht nutzen.

Immerhin ging er nach dem Ausfall von Titelverteidiger Fernando Alonso (Spanien) im spektakulären Großen Preis von Ungarn nicht vollkommen leer aus. Denn die nachträgliche Disqualifikation von Robert Kubica bescherte Schumacher noch Platz acht im Endklassement und damit einen WM-Punkt. Da der BMW-Sauber des ursprünglich siebtplazierten Kubica nach dem Rennen 2 Kilogramm unter dem vorgeschriebenen Mindestgewicht von 600 Kilogramm lag, wurde der Pole disqualifiziert.

„Erstmal in Urlaub, danach greifen wir wieder an“

Schumacher, der trotz seines Ausfalls drei Runden vor Schluß noch als Neunter gewertet worden war, rückte dadurch um einen Rang vor und verkürzte den Rückstand in der WM-Gesamtwertung auf den ausgeschiedenen Renault-Piloten Fernando Alonso auf zehn Zähler. Trotzdem war der Deutsche enttäuscht. „Das ist sehr, sehr schade, denn ich hatte ja schon viel Boden gutgemacht“, sagte Schumacher.

Formel 1 Grand Prix in Budapest

Allerdings blickte er wenig später schon wieder auf den Saisonendspurt: „Jetzt geht's erstmal in Urlaub, danach greifen wir wieder an.“ Er habe sich in der spannenden Schlußphase für Trockenreifen entschieden, um noch aufs Podium zu fahren, meinte der 37jährige: „Die Frage war: Podium oder nur Punkte, und wir haben auf Risiko gesetzt.“

Nochmal mit einem blauem Auge davongekommen

Schumacher, der nach zuletzt drei Siegen hintereinander einem scheinbar sicheren vierten Platz entgegenfuhr, wurde nach eigener Aussage durch einen Defekt an der Vorderradaufhängung aus der verregneten Bahn geworfen. „Das ist beim Manöver mit Heidfeld passiert, das Heck seines Autos ist dabei gegen mein Vorderrad geknallt.“ Das sei zwar nicht so hart gewesen, „es hat aber gereicht, daß sich die Spurstange aufgelöst hat“.

Anstatt weitere fünf Punkte auf WM-Spitzenreiter Alonso aufzuholen, liegt Schumacher bei fünf noch ausstehenden Rennen nun zehn Zähler hinter dem führenden Spanier zurück. „Wir sind noch mit einem blauen Auge davongekommen, es hätte ja viel schlimmer für uns kommen können - wenn Alonso heute gewonnen hätte“, sagte Ferrari-Technikchef Ross Brawn. Damit steht fest, daß Schumacher seinen großen WM-Rivalen auch nach der dreiwöchigen Sommerpause beim nächsten WM-Lauf in Istanbul (27. August) nicht von der WM-Spitze verdrängen kann.

Alonsos erster Ausfall der Saison

Alonso hatte wenige Minuten zuvor den ersten Ausfall der Saison beklagt. Der Renault-Pilot rutschte ohne Bedrängnis klar in Führung liegend in die Reifenstapel, nachdem er kurz zuvor voll auf Risiko gesetzt hatte und Trockenreifen aufziehen ließ. „Vorne rechts ist irgend etwas davongeflogen“, erklärte Alonso und begründete seinen Ausrutscher mit einem Defekt, was Renault-Technikchef Pat Symonds bestätigte: „Es war ein Fehler am Auto, was genau, das müssen wir noch untersuchen.“

Den WM-Rivalen blieb damit ein Happy End nach einem turbulenten Wochenende versagt: Denn wegen Regelverstößen wurden Schumacher und Alonso vor dem Qualifying jeweils mit einer Zwei-Sekunden-Strafe belegt und standen dadurch nur auf den ungewohnten Startplätzen 11 und 15. Das Pech der Favoriten nutzte Honda-Pilot Jenson Button, der im 114. Grand Prix seiner Karriere den ersten Sieg feierte.

Triumphator Button: „Es hat viel Spaß gemacht“

Der Brite verwies Pedro de la Rosa (Spanien) im McLaren-Mercedes auf Platz zwei. Als Dritter holte der Mönchengladbacher Nick Heidfeld sechs Zähler für BMW-Sauber. Ralf Schumacher rettete im Toyota einen sechsten Platz ins Ziel. „Was für ein Tag. Wir haben in den letzten Rennen so hart für diesen Erfolg gearbeitet“, sagte Triumphator Button: „Es hat viel Spaß gemacht. Die letzten zehn Runden waren fantastisch. Es ist toll, so seinem ersten Sieg entgegenzufahren.“

Überglücklich war auch Heidfeld: „Jetzt auf's Podium zu fahren und mit dem zweiten Auto in die Punkte, gibt eine Riesenmotivation. Ich habe am Ende schnell auf Michael aufgeholt, weil seine Reifen gegen Null abgebaut haben. Ich habe dann gleich die erste Chance genutzt, ihn zu überholen.“

„Er wurde langsamer, da habe ich ihn gerammt“

Für Neuling Nico Rosberg (Wiesbaden) war das Rennen schnell beendet. Der Sohn des früheren Formel-1-Weltmeisters Keke Rosberg schied nach einem Ausrutscher in der 21. Runde aus. Riesenglück hatte Kimi Räikkönen, der am Sonntag seinen 100. Grand Prix fuhr. Der Finne, der sich im Qualifying die Pole Position gesichert hatte, krachte beim Überrunden ins Heck des vor ihm fahrenden Italieners Vitantonio Liuzzi im Toro-Rosso-Cosworth.

In der Box stockte dem gesamten McLaren-Mercedes-Team der Atem, Räikkönen vermied wie durch ein Wunder einen Überschlag, doch sein „Silberpfeil“ besaß nur noch Schrottwert. Wegen der Bergungs- und Aufräumarbeiten wurde das Safety Car für fünf Runden auf die Strecke geschickt. „Er wurde langsamer, da habe ich ihn gerammt“, sagte der „Iceman“. Liuzzi, der am Sonntag seinen 25. Geburtstag feierte, meinte, er sei nur vom Gas gegangen, um Räikkönen überholen zu lassen: „Das war wohl ein Mißverständnis.“

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
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Formel1 
(Lobo6) - 07.08.2006, 01:49 Uhr

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