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Grand Prix von Monaco Webber ist Sieger Nummer sechs

Sechstes Rennen, sechster Sieger in der Formel 1: In Monaco gewinnt Mark Webber im Red Bull vor Rosberg im Mercedes. Vettel wird Vierter hinter Alonso. Schumacher fällt wieder aus.

© REUTERS Vergrößern Man kennt sich: Mark Webber erhält den Siegerpokal zum zweitenmal von Fürst Albert

Eine Sekunde, mehr nicht. Nur dieser kurze Augenblick entschied am Sonntag darüber, wer beim Großen Preis von Monaco welchen Pokal in der Loge des Fürsten überreicht bekam. Am Ende stand Mark Webber (Red Bull) ganz oben auf dem Podium, flankiert vom Zweiten Nico Rosberg (Mercedes) und Fernando Alonso (Ferrari). „Wir haben es geschafft“, sagte Webber. „Was für ein Tag für mich.“

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Dabei war das Rennen eher unspektakulär, es glich einer Prozessionsfahrt, die der Fünfunddreißigjährige bis auf kleine Verschiebungen während der Boxenstopps anführte. Webber ist der sechste Sieger im sechsten Rennen, das gab es in der Formel 1 noch nie. Der Australier ist im Gesamtklassement nun auf Platz drei (73 Punkte), knapp hinter seinem punktgleichen Teamkollegen Sebastian Vettel (Red Bull) und Alonso (76). Vettel wurde im Fürstentum Vierter.

Formel 1 - GP Monaco © dpa Vergrößern Erfahrener Sieger: Mark Webber hat in Monaco den besten Weg gefunden

Es ist ein infernalischer Lärm, wenn 18.000 PS in den engen Straßen von Monaco am Start stehen und wie wilde Pferde darauf warten, endlich losgelassen zu werden. Und eigentlich immer ist dies mit Feindkontakten verbunden. So auch in diesem Jahr: Romain Grosjean (Renault) reagierte einen Moment zu spät, wollte danach aber seinen vierten Platz unbedingt gegen Alonso verteidigen, zog nach links und berührte den Mercedes von Michael Schumacher.

Schumacher wieder im Pech

Der Deutsche konnte weiterfahren, für den Franzosen war das Rennen beendet, ebenso wie für Pastor Maldonado (Williams), vor zwei Wochen noch Sieger in Barcelona. Schumacher hatte wenig später ausreichend Zeit, den Renault von Kimi Räikkönen zu studieren, der auf der extraweichen Reifenmischung schon nach etwas mehr als zehn Runden in Probleme geriet und all seine Verfolger aufhielt.

Überholen unmöglich – und so verlor Schumacher den Anschluss an die vorderen Positionen. Zwanzig Runden vor dem Ende kam es noch schlimmer für ihn: „Ich habe Probleme mit dem Auto. Ich habe keine Ahnung, was es ist“, funkte er an den Kommandostand. Die Antwort: „Wir sehen es an den Telemetrie-Daten. Aber gib weiter Gas.“

Doch Schumacher hatte keine Chance mehr, fuhr auf einmal sieben Sekunden langsamer pro Runde und wurde nach und nach vorn Jean-Eric Vergne (Toro Rosso), Paul di Resta (Force India) und Nico Hülkenberg (Force India) überholt. In der 65. Runde gab er auf. Schuld waren Benzindruckprobleme. „Man kann sich ausrechnen, wo ich unter normalen Bedingungen gelandet wäre“, klagte Schumacher. „Ich hatte das Podium anvisiert, das wurde am Start zunichtegemacht. So was habe ich noch nie erlebt. Wie viel Pech kann man haben?“

Vettel mit kluger Strategie

Dabei hatte das Grand-Prix-Wochenende für den Rekordweltmeister so gut begonnen, am Samstag sorgte er für das erste Ausrufungszeichen. Kein anderer war im Qualifying schneller als der Dreiundvierzigjährige. Und nur drei Fahrer in der Geschichte der Formel 1 waren noch älter, als ihnen dies gelang: Nino Farina schaffte es noch mit 47 im Zeitentraining ganz nach vorne zu fahren (Argentinien 1954), Juan Manuel Fangio war 46 (Argentinien, 1958), Jack Brabham 44 (Spanien 1970).

Doch konnte Schumacher von dieser Leistung am Sonntag nicht profitieren. Weil er vor zwei Wochen in Spanien in das Williams-Heck von Bruno Senna krachte, musste er in Monaco fünf Positionen in der Startaufstellung zurück. Damit stand er immerhin noch vor Vettel, der als Neunter ins Rennen ging.

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Als einziger aus den Top Ten startete der Weltmeister auf der härteren Reifenmischung. Im Zeitentraining war sein Bolide nicht schnell genug, also sollte eine andere Strategie den Weg nach vorne ebnen. Es dauerte dreißig Runden, bis Vettel das Feld für etwa 45 Kilometer anführte. Einer nach dem anderen bog vor ihm zum Service ab, und er blieb einfach auf der Strecke. Dann ließ auch Vettel die Reifen wechseln und kreiste danach auf Platz vier.

McLaren und Ferrari bedenken Protest gegen Red Bull

Er war damit Teil der Spitzengruppe – und doch beinahe handlungsunfähig. Nicht einmal vier Sekunden trennten die ersten fünf Fahrer zehn Runden vor dem Ende, aber niemand von ihnen setzte an zu einer Etappe. Hinzu kam ein weiteres Spannungsmoment: Nieselregen setzte ein. Am Ergebnis änderte auch das nichts. „In den letzten Runden war das kein Fahren am Limit mehr“, sagte Vettel nach dem Rennen. „Du steckst im Verkehr fest und das wars dann.“

McLaren und Ferrari hatten einen Protest gegen Red Bull erwogen. Sie waren der Meinung, dass ein Loch am hinteren Ende des Unterbodens des von Adrian Newey entworfenen Boliden nicht dem Reglement entspricht. Allerdings ist diese Idee nicht erst seit diesem Wochenende Bestandteil des RB8, und die Experten des Internationalen Automobil-Verbandes (Fia) hatten bisher keinen Grund zur Beanstandung.

„Nach dem Rennen in Bahrain gab es ein bisschen Wirbel, aber es war klar, dass das Auto legal war. Wir bemühten uns um weitere Klarstellungen und sind guter Dinge, dass das Auto vollkommen legal ist“, sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Das sahen dann wohl auch die Konkurrenten so. Sie verzichteten auf einen Protest.

Quelle: FAZ.NET

 
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