Der Donnerschlag kam um kurz vor halb drei und er kündigte nicht etwa Bernie Ecclestones Ankunft im Fahrerlager von Hockenheim an. Stattdessen setzte der prompt einsetzende Platzregen das Qualifying zum Großen Preis von Deutschland unter Wasser - ein Sommerregen mit angenehmen Folgen für Sebastian Vettel (Red Bull), Michael Schumacher (Mercedes) und Nico Hülkenberg (Force India). Die drei deutschen Piloten stehen beim Rennen am Sonntag auf den Startplätzen zwei, drei und vier. Die Pole Position eroberte der WM-Führende Fernando Alonso im Ferrari - zwei Wochen nachdem er bei ähnlich widrigen Bedingungen in Silverstone ebenfalls der Qualifikationsschnellste war.
Alonso fordert eine Unterbrechung
Noch vor der Ausfahrt ins dritte Qualifyingsegment hatte Alonso eine Unterbrechung gefordert, ihm war die geflutete Piste nicht geheuer. „Unter den Bedingungen kann man nicht fahren,“ funkte Alonso an die Box. Sebastian Vettel hatte einen anderen Grund zur Klage: „Warum bremst Mark mich, statt mich vorbeiziehen zu lassen?“ In der Tat war der deutsche Weltmeister in seiner vorletzten schnellen Runde auf seinen australischen Teamkollegen aufgelaufen und hatte eine bessere Zeit vertan. In der anschließenden Pressekonferenz unterstellte Vettel Webber keinen Vorsatz: „Ich glaube, Mark hat mich nicht gesehen und konnte mich deshalb vorbeilassen.“ Das Rennen könnte zu einem Duell zwischen Alonso und Weltmeister Vettel werden, der, in der Gesamtwertung 29 Punkte hinter dem Spanier, auf Platz drei liegt.
Webber musste in Hockenheim das Getriebe an seinem Red Bull tauschen und muss wegen des Ersatzteileinsatzes trotz der drittbesten Qualifikationszeit von Platz acht ins Rennen gehen. Michael Schumacher bestätigte seine starke Form im Regen. Für den Sonntag ist allerdings Sonne vorhergesagt. Für seinen Teamkollegen Nico Rosberg droht es trotzdem ein trüber Tag zu werden. Mit der siebzehntschnellsten Zeit und einer Rückstufung um vier Plätze, ebenfalls wegen eines Getriebewechsels, geht Rosberg von Platz 21 aus der vorletzten Startreihe ins Rennen.
1. Fernando Alonso (Spanien) Ferrari 1:40,621
2. Sebastian Vettel (Heppenheim) Red Bull 1:41,026
3. Michael Schumacher (Kerpen) Mercedes 1:42,459
4. Nico Hülkenberg (Emmerich) Force India 1:43,501
5. Pastor Maldonado (Venezuela) Williams 1:43,950
6. Jenson Button (England) McLaren Mercedes 1:44,113
7. Lewis Hamilton (England) McLaren Mercedes 1:44,186
8. Mark Webber (Australien) Red Bull 1:41,496 (+ 5 Plätze/Getriebewechsel)
9. Paul di Resta (Schottland) Force India 1:44,889
10. Kimi Räikkönen (Finnland) Lotus 1:45,81
11. Daniel Ricciardo (Australien) Toro Rosso 1:39,789
12. Sergio Perez (Mexiko) Sauber 1:39,933
13. Kamui Kobayashi (Japan) Sauber 1:39,985
14. Felipe Massa (Brasilien) Ferrari 1:40,212
15. Bruno Senna (Brasilien) Williams 1:40,752
16. Jean-Eric Vergne (Frankreich) Toro Rosso 1:16,741
17. Heikki Kovalainen (Finnland) Caterham 1:17,620
18. Witali Petrow (Russland) Caterham 1:18,531
19. Romain Grosjean (Frankreich) Lotus 1:40,574 (+ 5
Plätze/Getriebewechsel)
20. Charles Pic (Frankreich) Marussia 1:19,220
21. Nico Rosberg (Wiesbaden) Mercedes 1:41,551 (+ 5
Plätze/Getriebewechsel)
22. Timo Glock (Wersau) Marussia 1:19,291
23. Pedro de la Rosa (Spanien) HRT 1:19,912
24. Narain Karthikeyan (Indien) HRT 1:20,230