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Formel-1-Team Ferrari : Sie schrauben Tag und Nacht

  • Aktualisiert am

Gezeichnet: Alonso durfte sich in Abu Dhabi nur vorübergehend über die WM-Führung freuen Bild: dapd

Ferrari und Alonso mobilisieren im Endspurt um den Formel-1-Titel die allerletzten Reserven. In Zusatzschichten schrauben die Mechaniker am F2012, Alonso schiebt Überstunden im Simulator. Kontrahent Vettel bleibt gelassen.

          Für die Jagd im Endspurt der Formel-1-Weltmeisterschaft auf Sebastian Vettel macht Fernando Alonso weiter Überstunden. Nach der Rückkehr vom Formel-1-Spektakel in Abu Dhabi verzichtete der Ferrari-Star auf den geplanten Ruhetag und stieg am Teamsitz in Maranello schon wieder in den Simulator. „Wir haben zehn entscheidende Tage vor uns“, sagte Alonsos oberster Boss Luca di Montezemelo. „Worte zählen nicht. Es liegt an uns, jeden einzelnen Stein umzudrehen.“ Mit zehn Punkten Rückstand auf Titelverteidiger Vettel geht Alonso in die verbleibenden Rennen im texanischen Austin und im brasilianischen Sao Paulo.

          Vettels furiose Fahrt vom letzten Startplatz auf Rang drei in Abu Dhabi zeigte dem Spanier einmal mehr, dass der Deutsche derzeit einfach im besseren und vor allem schnelleren Auto sitzt. „Also müssen wir weiterarbeiten. In Maranello schuften sie Tag und Nacht, um neue Teile zu bauen“, sagte Alonso. „Wir geben unser Maximum, hoffentlich reicht es.“

          Bereits in Abu Dhabi hatte die Ferrari-Crew gleich zweimal nacheinander die vom Weltverband verordnete Sperrstunde durchbrochen und morgens ab vier respektive fünf Uhr am F2012 geschraubt. Bis zum Grand-Prix in Austin in der kommenden Woche werden Alonsos Mechaniker und Ingenieure den Schlaf kaum nachholen können. „Diese Woche wird enorm wichtig für uns“, sagte Teamchef Stefano Domenicali. Er werde versuchen, die Leute in die richtige Richtung zu treiben. Im Kampf um den ersehnten Fahrertitel mobilisieren die Italiener die allerletzten Reserven.

          Fünf Jahre schon wartet Ferrari auf den Titel

          Seit 2007, als Kimi Räikkönen im finalen Rennen triumphierte, wartet Ferrari auf einen Titel. 2008 zerplatzten Felipe Massas Hoffnungen in der letzten Kurve der Saison. Zwei Jahre später entglitt Alonso der schon sicher geglaubte WM-Erfolg durch das Taktikdesaster in Abu Dhabi. Damals musste der stolze Asturier seinem Rivalen Vettel gratulieren. Diesmal will Alonso den Red-Bull-Piloten auf den letzten Kilometern noch abfangen. Und glaubt man Vettels Teamkollege Mark Webber, sollte der deutsche Spitzenreiter alles daran setzen, vorzeitig für die Entscheidung zu sorgen. „Wenn es erst im letzten Rennen um die WM-Krone geht, wird es sehr dramatisch“, sagte der Australier dem hauseigenen Red-Bull-Sender ServusTV am Montagabend.

          In Brasilien brauche Vettel trockenes Wetter: „Er kann im Regen auch fahren, aber im Regen ist Fernando sehr stark. Und in Sao Paolo kann es nass werden.“ Und während Weber eifrig Interviews gab, twitterte Alonso kräftig, um Optimismus unter seinen Fans zu verbreiten. Am späten Montagabend zum Beispiel, als er ein Bild von seinem Lenkrad im Ferrari-Simulator postete und dazu schrieb: „Bin immer noch da.“

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          Sein Kontrahent gönnt sich allerdings auch nur eine kurze Verschnaufpause: Schon am Mittwoch und Donnerstag setzt sich Vettel wieder in der Red-Bull-Fabrik im englischen Milton Keynes in den Simulator, um sich mit der neuen Strecke in Austin vertraut zu machen. „Ich mag neue Rennstrecken, die neue Herausforderung“, erzählte Vettel in einem Interview. In Maranello dürfte die Botschaft angekommen sein „Wir müssen an uns glauben. Wenn jemand das nicht tut, sollte er sich ein anderes Team suchen“, sagte Teamchef Domenicali.

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