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Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Formel 1 Schumacher macht sich keine Illusionen mehr

 ·  Michael Schumacher hat sich mit dem feststehenden Titelverlust notgedrungen abgefunden. Illusionslos nach den vielen Enttäuschungen rechnet sich der abgeschlagene Formel-1-Weltmeister für den Großen Preis von Ungarn keine Siegchance aus.

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Michael Schumacher hat sich mit dem praktisch feststehenden Titelverlust notgedrungen abgefunden. Völlig illusionslos nach den zahlreichen Enttäuschungen rechnet sich der abgeschlagene Formel-1-Weltmeister für den Großen Preis von Ungarn an diesem Wochenende keinerlei Siegchancen aus.

„Es wäre seltsam, plötzlich an einen Leistungssprung zu glauben“, sagte Schumacher. „Vielmehr müssen wir darauf bauen, aus den gegebenen Möglichkeiten das Beste rauszuholen.“ Angesichts der drückenden Überlegenheit von Renault und McLaren-Mercedes wäre für den Ferrari-Star in Budapest beim letzten Rennen vor der kurzen Sommerpause schon ein Podiumsplatz ein Erfolg. Klare Favoriten auf dem nach Monaco langsamstem Kurs im Grand- Prix-Kalender sind der souveräne WM-Spitzenreiter Fernando Alonso und Juan Pablo Montoya. Kimi Räikkönen hat im zweiten Silberpfeil etwas schlechtere Chancen: Der Finne muß wegen seines technisch bedingten Ausfalls auf dem Hockenheimring am Samstag als Erster ins Qualifying und kann deshalb kaum um die Pole Position mitkämpfen. „Das kann bis zu einer Sekunde ausmachen“, rechnete Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug den Nachteil hoch.

Alonso hofft auf weiteren Sieg

Alonso freut sich wie kein Zweiter auf den 13. Saisonlauf am Sonntag (Start: 14 Uhr/RTL, Premiere und im FAZ.NET-Ticker). „Der Hungaroring ist eine meiner absoluten Lieblingsstrecken“, sagte der Renault-Pilot. „Ich hoffe auf einen Sieg.“ Hier hatte er 2003 bei seinem ersten Grand-Prix-Erfolg Schumacher sogar überrundet. Bei der Revanche des Rheinländers im Vorjahr belegte Alonso den dritten Rang. Schumacher denkt nicht im Traum daran, seines Vorjahreserfolg wiederholen zu können. Für ihn geht es in Budapest darum, sich einigermaßen achtbar aus der Affäre zu ziehen und den Rückstand auf die enteilten Rivalen durch kontinuierliche Weiterentwicklung wenigstens etwas zu verringern. „Die Nerven verlieren bringt nichts“, teilte der Kerpener mit. „Wir können uns sicher noch verbessern und möchten schließlich in diesem Jahr noch Rennen gewinnen.“

So sieht es auch Luca di Montezemolo. „Zwischen Hockenheim und Budapest liegen nur wenige Tage und da ist es unrealistisch, einen signifikanten Schritt nach vorne zu machen“, sagte der Ferrari-Chef beim traditionellen Sommertreffen der Mitarbeiter am Firmensitz in Maranello. „Aber ich bin fest davon überzeugt, daß wir, wenn wir gemeinsam mit unseren Freunden von Bridgestone alles geben, bald wieder siegen werden.“

Warnung vor Überheblichkeit

Der sechsmalige Saisonsieger Alonso kann dagegen völlig entspannt auf dem 4,381 Kilometer langen Berg-und-Tal-Kurs antreten. „Wir sind in einer sehr guten Position, denn selbst wenn es nicht so gut läuft, werde ich an der Spitze bleiben“, verwies Alonso (87 Punkte) auf seinen Vorsprung von 36 Punkten auf Räikkönen (51). Der Gesamtdritte Schumacher (47) liegt bereits 40 Zähler zurück. Bei sieben ausstehenden Rennen würden dem 23jährigen selbst im äußerst unwahrscheinlichen Fall von sieben Räikkönen-Siegen jeweils vierte Ränge reichen, um sich zum jüngsten Formel-1-Champion zu krönen.

„Wir können uns noch nicht entspannt zurücklehnen. Dafür sind es noch zu viele Grand Prix“, warnte Alonso dennoch vor Überheblichkeit. Bei den Silbernen herrscht zwangsläufig Realismus, zumal der Hungaroring als Renault-Strecke gilt. „Renault wird dort stark sein. Ich sehe uns nicht als Favoriten“, meinte Haug, obwohl der McLaren- Mercedes momentan das Maß aller Dinge ist. Räikkönen scheint jedenfalls resigniert zu haben: „Mathematisch habe ich noch eine WM- Chance, aber das ist eher unwahrscheinlich.“ Der Finne konzentriert sich mehr auf den Gewinn der Konstrukteurswertung, was bei 22 Punkten Rückstand auf Renault schwierig genug wird.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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