Die Nummer zwei im Rennstall war zumindest am Samstagnachmittag in Yeongam die Nummer eins. Mark Webber (Red Bull) geht beim Großen Preis von Suzuka an diesem Sonntag (Start: 8 Uhr MESZ / Live im Formel-1-Ticker bei FAZ.NET) von der Pole Position ins Rennen, Teamkollege Sebastian Vettel steht neben ihm in der ersten Reihe.
„Wir sind in einer tollen Position, und ich glaube, dass unser Auto im Rennen noch ein bisschen schneller sein kann“, sagte der Deutsche. Kaum war der Fünfundzwanzigjährige aus seinem Boliden ausgestiegen, schickte er also schon wieder so etwas wie eine Kampfansage an den WM-Führenden Fernando Alonso (4.).
Dabei schöpfen auch die Verantwortlichen von Ferrari Hoffnung aus dem Ergebnis des Zeitentrainings: „Wir haben den Abstand schon verringern können. Als Fahrer bist du natürlich nie zufrieden mit dem Auto, aber das muss auch so sein. Es ist mit Sicherheit alles möglich im Rennen“, sagte Teamchef Stefano Domenicali. Auch Chefpilot Alonso ist optimistisch: „Red Bull hat das bessere Auto, aber wir haben das bessere Team.“
Noch fünf Rennen bis zum Saisonende und vier Punkte trennen Alonso und Vettel in der Gesamtwertung – die Schlussphase dieser Saison in der Formel 1 verspricht Spannung bis zum Schluss. Schon das Qualifying in Yeongam war in den letzten Minuten dramatisch. Vettel galt das gesamte Wochenende über als der große Favorit, doch dann schob sich Webber nach vorne.
Als der Deutsche kontern wollte, kam ihm Felipe Massa (Ferrari) in die Quere, und Vettel musste kurz das Gaspedal lupfen. Als er über die Ziellinie fuhr, sagte sein Renningenieur Guillaume Roquelin: „Du bist Zweiter, die letzte Runde war nicht gut genug.“ Die Antwort von Vettel: „Warum hast du mir das mit Massa nicht gesagt?“ Roquelin: „Was hätte ich denn sagen sollen?“ Gespräch beendet.
„Wir brauchen nicht mehr drüber reden, sondern müssen uns auf morgen konzentrieren“, sagte Vettel später. Der zweite Startplatz gehörte nicht zum seinem Plan an diesem Wochenende.
„Sebastian hat nicht alle Sektoren zusammenbekommen, hat im ersten Sektor ein bisschen Zeit weggegeben. Mark hat eine Superrunde hingelegt. Die beiden fahren schon noch gegeneinander, aber sie wissen, was sie für das Team tun müssen und für die Konstrukteurs-WM“, sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Immerhin steht Vettel vor all seinen WM-Konkurrenten: Lewis Hamilton (McLaren) wurde Dritter, Alonso Vierter, Kimi Räikkönen (Lotus) Fünfter.
Neben ihm gehen drei weitere Deutsche aus den ersten fünf Startreihen in den Grand Prix: Nico Hülkenberg (8.) im Force India, Nico Rosberg (9.) und Michael Schumacher (10.) im Mercedes. „Das ist das Maximum für uns gewesen“, sagte der Rekordweltmeister. „Top Ten ist schon mal ein kleiner Schritt nach vorne, aber sicher nicht das, was wir von uns erwarten.“
Beinahe wäre Schumacher vor seiner letzten schnellen Runde in der Boxengasse mit Hamilton zusammengestoßen. Der Brite war schon auf dem Weg auf die Strecke, als die Mechaniker auch Schumacher aus der Garage ließen und ihn damit in Gefahr brachten. Später konnten beide über diese Situation lachen. „Zum Glück sind die Boxengassen ja breit genug. Er hat mich gesehen und die richtige Linie gewählt. Sorry dafür“, sagte Schumacher. Die Rennkommissare taten die Beinahe-Kollision nicht so einfach ab - Mercedes muss 10.000 Euro Strafe zahlen
1. Startreihe:
1. Mark Webber (Australien) Red Bull 1:37,242
2. Sebastian Vettel (Heppenheim) Red Bull 1:37,316
2. Startreihe:
3. Lewis Hamilton (England) McLaren Mercedes 1:37,469
4. Fernando Alonso (Spanien) Ferrari 1:37,534
3. Startreihe:
5. Kimi Räikkönen (Finnland) Lotus 1:37,625
6. Felipe Massa (Brasilien) Ferrari 1:37,884
4. Startreihe:
7. Romain Grosjean (Frankreich) Lotus 1:37,934
8. Nico Hülkenberg (Emmerich) Force India 1:38,266
5. Startreihe:
9. Nico Rosberg (Wiesbaden) Mercedes 1:38,361
10. Michael Schumacher (Kerpen) Mercedes 1:38,513
6. Startreihe:
11. Jenson Button (England) McLaren Mercedes 1:38,441
12. Sergio Perez (Mexiko) Sauber 1:38,460
7. Startreihe:
13. Kamui Kobayashi (Japan) Sauber 1:38,594
14. Paul di Resta (Schottland) Force India 1:38,643
8. Startreihe:
15. Pastor Maldonado (Venezuela) Williams 1:38,725
16. Daniel Ricciardo (Australien) Toro Rosso 1:39,084
9. Startreihe:
17. Jean-Eric Vergne (Frankreich) Toro Rosso 1:39,340
18. Bruno Senna (Brasilien) Williams 1:39,443
10. Startreihe:
19. Witali Petrow (Russland) Caterham 1:40,207
20. Heikki Kovalainen (Finnland) Caterham 1:40,333
11. Startreihe:
21. Timo Glock (Wersau) Marussia 1:41,371
22. Pedro de la Rosa (Spanien) HRT 1:42,881
12. Startreihe:
23. Narain Karthikeyan (Indien) HRT -
24. Charles Pic (Frankreich) Marussia 1:41,317 + 10 Plätze/Getriebewechsel