Die Frage gehört zum Standard: Wird es einen achten Sieger im achten Grand Prix dieser Formel-1-Saison geben? Das ist möglich. Obwohl Sebastian Vettel am Samstag beim Qualifikationstraining zum Großen Preis von Europa in Valencia die Konkurrenz düpierte.
Im dritten Durchgang fuhr der Hesse in seinem Red Bull bei seinem einzigen Versuch gut 0,3 Sekunden schneller als McLaren-Pilot Lewis Hamilton und sicherte sich seine 33. Pole Position. Pastor Maldonado (Williams) wurde Dritter. Aber Vettel bewertete seine bewunderte Tour zu Startplatz eins nicht mehr so hoch wie früher: „Die Pole ist eine gute Voraussetzung für einen Sieg, aber vielleicht nicht mehr ganz so wichtig. Es wird ein hartes Rennen, und es ist sehr schwer, einen Trend vorherzusagen.“
Die für Sonntag angekündigte Hitze wird den Teams und ihren Reifen zusetzen. Oder manchen Hintermann des Trios beschleunigen. Der Vierte des Tages, Romain Grosjean (Lotus), gilt als chancenreicher Kandidat. In Kanada raste er dank einer klugen Taktik von Startplatz sieben auf Position zwei. „Auf Lotus müssen wir schauen“, fügte Vettel hinzu. Denn auf heißem Asphalt läuft der Renner des Genfers. Käme er als Erster ins Ziel, Grosjean wäre der achte Sieger der Saison.
Michael Schumacher (Mercedes) wird es wohl nicht werden. Weil der Rheinländer in der letzten Kurve um eine Nuance den Scheitelpunkt verpasste, schied er schon im zweiten Durchgang aus, geschlagen von seinem Teamkollegen Nico Rosberg (6.), zurückgeworfen auch hinter Nico Hülkenberg (8./Force India): Als Zwölften trennten den Dreiundvierzigjährigen nicht einmal 0,3 Sekunden vom Schnellsten in dieser Phase.
Der Rekordweltmeister aber befindet sich in guter Gesellschaft. Ferrari-Star Fernando Alonso steht nur einen Platz vor ihm. Ob Timo Glock mitfahren kann, ist fraglich. Wegen einer Magenverstimmung verzichtete er nach Angaben seines Teams Marussia am Samstagnachmittag auf einen Versuch.