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Formel-1-Qualifikation Der Regen spült Hamilton nach vorne

 ·  In Belgien geht der Brite Hamilton vor Weltmeister Vettel ins Rennen. Doch das Wetter verspricht Spannung. Der Wechsel von nasser zu trockener Piste und umgekehrt ist vorhergesagt.

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© AFP Vergrößern Britische Bedingungen in Belgien: Hamilton nutzt die Gunst der letzten Runde

Der Letzte wird der Erste sein: Das ist nicht unbedingt das Motto der Formel 1. Aber am Samstag erfüllte sich diese Prognose: Lewis Hamilton sauste beim Qualifikationstraining zum Großen Preis von Belgien an diesem Sonntag (Start: 14 Uhr MESZ bei Sky und RTL und im Liveticker bei FAZ.NET) auf die Pole Position. Und lachte sich vor Freude ins Fäustchen. Denn dieser Sprung mit seinem Mercedes an die Spitze auf den allerletzten Drücker war die Folge eines strategischen Coups, eine erstklassige Reaktion auf die Laune der Natur im Hohen Venn.

Als Minuten vor dem Ende des Startplatzrennens der Wind die Regenwolken davonschob und die Strecke trocknete, fielen die Rundenzeiten wie im Herbststurm die Blätter vom Baum. Als alle Welt dachte, der Schotte Paul Di Resta (Force India) sei unter den schwierigen Bedingungen dank einer klugen Taktik zu seiner ersten Pole Position gekommen, da näherte sich ein Quartett dem Ziel, die letzten Vier des Wettlaufs: Erst verdrängte Nico Rosberg (Mercedes) Di Resta, dann rückte Mark Webber im Red Bull nach vorne, bevor Teamkollege Sebastian Vettel an die Spitze fuhr. Das letzte Wort auf der Piste aber hatte Hamilton - und deshalb auch das erste auf der Pressekonferenz: „Ja, ich verstand es zunächst nicht, als ich sah, dass ich ein paar Sekunden unter der Bestzeit lag. Ich habe dann weiter Druck gemacht. Die Strecke ist schnell abgetrocknet. Davon habe ich profitiert.“

Hamilton setzte damit die Dominanz von Mercedes beim Sprint fort. In Spa gelang ihm die vierte Pole Position in Serie, es ist seit Mitte April die achte für die Silberpfeile - bei neun Versuchen.

Vettel schaute etwas missmutig drein. Er mag es nicht, geschlagen zu werden, schon gar nicht so knapp (0,188 Sekunden). „Wenn es so schnell abtrocknet, dann weiß man auf der ersten Runde nicht, wie weit man gehen kann. Vielleicht ist es einfacher, wenn man ein Auto vor sich hat“, sagte der dreimalige Weltmeister mit Blick auf Hamiltons Tour. „Aber insgesamt bin ich zufrieden.“

Gemischte Verhältnisse

Denn die beiden anderen Konkurrenten im Kampf um den Titel landeten weit hinter ihm. Kimi Räikkönen (Lotus), 38 Punkte in der Fahrerwertung hinter dem führenden Vettel liegend, wurde Achter. Fernando Alonso im Ferrari (39) nur Neunter. Sie hoffen wie Nico Hülkenberg (Sauber/11.) und Adrian Sutil (Force India/12.) auf die nächste Wetterkapriole. Vettel mimte den Meteorologen: „Die Aussichten für morgen versprechen ein turbulentes Rennen.“ Nämlich den Wechsel von nasser zu trockener Piste und umgekehrt. „Dann wird es darauf ankommen“, fügte Vettel hinzu, „wer zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Funkspruch kriegt.“ Oder wer bei der Abstimmung der Boliden, sie dürfen nach dem Qualifying nur noch geringfügig justiert werden, die beste Lösung fand: „Wir gehen davon aus, dass es am Sonntag auch gemischte Verhältnisse geben wird. Deshalb sind wir einen Kompromiss eingegangen“, verriet Mercedes-Teamchef Ross Brawn.

Mit weicheren Dämpfern und Federn sowie einem höher gesetzten Chassis lässt sich schneller durch den Regen fahren. Der Regen war ein kleiner Segen für die Silberpfeil-Crew. Ohne den Niederschlag hätten sie wohl auf dem Trockenen gesessen: „Wir haben hier Schwierigkeiten, bei Front- und Hinterreifen gleichzeitig das Haftungsmaximum zu entwickeln“, hatte Brawn nach dem dritten Training erzählt: Hamilton war Zwölfter geworden.

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