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Max Verstappen : „Ich war wütend“

  • Aktualisiert am

„Die Worte waren nicht korrekt“: Max Verstappen. Bild: AFP

Formel-1-Jungstar Max Verstappen spricht über sein Überholmanöver von Austin und die Strafe dafür. Sebastian Vettel zieht schon einmal ein Saisonfazit. Und Lewis Hamilton lässt es ganz gelassen angehen.

          Red-Bull-Pilot Max Verstappen hat sich nun doch für seine Wortwahl nach seiner Strafversetzung beim Großen Preis der Vereinigten Staaten entschuldigt. „Meine Bemerkungen wurden in der Hitze des Augenblicks gemacht. Ich weiß, dass die Worte, die ich verwendet habe, unangemessen waren und sie sich nicht an eine Person richteten“, schrieb das Formel-1-Talent vor dem Renn-Wochenende in Mexiko bei Instagram. Der zweimalige Grand-Prix-Sieger hatte am vergangenen Sonntag in Austin kurz vor dem Ziel Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen spektakulär überholt und war auf Platz drei gefahren. Die vier Rennkommissare sahen einen Regelverstoß und belegten ihn mit einer Fünf-Sekunden-Strafe, durch die er wieder hinter Räikkönen rutschte.

          Unter anderem bezeichnete er die Stewards anschließend als „Idioten“. Am Donnerstag hatte Verstappen in Mexiko-Stadt seine Art und Weise noch als „nicht korrekt“ bezeichnet, sich aber nicht explizit entschuldigt. Inhaltlich war er bei seiner Kritik geblieben. „Ich wollte sicher nicht beleidigen, und ich hoffe, dass wir dieses Rennwochenende weiterfahren und genießen können“, schrieb er nun. Wegen der Diskussionen war Renndirektor Charlie Whiting in Mexiko-Stadt vor die Medien gegangen, um die Strafe gegen Verstappen noch einmal zu begründen. Zu Verstappens Verhalten hatte er gesagt: „Es wäre nett gewesen, wenn er sich entschuldigt hätte.“ Ob der Red-Bull-Fahrer wegen seiner Verbal-Ausfälle noch bestraft werden könnte, hatte er offengelassen.

          Vettel zog derweil nach dem für ihn schon fast verlorenen WM-Kampf mit Lewis Hamilton in Mexiko-Stadt schon einmal Bilanz. Der britische Mercedes-Pilot gönnte sich indes einen Spaß und spazierte mit einem Sombrero durch das Formel-1-Fahrerlager. „Insgesamt war es ein sehr gutes Jahr. Niemand hat erwartet, dass wir so stark werden. Niemand hat uns so stark Mitte der Saison erwartet. Das ist positiv“, sagte Ferrari-Pilot Vettel am Donnerstag vor dem Grand-Prix-Wochenende mit dem Rennen am Sonntag (20.00 Uhr MEZ im F.A.Z.-Liveticker zur Formel 1, bei RTL und Sky). „Wir müssen den Weg fortsetzen.“

          Es sei „bitter“, dass bei den Rennen, bei denen Ferrari „die Chance hatte zu kämpfen“, die Scuderia dazu nicht in der Lage war, sagte der viermalige Champion weiter und spielte auf die pannenreichen Asien-Wochen mit seinem Startcrash in Singapur und den Technik-Pleiten in Malaysia und Japan an. Wegen der Schwächephase verlor Ferrari schon in der vergangenen Woche beim Rennen in Austin die Konstrukteurs-Wertung an Mercedes. Ganz will Vettel den Fahrer-Titel aber noch nicht abschreiben, auch wenn die Wahrscheinlichkeit gegen Null geht. „Es ist nicht vorbei. Es liegt nicht so sehr in unseren Händen, wie wir es gerne hätten, aber wir wollen die letzten drei Rennen gewinnen“, meinte der Heppenheimer.

          Hamilton konnte sich indes gelassen in Mexiko geben. Selbst wenn Vettel am Sonntag gewinnen sollte, würde dem 32 Jahre alten Briten ein fünfter Platz zum vierten Titel nach 2008, 2014 und 2015 genügen. Nach der Sommerpause gaben der Deutsche und die Scuderia einen 14-Punkte-Vorsprung aus der Hand. Vor dem drittletzten Saisonlauf liegt Vettel nun 66 Punkte hinter Hamilton. Vettel hatte zuletzt im Juli in Ungarn gesiegt. Seitdem entschied Hamilton fünf von sechs Rennen für sich.

          „Er hat sich seit der Sommerpause immer weiter gesteigert“, lobte Valtteri Bottas seinen Mercedes-Teamkollegen. „Er verdient alle Anerkennung für seine Ergebnisse in diesem Jahr.“ Und das Autódromo Hermanos Rodríguez scheint den Silbernen zu liegen. Seit der Rückkehr in den Formel-1-Kalender vor zwei Jahren siegte zunächst Nico Rosberg vor Hamilton, 2016 lag der Brite vor dem späteren Weltmeister und Teamkollegen.

          „Ein starker Anführer“

          Sebastian Vettel hat sich eindeutiger denn je für einen Verbleib von Maurizio Arrivabene als Teamchef bei Ferrari ausgesprochen. Vor dem Großen Preis von Mexiko an diesem Sonntag in Mexiko-Stadt sagte der viermalige Formel-1-Weltmeister, Arrivabene sei die entscheidende Person, die Ferrari aus der „miserablen Verfassung“ geführt habe, in dem sich das Team 2014 befunden habe. „Ich glaube, dass er der richtige Mann ist, er ist ein sehr starker Anführer, er genießt hohes Ansehen bei allen, gleich, auf welcher Firmenebene. Ich bin ein Fan.“ Vettel liegt in der Fahrer-Weltmeisterschaft 66 Punkte hinter Lewis Hamilton zurück, der mit seinem Mercedes-Team am vergangenen Sonntag in Austin bereits die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft gewonnen hatte, und hat nur noch theoretische Chancen auf den Titel.

          Vettel müsste in Mexiko mindestens 17 Punkte aufholen, um sie zu erhalten – bei einem Sieg Vettels genügte Hamilton ein fünfter Platz für den Titel. Angesichts der Ausfälle und technischen Probleme bei den Asien-Rennen war über eine Ablösung Arrivabenes durch Ferrari-Präsident Marchionne spekuliert worden. Am Rande des Rennens in Austin, als Vettel chancenlos gegen Hamilton war, hatte Marchionne gesagt: „Es wird eine Änderung geben innerhalb der Organisation. Ansonsten stehen wir gut da, wir müssen nichts überstürzen. Ich denke nicht, dass man alles auf einen Menschen reduzieren kann.“ (chwb.)

          Quelle: tora./dpa

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