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Aktualisiert: 02.05.2017, 12:30 Uhr

Kommentar Die Formel 1 ist Putins Bühne

Wladimir Putin und seine Regierung investieren Jahr für Jahr Dutzend Millionen in die Formel 1 in Sotschi. Also sind dort auch die größten Auftritte nicht für die Fahrer vorgesehen.

von , Sotschi
© AFP Auch Sieger Valtteri Bottas (links) musste zum Rapport bei Wladimir Putin.

Auch bei der vierten Ausgabe der Formula din, der Formel 1 à la russe in Sotschi, auf dem Lieblingsspielplatz von Wladimir Putin, bat Russlands Präsident die drei besten Fahrer zum Rapport: Valtteri Bottas, Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen nahm Putin vor der Siegerehrung in Empfang – betrat dann aber selbst als Erster die Freiluftbühne für die Siegerehrung und ließ sich vom Publikum einige Augenblicke huldigen, während die Fahrer warteten.

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Es sind diese Momente, für die Putin und seine Regierung in die Formel 1 investieren, einige Dutzend Millionen Jahr für Jahr. Mit einigem Stolz haben die Rennorganisatoren dieses Jahr darauf verwiesen, eine Bank als Sponsor gefunden zu haben. Das Institut ist zu überwiegenden Teilen in Staatsbesitz.

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Mit den neuen Vermarktern der Rennserie hat sich am Auftritt des Großen Preises von Russland nichts geändert. Der Amerikaner Chase Carey machte bei den inszenierten Auftritten russischer Politiker, etwa jenem des für die Sportstätten von Sotschi zuständigen Vizeministerpräsidenten Dmitrij Kosak, keine glückliche Figur. Weder Kosak noch Carey ließen Fragen internationaler Journalisten zu. Derweil verbrachte der eng mit Putin verbandelte russische Oligarch Boris Rotenberg das gesamte Wochenende an der Rennstrecke, begleitet von diversen Bodyguards und dem früheren Formel-1-Fahrer Witali Petrow. Rotenberg gibt sich als spendabler Förderer des russischen Motorsportnachwuchses.

Wieder und wieder ließ er sich vom von ihm alimentierten Renault-Piloten Sergej Sirotkin in aller Öffentlichkeit die Lage der Dinge schildern – dabei hatte die sich seit Freitagmittag kaum geändert: Da war Sirotkin im ersten freien Training nach zehn Minuten aufgrund eines Defekts am Auto ausgerollt. Damit war Sirotkins Arbeitszeit um, Stammkraft Nico Hülkenberg übernahm. Petrows Aufgabe war es, bei Rotenbergs Besuchen im Fahrerlager ein ums andere Mal, das Wirken des Gönners mit der Smartphone-Kamera festzuhalten. So ist das mit der Formel 1 in Russland: Die größten Auftritte sind nicht für die Fahrer vorgesehen.

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