Für Michael Schumacher hat die Grand-Prix- Woche in Monaco mit einer bitteren Enttäuschung begonnen. Der Formel- 1-Rekordchampion verlor das erste Duell mit seinem WM-Widersacher Fernando Alonso in dem Steuer- und Spielerparadies klar. Der Ferrari- Star blieb am Donnerstag in Monte Carlo in beiden Trainingseinheiten jeweils hinter dem spanischen Weltmeister und wirkte hinterher ungewohnt ratlos: „Wir sind einfach zu langsam, und wir wissen nicht, warum. Wir müssen jetzt erst einmal die Daten analysieren“, sagte er.
Stichtag: 10. September
Für mehr Wirbel sorgte Schumacher abseits der Strecke einen Tag zuvor. Mit einer überraschenden Termin-Korrektur heizte er die Spekulationen um seine Formel-1-Zukunft neu an. Er kündigte an, schon beim Ferrari-Heimrennen im September in Monza die Frage nach der Fortsetzung seiner Karriere zu beantworten. Vor knapp zwei Wochen hatte Schumacher beim Großen Preis von Spanien in Barcelona noch versichert, „erst am Saisonende“ das große Geheimnis lüften zu wollen. Der 37 Jahre alte Rennfahrer folgt damit dem Wunsch seines Teamchefs und Freundes Jean Todt, der beim Großen Preis von Italien am 10. September die Fahrerpaarung für 2007 bekannt geben will.
„Das war ein Verständnisproblem“, rechtfertigte Schumacher am Mittwoch seinen Rückzieher und kam bei der Begründung des angeblichen Mißverständnisses gewaltig ins Schleudern. Er und Todt hätten über das Saisonende gesprochen. „Aber mein Gott, Monza ist nicht so weit weg vom Saisonende“, sagte der Kerpener vor dem Großen Preis von Monaco am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Premiere).
Gegenwart sah trübe aus
Seit Monaten wird spekuliert, ob Schumacher seinen auslaufenden Vertrag bei Ferrari verlängert oder seine einmalige Karriere beendet. Monza als Schauplatz für die Verkündung kann als Indiz dafür gewertet werden, daß der siebenmalige Weltmeister mindestens noch ein Jahr dranhängt. Denn daß ausgerechnet beim wichtigsten Rennen der Ferraristi das Ende dieser Erfolgsstory mitgeteilt werden könnte, erscheint aus vielerlei Gründen äußerst unwahrscheinlich. Als sicher gilt, daß dort der finnische McLaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen als Zugang für 2007 vorgestellt wird.
Die Gegenwart sah für Schumacher am ersten Tag in Monaco trübe aus. Er hoffte in dem prestigeträchtigsten Formel-1-Rennen auf eine schnelle Wende im Titelrennen. Doch schon in der ersten Übungseinheit am Vormittag lag der 37 Jahre alte Kerpener hinter dem 13 Jahre jüngeren WM-Spitzenreiter. In 1:16,973 Minuten fuhr Schumacher die viertbeste Zeit und war damit 0,231 Sekunden langsamer als der Trainingsschnellste Alonso im Renault (1:16,713). In der zweiten Trainingssession zum Klassiker wurde es für den fünffachen Monaco- Sieger Schumacher ganz bitter: Während Alonso in 1:16,221 Minuten auf Platz vier fuhr, landete Schumacher mit 1,382 Sekunden Rückstand nur auf dem 15. Rang.