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Rennen in Amerika : Glamour und Spektakel für die Formel 1

Bei der Formel 1 in den Vereinigten Staaten gab es nicht immer nur Sonnenschein. Bild: AFP

Die Formel 1 in Amerika, das ist eine lange und schmerzhafte Geschichte. Mit den neuen Besitzern soll der Erfolg zurückkehren. Und ausgerechnet derzeit stehen die Chancen gut wie selten.

          Es ist Texas, hier geht es nicht ohne. Also steht der eine Bulle am Eingang zum Fahrerlager und wartet auf Kundschaft. Der andere bewegt sich durch das Fahrerlager. Auf dem einen, dem mechanischen, kann Rodeo gespielt werden. Der andere ist aus Fleisch und Blut, ganz Mensch, im Kostüm des Maskottchens der Longhorns, der Footballmannschaft der University of Texas. Das Maskottchen macht Mätzchen. Siegerposen, bullenstark, für die Kamera. Verschwindet, logisch, in die Red-Bull-Garage, wo sie gleich losgelassen werden, die Pferdestärken, die Piloten. Der junge Max Verstappen, Daniel Ricciardo aus Australien, ein Tor weiter Vettel im Ferrari, und auf der anderen Seite Lewis Hamilton in seinem Mercedes. Die Formel 1 ist in Texas, zum sechsten Mal auf dem Circuit of the Americas in Austin.

          Die Formel 1 in Amerika, das ist eine lange, schwierige, oft schmerzhafte Geschichte. Nirgends ist die Serie so abgeflogen wie hier, abgeflogen wie ein Möchtegern-Rodeoreiter vom mechanischen Bullen. Vor dem Rennen in Austin an diesem Sonntag (21.00 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Formel 1, bei RTL und Sky) wurden sie wieder ausgepackt, die Fehlschläge von einst: der Skandal von Indianapolis 2005, als die Reifen des Herstellers Michelin als zu unsicher galten und nur sechs Autos ins Rennen gingen. Die Geschichten vom Rennen auf dem Parkplatz des Caesar’s Palace in Las Vegas in den frühen Achtzigern und die Geschichte vom Rennen in Phoenix, Arizona, zehn Jahre später. Angeblich besuchten an jenem Sonntag mehr Zuschauer ein Straußenrennen in der Stadt als den Großen Preis der Vereinigten Staaten.

          Doch der Wind hat sich gedreht: Die Formel 1 ist amerikanisch, seit der Milliardär John C. Malone mit seiner Liberty Media Gruppe vergangenes Jahr die Rechte von CVC erworben hat. Seit Chase Carey im Winter Bernie Ecclestone hinauskomplimentiert und als Chef im Ring abgelöst hat. Auch Ecclestone hatte schon über Jahre versucht, ein weiteres Rennen in Amerika auf die Beine zu stellen. Immer wieder hieß es, alsbald würde die Serie in New Jersey am Ufer des Hudson River starten, mit Manhattans Skyline im Hintergrund. The greatest show on earth. Zustande gekommen ist sie bis heute nicht. Auch Carey hatte im Winter angekündigt, aus den Formel-1-Rennen „Super Bowls“ zu machen, ein Event, das sich über eine Woche zieht und „die ganze Stadt einnimmt“. Vor dem Rennen in Austin sagte Carey, in den Vereinigten Staaten kratze die Formel 1 bislang „nur an der Oberfläche“. Nirgends sei das Wachstumspotential größer, verkündete Carey in einem Interview mit dem amerikanischen Sender ESPN.

          Auch das gibt es in Austin: Justin Timberlake bei einem Konzert am Tag vor dem Rennen.
          Auch das gibt es in Austin: Justin Timberlake bei einem Konzert am Tag vor dem Rennen. : Bild: AFP

          In Austin, wo die Veranstalter im vergangenen Jahr knapp 270.000 Zuschauer über das Rennwochenende zählten, werden die Piloten wieder gefragt, wo sie gerne Gas geben würden. „Miami“, sagt der Deutsche Nico Hülkenberg, bei Renault angestellt. Weil es „cool und spektakulär“ wäre. Romain Grosjean, Fahrer beim amerikanischen Haas-Team, denkt an die Strecke in Laguna Seca, sein Teamkollege, der Däne Magnussen, an Watkins Glen, wo die Formel 1 bis 1980 fast zwanzig Jahre lang startete. Fernando Alonso nennt Indianapolis. Der Spanier, der seinen Vertrag bei McLaren verlängert, ist im Mai bei den 500 Meilen von Indianapolis gestartet, führte das Rennen bis zu einem Motorschaden an, schwärmt von der Fahrerparade vor 300.000 Zuschauern. „Die Formel 1 ist nur eine Motorsportserie. Ja, wir sind alle stolz, Formel-1-Piloten zu sein, träumen davon von Kindertagen an, aber es gibt andere Serien, die ebenso gut sind.“

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