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Formel 1 Hülkenberg fährt Sauber

 ·  Nico Hülkenberg macht den nächsten Schritt auf seiner Karriere-Leiter. Nach nur zwei kompletten Formel-1-Jahren wechselt er von Force India zum Sauber-Team.

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© dpa Vergrößern Abschied: Nico Hülkenberg fährt künftig Sauber

Nico Hülkenberg lächelt, wenn er an das kommende Jahr denkt: und er schweigt. Noch. Dabei ist es längst beschlossen. Nach Informationen dieser Zeitung hat der 25 Jahre alte Formel-1-Pilot aus Emmerich einen Vertrag beim Team Sauber unterzeichnet. Er wird von 2013 an für die Schweizer fahren. Zwar wollten weder Pilot noch Rennstall den Wechsel bestätigen. Aber das scheint an Hülkenbergs gegenwärtigem Arbeitgeber Force India zu liegen. Die Inder zögern die Bekanntgabe bis nach dem Grand Prix in Indien Ende Oktober hinaus. Um dann ihrerseits die Nachfolge Hülkenbergs präsentieren zu können.

Dem Deutschen werden sie mit einem weinenden Auge hinterherschauen. Ein zweites Jahr in einem Mittelklasseboliden nach der Zwangspause 2011 hat ihm genügt, um der Branche zu zeigen, dass er zu den Rennfahrern mit sehr guter Perspektive gehört. Die Sauber-Strategen unter der neuen Chefin Monisha Kaltenborn konnten sich am Sonntag in Südkorea von der Qualität ihres Neuen überzeugen.

Fehlerlose Leistung

Millisekunden – mehr Zeit blieb Hülkenberg in Yeongam nicht, um im Cockpit eine Entscheidung mit spektakulären Folgen zu treffen: Rechts vorbei? Links vorbei? Runter vom Gas – oder voll drauf? Als vor den Augen Hülkenbergs Lewis Hamilton im McLaren und Romain Grosjean (Lotus) miteinander kämpften, raste der Deutsche in ihrem Windschatten, analysierte die Situation und beschloss, gleich an beiden vorbei zu ziehen: „Ich hatte ein großes Lächeln im Gesicht und habe unterm Helm gejubelt, als hätte ich gerade ein Rennen gewonnen.“ Hülkenberg wurde Sechster, das war gleichzeitig das beste Resultat eines von einem Mercedes-Motor angetriebenen Boliden. Weder McLaren noch die Silberpfeile konnten mithalten. Hülkenberg bot eine fehlerlose Leistung.

Lange vor diesem Rennwochenende ist Teamchefs der Formel 1 bewusst geworden, dass man mit Hülkenberg gut über die Runden kommt. Manch einer sah den Rheinländer 2013 sogar in einem Ferrari. „Es ist gut“, antwortete Hülkenberg, „ mit Ferrari in Verbindung gebracht zu werden.“ Und es war auch gut für das Selbstbewusstsein, ein ernsthaftes Interesse der Italiener festzustellen. Sie halten aber noch einmal an dem Brasilianer Felipe Massa fest.

Neue Kontinuität?

Mit einem Engagement bei Sauber könnte nun Kontinuität Einzug halten in der Karriere von Hülkenberg. 2010 debütierte er für Williams, musste aber nach der Saison trotz einer Pole-Position in Brasilien wieder aussteigen. Beim Spiel Geld gegen Talent hatten sich mehrere Millionen Argumente des Nachfolgers Pastor Maldonado, die Mitgift eines Sponsors aus seiner Heimat Venezuela durchgesetzt. Hülkenberg wechselte als Testfahrer zu Force India, ersetzte dort zu Beginn dieses Jahres Adrian Sutil als Stammpilot und gewann an Profil.

Nach sechzehn Rennen dieser Saison führt er im internen Duell mit seinem Teamkollegen Paul di Resta (45:44 Punkte). Beide sausen Mercedes vor der Nase her. Trotzdem erscheinen die Aussichten bei Force India nicht verlockend. Es gibt Gerüchte, beide Fahrer seien unregelmäßig bezahlt worden. Außerdem soll ein Gericht in Hyderabad gegen den Mitbesitzer des Teams, Vija Mallya, Haftbefehl erlassen haben. Demnach wird Mallya zur Last gelegt, bei Geschäften mit seiner Fluglinie Kingfisher-Airlines ungedeckte Schecks in Höhe von zwei Millionen Euro ausgestellt zu haben. Ob der Rennstall davon betroffen wird? Der Frage blickt Hülkenberg gelassen entgegen. Der Mensch macht sich unabhängig. Mit Erfolg.

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