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Formel 1 : Bereit für die kompromisslose Verstappen-Story

  • -Aktualisiert am

Selbstbewusst und siegesgewiss: Max Verstappen ist der Mann der Zukunft Bild: AFP

Für diese WM ist der Geheimfavorit zu spät aufgewacht. Doch Red Bull hat inzwischen das schnellste Auto der Formel 1: In die kommende Saison geht Verstappen als Favorit.

          Hätte diese Weltmeisterschaft mit dem Rennen in Malaysia begonnen, dann würde jetzt Max Verstappen mit 80 Punkten vor Lewis Hamilton (70), Valtteri Bottas (50) und Sebastian Vettel (42) führen. Red Bull läge mit 110 Zählern auf Platz zwei hinter Mercedes (120) und vor Ferrari (82). Und das trotz zwei Ausfällen von Daniel Ricciardo wegen Motorproblemen. Die Momentaufnahme der letzten vier Rennen zeigt, wer derzeit das schnellste Auto im Feld hat. Max Verstappen gewann in Malaysia und Mexiko überlegen, hielt sich in Japan auf Schlagdistanz zu Lewis Hamilton und hätte dem neuen Weltmeister in Austin einen anstrengenderen Nachmittag verschafft, hätte er nicht wegen einer Motorstrafe vom Platz 16 starten müssen. Kein Zweifel: Red Bull ist das Team der Stunde.

          Für diese WM ist der Geheimfavorit ein bisschen zu spät aufgewacht. Das Team startete mit einem Rückstand von 1,5 Sekunden pro Runde auf Mercedes und Ferrari in die Saison. Der Windkanal hatte die Aerodynamiker genarrt. Mit den breiteren Autos und breiteren Reifen änderten sich die Rahmenbedingungen in der Mess-Sektion. Die Zahlen ließen Technikchef Adrian Newey und seine Kollegen glauben, sie hätten ein schnelles Auto. Der vermeintliche Fortschritt kam aber nicht auf der Rennstrecke an. Das Problem wurde bis zum Rennen in Spanien im Mai aus der Welt geschafft. „Bis dahin hatten wir aber schon zwei Monate Entwicklungszeit verschenkt“, bedauert Teamchef Christian Horner.

          Dazu kam, dass Renault die Leistung des Motors drosseln musste, weil sonst Schäden an Zylinderlaufbuchsen und den Elektromaschinen drohten. Dieses Problem bleibt. In Mexiko hielt Ricciardos brandneue Antriebseinheit gerade mal fünf Runden. Am Red Bull-Kommandostand begann das große Zittern. Die Technik hätte Verstappen besiegen können. „Die Höhenlage von Mexico City hat gewisse Probleme in unserem Motorenpaket verschärft oder noch deutlicher zum Ausdruck gebracht“, erklärte Red Bull-Motorsportchef Helmut Marko.

          Der erste spürbare Schritt war Red Bull in Baku im Juni gelungen. Dort schrumpfte der Abstand zur Spitze um die Hälfte. In Ungarn Ende Juli trauten sich die Ingenieure zu sagen, dass sie ihr Auto voll und ganz verstünden. Wie schon oft kam Red Bull stärker aus der Sommerpause zurück, was überrascht, da in dieser Zeit die Fabrik zwei Wochen lang geschlossen sein muss. Aus dem RB13 war ein Auto geworden, mit dem man auf jeder Strecke aus eigener Kraft aufs Podium fahren konnte.

          Der Durchbruch zum Siegkandidaten gelang in Malaysia. Ein unsichtbarer Kunstgriff verlieh den Red Bull Flügel. Das Auto sah äußerlich so aus wie bei den Rennen zuvor. Im Fahrerlager erzählt man sich, dass die Ingenieure in Milton Keynes etwas an der Mechanik geändert haben, was die Aerodynamikplattform besser arbeiten lässt.

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