Home
http://www.faz.net/-gu4-73vdu
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Formel 1 Bayern LB fordert offenbar 400 Millionen Dollar von Ecclestone

Angeblich haben Mitarbeiter der Landesbank unlängst neue Aussagen ihres ehemaligen Risikochefs Gribkowsky eingesehen. Ein Sprecher der Bank bestätigte ein Schreiben an Ecclestone.

© dpa Vergrößern Bernie Ecclestone

Die Bayern LB fordert Finanzkreisen zufolge mehr als 400 Millionen Dollar von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Eine mit der Situation vertraute Person sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, die Bayern LB habe zuletzt die neuen Aussagen ihres ehemaligen Risikochefs Gerhard Gribkowsky gegenüber der Münchner Staatsanwaltschaft einsehen können.

Daraus ergäben sich neue Erkenntnisse, mit denen die Ansprüche belegt werden könnten. Demnach hätte die BayernLB beim Verkauf ihrer Beteiligung an der Formel 1 Ende 2005 einen besseren Preis erzielen können. Um den Schaden für die Bank auszugleichen, würden nun über 400 Millionen Dollar gefordert. Die Constantin Medien AG hat bereits Schadensersatz-Klage gegen Ecclestone und Gribkowsky eingereicht über 171 Millionen Dollar.

Mehr zum Thema

Landesbank bestätigt Schreiben an Ecclestone

„Wir haben ein Anspruchsschreiben an die Anwälte von Ecclestone versandt“, sagte ein Sprecher der Bayern LB am Donnerstag. Zum Inhalt wollte er jedoch keine Angaben machen. Auf das Schreiben kann Ecclestone nun antworten. Finanzkreisen zufolge wurde ihm keine Frist gesetzt. Eine Stellungnahme des Briten war zunächst nicht erhältlich. Eine Klage der Bayern LB gegen Ecclestone ist zwar denkbar, ergibt sich aber nicht automatisch aus der jetzigen Initiative.

Gribkowsky war Ende Juni vom Landgericht München wegen Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Er hat beim Verkauf des Formel-1-Pakets an den britischen Finanzinvestor CVC in die eigene Tasche
gewirtschaftet. Ausgegangen war die Bestechung von Ecclestone, dem nach dem Gribkowsky-Geständnis selbst eine Anklage droht.

Erfolg fraglich

Ob die Bayern LB die gewünschte Summe bekommt, ist fraglich. Die Bank hat auch ihren kompletten Ex-Vorstand wegen des fatalen Kaufs der österreichischen Krisenbank HGAA vor Gericht gezehrt und will in diesem Fall mindestens 200 Millionen Euro Schadenersatz. Das Landgericht München hat zwar noch kein Urteil gefällt, machte aber bereits deutlich, dass höchstens Gribkowsky und Ex-Chef Werner Schmidt haftbar zu machen seien. Das Gericht brachte einen Vergleichsvorschlag von 25 Millionen Euro - also nur ein Bruchteil der Bayern LB-Forderung - ins Spiel.

Quelle: FAZ.NET/Reuters

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Prozess in München Ecclestone fürchtete sich vor Konkurrenz

Daimler, BMW, Ferrari, Ford und Renault planten vor acht Jahren eine eigene Rennserie. Diese hätte Bernie Ecclestone den Job kosten können. Laut Staatsanwaltschaft zahlte der Formel-1-Chef deshalb 44 Millionen Dollar an den ehemaligen BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky. Mehr

16.07.2014, 11:33 Uhr | Sport
Ecclestone-Prozess Verteidiger wollen Einstellung des Verfahrens

Bernie Ecclestone steht seit Ende April in München vor Gericht. Seine Anwälte wollen eine Einstellung des Verfahrens erreichen und bieten an: Der Formel-1-Boss zahlt 25 Millionen an die BayernLB. Mehr

29.07.2014, 14:54 Uhr | Sport
Crashtest, die Formel-1-Kolumne Geldwerte Nächstenliebe

Das Schicksal des kleinen Formel-1-Zampanos wird in München verhandelt, und trotzdem liebt Ecclestone die Deutschen. Bis auf einen. Vor Gribkowsky hatte er Angst - kein Grund, nicht auch ihm gegenüber großherzig zu sein. Mehr

16.07.2014, 15:15 Uhr | Sport

Gegen die Prothese

Von Claus Dieterle

In Fällen wie bei Markus Rehm muss eine international gültige Grundsatzlösung gefunden werden - eine politische Lösung. Nationale Verbände sind damit überfordert. Mehr