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Einigung mit Insolvenzverwalter Pächter verlässt Nürburgring - und plant Rückkehr

Insolvenzverwalter und Pächter haben sich auf einen Vergleich geeinigt. Die beiden Düsseldorfer Unternehmer kündigten im Gespräch mit der F.A.Z. an, sich als mögliche Käufer an der geplanten Ausschreibung zu beteiligen.

© dpa Vergrößern Vor der Einfahrt des historischen Fahrerlagers am Nürburgring: Auch das Insolvenzverfahren verlangt Ausdauer, um die Rennstrecke zu retten

Insolvenzverwalter und Pächter der zahlungsunfähigen Nürburgring GmbH haben sich nach mehreren Anläufen auf eine Räumung der Immobilien an der Rennstrecke geeinigt. Der bei einem Notar am Dienstag in Mainz beurkundete Vergleich sieht dem Vernehmen nach vor, dass die Nürburgring Automotive GmbH (NAG) rückwirkend zum 30. Oktober nicht mehr Pächter der Rennstrecke und der mit 330 Millionen Euro staatlicher Kredite gebauten „Erlebniswelt“ ist.

Die insolvente, nahezu landeseigene Nürburgring GmbH als Besitzer hat damit wieder die Verfügungsgewalt über alle Gebäude und die Rennstrecke. Aus Sicht der Insolvenzverwalter ist der Betrieb und Besitz der Rennstrecke aus einer Hand die Voraussetzung, um bei der im Frühjahr 2013 geplanten europaweiten Ausschreibung Investoren für den Kauf des Nürburgrings zu interessieren.

Nach Angaben der bisherigen Pächter Jörg Lindner und Kai Richter habe man sich mit der Nürburgring GmbH darauf geeinigt, offene Forderungen und Verbindlichkeiten miteinander zu verrechnen. Strittig war bis zuletzt, ob der NAG die Tourismusabgabe des Landes von 3,2 Millionen Euro jährlich zustehe. Vereinbart sei auch, dass ihr Unternehmen weiter mit dem Rennsport-Impresario Bernie Ecclestone über die Ausrichtung eines Formel-Eins-Rennens im Juli 2013 verhandeln werde, sagte Richter. Für den weiteren Betrieb der Rennstrecke bis zum Verkauf überlasse die NAG zudem ihr Personal einer neu zu gründenden Nürburgring Betriebsgesellschaft, die nicht von der Insolvenz betroffen sei.

„Nürburgring ist im Betrieb profitabel“

Die beiden Düsseldorfer Unternehmer kündigten im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung an, sich als mögliche Käufer des Nürburgrings an der Ausschreibung zu beteiligen: „Wir werden uns in den nächsten zwölf Monaten auf diese Aufgabe konzentrieren. Denn der Nürburgring ist im Betrieb profitabel.“ Unternehmerisch geführt hätte die Nürburgring GmbH nicht Mitte Juli Insolvenz anmelden müssen, sagte Lindner. Seit Beginn des Pachtvertrags im Frühjahr 2010 habe die NAG den Umsatz von 21 auf 63 Millionen Euro im Jahr gesteigert und einen Gewinn in zweistelliger Millionenhöhe erzielt. „Mit Rennstrecke, Hotels, Gastronomie und Veranstaltungen läuft der Betrieb gut.“

Sein Unternehmen habe auch die Pachtverpflichtungen erfüllt, die von 2013 an jährliche Zahlungen von 15 Millionen Euro vorsahen. Dieser Betrag habe aber offenkundig nicht ausgereicht, die Kredite von 330 Millionen Euro zu bedienen: „An uns lag es nicht, dass die Nürburgring GmbH Insolvenz anmelden musste.“ Beide lobten die Entscheidung der damaligen SPD-Landesregierung von Ministerpräsident Kurt Beck als „grundsätzlich richtig“, die Rennstrecke auszubauen. „Falsch war der Umgang mit der EU in der Beihilfeproblematik und die teilweise Ausrichtung auf einen sogenannten Freizeitpark mit Achterbahn und Rennsportmuseum.“

Unterdessen verteidigten die beiden früheren rheinland-pfälzischen Minister Karl Peter Bruch und Heinz-Georg Bamberger im Nürburgring-Prozess den wegen Untreue angeklagten ehemaligen Finanzminister Ingolf Deubel (alle SPD). Der frühere Innenminister Bruch und der damalige Justizminister Bamberger sagten vor dem Landgericht Koblenz, dass Deubel sie im Kabinett umfassend über den Ausbau des Nürburgrings und die gescheiterte private Finanzierung informiert habe. Es habe „kein Zweifel“ bestanden, dass Deubel weder dem Land noch der Nürburgring GmbH Schaden zufügen wollte.

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Quelle: F.A.Z.

 
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