http://www.faz.net/-gtl-766jp
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 31.01.2013, 07:20 Uhr

Einigung mit Ecclestone Formel-1-Rennen am Nürburgring gesichert

Aufatmen in der Eifel: Nach monatelangem Bangen ist das Formel-1-Rennen am Nürburgring gesichert. Die Betriebsgesellschaft des Rings einigt sich mit Formel-Chef Ecclestone. Das Rennen ist für den 7. Juli geplant.

© dpa Nach monatelangen Verhandlungen ist klar, dass die Formel 1 auch 2013 auf dem Nürburgring fährt

Die Formel 1 ist in diesem Sommer auf dem Nürburgring zu Gast: Die Betriebsgesellschaft der insolventen Nürburgring GmbH, NBG, hat sich mit Chefvermarkter Bernie Ecclestone geeinigt. Das Rennen ist für den 7. Juli geplant.

Damit ist nach monatelangen Verhandlungen klar, dass Weltmeister Sebastian Vettel & Co. in diesem Jahr auf der Traditions-Rennstrecke in der Eifel fahren können. Der Automobilverband Fia hatte den Ort des Rennens im Rennkalender noch offengelassen. Im Gespräch war auch der badische Hockenheimring gewesen.

Mehr zum Thema

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) zeigte sich erfreut: „Der Mythos Nürburgring lebt.“ Die Strecke gehöre weiter zu den attraktivsten Motorsportstätten der Welt. Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD) sprach von einer „sehr guten Botschaft“ für die Menschen in der Region und die Beschäftigten am Nürburgring. „Ich schätze den Nürburgring und seine Geschichte sehr“, sagte Ecclestone in einer Pressemitteilung. Er habe sich „gerne“ für die Austragung der Formel 1 am Nürburgring eingesetzt, „um diese Traditionsstrecke weiterhin zu erhalten“. Die Fans können Tickets voraussichtlich ab Anfang kommender Woche kaufen.

Die Sanierungsexperten des insolventen Rings betonten die Bedeutung der Vereinbarung. „Die Formel 1 ist ein Meilenstein für den Nürburgring“, sagte Sachwalter Jens Lieser. Mehrkosten für das Land entstehen nicht. Lieser hatte im November gesagt: „Eine Fahrerfeldgebühr können wir gewiss nicht zahlen in einer Insolvenz.“

Sanierungsverwalter erzielen Einigung

Die langwierigen Verhandlungen waren von der Insolvenz der staatlichen Besitzfirma der Rennstrecke im vergangenen Sommer überschattet worden. Dazu kam ein Streit zwischen Rheinland-Pfalz und den damaligen privaten Pächtern, denen das Land wegen ausstehender Pacht im Februar 2012 gekündigt hatte.

Nach der Insolvenz einigten sich die früheren Pächter, die Nürburgring Automotive GmbH (NAG), und Sanierer: Die NAG gab Betrieb und Immobilien zurück, sollte aber noch die Formel 1 managen und verhandelte daher mit Ecclestone. Am vergangenen Wochenende berichtete der „Spiegel“ dann, Ecclestone habe die Verhandlungen abgebrochen. Für diesen Fall hatten die Sanierungsverwalter des insolventen Rings betont, selbst mit Ecclestone sprechen zu wollen.

Bernie Ecclestone © dpa Vergrößern Die Betriebsgesellschaft der insolventen Nürburgring GmbH hat sich mit Chefvermarkter Bernie Ecclestone geeinigt

Als Knackpunkt galt stets, dass der klamme Nürburgring keine Fahrerfeldgebühr zahlen wollte. Dass nun eine Einigung zustande kam, wurde im politischen Mainz positiv aufgenommen. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Innenminister Roger Lewentz (beide SPD) freuten sich über den Durchbruch für die Formel 1 am Nürburgring, kommentierte Regierungssprecherin Monika Fuhr über den Kurznachrichtendienst Twitter. „Das ist eine gute Nachricht für die Region.“

Die frühere SPD-Alleinregierung hatte am Nürburgring vor einigen Jahren für 330 Millionen Euro einen riesigen Freizeitpark bauen lassen. Dorthin kommen viel weniger Besucher als erwartet. Um einen 330-Millionen-Kredit zu decken, mussten vorrangig Haushaltsmittel verwendet werden. Der Versuch der Privatfinanzierung war 2009 gescheitert.

Quelle: FAZ.NET/dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Formel 1 in Aserbaidschan Die Außerirdischen sind in der Stadt

Die Fahrer jammern, die Einheimischen staunen. Der Große Preis von Aserbaidschan sorgt für Aufsehen – aber nicht für Begeisterung. Wie Baku sich auf das erste Formel-1-Spektakel in der Geschichte des Landes einstellt. Mehr Von Christoph Becker, Baku

19.06.2016, 10:42 Uhr | Sport
Musikfestival Rock am Ring wegen neuer Unwetter-Warnung abgebrochen

Wegen anhaltender Unwetter-Gefahr ist das Musikfestival Rock am Ring in der Eifel nach dem zweiten Tag abgebrochen worden. Am Freitagabend waren durch Blitzeinschläge auf dem Festivalgelände in der Region um den Nürburgring mehr als 80 Menschen verletzt worden, einige davon schwer. Mehr

06.06.2016, 18:43 Uhr | Gesellschaft
Formel 1 in Baku Im Land der Mutigen

Menschenrechte? Meinungsfreiheit? Oder das korrupte Gesundheitssystem? Die Zustände in Aserbaidschan stören die Formel 1 nicht – sie trägt dort für viele Millionen Dollar den Großen Preis von Europa aus. Mehr Von Christoph Becker, Baku

17.06.2016, 15:17 Uhr | Sport
Nach Brexit-Referendum Merkel stellt Großbritannien auf harten Kurs der EU ein

In einer Regierungserklärung vor dem Bundestag hat Angela Merkel deutlich gemacht, dass sich Großbritannien auf harte Verhandlungen mit der EU einstellen muss. Nach dem EU-Referendum werde es keine Rosinenpickerei für das Vereinigte Königreich geben. Die EU sei stark genug, um den Austritt Großbritanniens zu verkraften, betonte sie im Bundestag. Mehr

28.06.2016, 16:19 Uhr | Politik
Sichere Herkunftsstaaten Kretschmann verspricht Zustimmung

Baden-Württembergs Ministerpräsident schert mit seiner Entscheidung aus der Linie der Grünen aus. Der erzielte Kompromiss sei ausreichend. Andere Grüne feiern hingegen die Verlegung der Abstimmung. Mehr

17.06.2016, 11:36 Uhr | Politik

Das Team bleibt der Star

Von Christian Eichler, Paris

Messi? Zurückgetreten! Ibrahimovic? Auch. Ronaldo? Vielleicht bald. Island, Deutschland und Italien beweisen, dass ein erfolgreiches Nationalteam keine Superstars benötigt. Anderswo werden sie aber mehr denn je gebraucht. Ein Kommentar. Mehr 4 9