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Einigung mit Ecclestone Formel-1-Rennen am Nürburgring gesichert

 ·  Aufatmen in der Eifel: Nach monatelangem Bangen ist das Formel-1-Rennen am Nürburgring gesichert. Die Betriebsgesellschaft des Rings einigt sich mit Formel-Chef Ecclestone. Das Rennen ist für den 7. Juli geplant.

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© dpa Vergrößern Nach monatelangen Verhandlungen ist klar, dass die Formel 1 auch 2013 auf dem Nürburgring fährt

Die Formel 1 ist in diesem Sommer auf dem Nürburgring zu Gast: Die Betriebsgesellschaft der insolventen Nürburgring GmbH, NBG, hat sich mit Chefvermarkter Bernie Ecclestone geeinigt. Das Rennen ist für den 7. Juli geplant.

Damit ist nach monatelangen Verhandlungen klar, dass Weltmeister Sebastian Vettel & Co. in diesem Jahr auf der Traditions-Rennstrecke in der Eifel fahren können. Der Automobilverband Fia hatte den Ort des Rennens im Rennkalender noch offengelassen. Im Gespräch war auch der badische Hockenheimring gewesen.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) zeigte sich erfreut: „Der Mythos Nürburgring lebt.“ Die Strecke gehöre weiter zu den attraktivsten Motorsportstätten der Welt. Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD) sprach von einer „sehr guten Botschaft“ für die Menschen in der Region und die Beschäftigten am Nürburgring. „Ich schätze den Nürburgring und seine Geschichte sehr“, sagte Ecclestone in einer Pressemitteilung. Er habe sich „gerne“ für die Austragung der Formel 1 am Nürburgring eingesetzt, „um diese Traditionsstrecke weiterhin zu erhalten“. Die Fans können Tickets voraussichtlich ab Anfang kommender Woche kaufen.

Die Sanierungsexperten des insolventen Rings betonten die Bedeutung der Vereinbarung. „Die Formel 1 ist ein Meilenstein für den Nürburgring“, sagte Sachwalter Jens Lieser. Mehrkosten für das Land entstehen nicht. Lieser hatte im November gesagt: „Eine Fahrerfeldgebühr können wir gewiss nicht zahlen in einer Insolvenz.“

Sanierungsverwalter erzielen Einigung

Die langwierigen Verhandlungen waren von der Insolvenz der staatlichen Besitzfirma der Rennstrecke im vergangenen Sommer überschattet worden. Dazu kam ein Streit zwischen Rheinland-Pfalz und den damaligen privaten Pächtern, denen das Land wegen ausstehender Pacht im Februar 2012 gekündigt hatte.

Nach der Insolvenz einigten sich die früheren Pächter, die Nürburgring Automotive GmbH (NAG), und Sanierer: Die NAG gab Betrieb und Immobilien zurück, sollte aber noch die Formel 1 managen und verhandelte daher mit Ecclestone. Am vergangenen Wochenende berichtete der „Spiegel“ dann, Ecclestone habe die Verhandlungen abgebrochen. Für diesen Fall hatten die Sanierungsverwalter des insolventen Rings betont, selbst mit Ecclestone sprechen zu wollen.

Als Knackpunkt galt stets, dass der klamme Nürburgring keine Fahrerfeldgebühr zahlen wollte. Dass nun eine Einigung zustande kam, wurde im politischen Mainz positiv aufgenommen. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Innenminister Roger Lewentz (beide SPD) freuten sich über den Durchbruch für die Formel 1 am Nürburgring, kommentierte Regierungssprecherin Monika Fuhr über den Kurznachrichtendienst Twitter. „Das ist eine gute Nachricht für die Region.“

Die frühere SPD-Alleinregierung hatte am Nürburgring vor einigen Jahren für 330 Millionen Euro einen riesigen Freizeitpark bauen lassen. Dorthin kommen viel weniger Besucher als erwartet. Um einen 330-Millionen-Kredit zu decken, mussten vorrangig Haushaltsmittel verwendet werden. Der Versuch der Privatfinanzierung war 2009 gescheitert.

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