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Crashtest - Die Formel-1-Kolumne Zwischen 12 und 14

Rennfahrer sind Verstandesmenschen. Und trotzdem haben sie Angst vor zwei Ziffern in Kombination: die 13 - sie gibt es nicht in der Zahlenwelt der Formel 1. 2013 wird wohl ein schwieriges Jahr. Da hilft keine Aufklärung.

© dpa Vergrößern Start eines Formel-1-Rennens: 22 Autos auf engstem Raum - mit Nummern von 1 bis 23

Formel-1-Rennfahrer sind nicht nur Helden, sondern auch Datenträger. Zumindest verarbeiten sie so viele Informationen, wie sie aufsaugen können, von morgens bis abends, selbst wenn sie nicht in ihren Flitzern sitzen, wie in diesen Tagen. Ständig wird telefoniert und kommuniziert, auf allen Kanälen. Damit Champions wie Sebastian Vettel nur ja nicht das neueste Detail des neuen Boliden entgeht. Alles wird sofort auf der Festplatte im Oberstübchen gespeichert. Denn nichts in diesem Beruf darf dem Zufall überlassen werden.

Anno Hecker Folgen:  

Wenn man diese Kurvenkünstler mit ihrem Multitasking-Talent so reden hört, wie sie virtuos die Pedale bedienen, gleichzeitig an den Knöpfen auf ihrem Lenkrad drehen und dann noch über Funk mitten in der Hochgeschwindigkeits-Kurve Diskussionen beginnen, dann könnte man glauben, was manche von ihnen behaupten: Dass es gar keinen Zufall gibt. So wie man über die Jahre von den Weltmeistern gelernt hat, ein erfolgreicher Pilot bekomme kein Glück geschenkt, sondern müsse sich diesen schicksalhaften Moment „hart erarbeiten“.

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Einverstanden, diese Kerle sind Verstandesmenschen. Denen kann man doch nicht mit Geschichten auf gut Glauben kommen. Und trotzdem haben sie Angst. Nein, nicht vor einem durchaus möglichen Crash in der nächsten Ecke. Sie fürchten sich vor zwei Ziffern, vor der eins und der drei in dieser Kombination: 13, die schreckliche, die Unglück bringende. Nur die nicht, schon gar nicht auf dem Auto.

Formel 1 - GP Belgien © dpa Vergrößern Ein einzelner Reifen auf Irrfahrt: Schwarze Magie, Pech oder Schlamperei?

In der Zahlenwelt der Formel 1 folgt der Zwölf seit Jahrzehnten die Vierzehn. Weil Piloten die 13 scheuen, wie der Teufel (Der Dreizehnte!) das Weihwasser, werden wir auch in diesem Jahr, obwohl nur 22 Fahrer an den Start gehen, eine Nummer 23 kreisen sehen. Da hilft keine Aufklärung, kein Hinweis auf das große Glück mit der 13 nicht nur in anderen Kulturkreisen.

Triskaidekaphobie!

Wie lautete die Trikotnummer vom „Bomber der Nation“, Gerd Müller im WM-Finale von 1974? Die 13 war‘s. Vom Nachbarn Niederlande aus betrachtet, brachte sie wahrlich kein Glück. Wer sich vor ihr mehr fürchtet als der kleine Jim Knopf gar vor einer ganz und gar Wilden 13, den bewahrt zumindest das Fremdwörterlexikon vor der Sorge, Opfer eines Hirngespinstes zu sein: Triskaidekaphobie! Die Angst vor der 13 gibt es nicht nur, sie hat auch einen aus dem Griechischen abgeleiteten Namen.

Da Rennfahrer ganz offensichtlich sehr stark an die negative Wirkung der 13 glauben, sollten sie die Anmerkung eines Fachmannes ernst nehmen und zu gewissen Zeiten den Einstieg ins Cockpit meiden. Eckart R. Straube, Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie, hat im neuen „Kultur Spiegel“ den möglichen Einfluss von einem „Freitag, den 13.“ auf den fanatisch Abergläubigen so beschrieben: „Er würde (...) sich nicht so sicher verhalten, etwa bei einer riskanten Autofahrt.“ Da haben die Vollgasartisten 2013 aber Glück. Der Große Preis von Japan findet zwar an einem gefährlichen Datum statt, der 13. Oktober ist allerdings ein Sonntag.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 02.01.2013, 17:34 Uhr