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Crashtest - die Formel-1-Kolumne Wer sonst?

 ·  Nach der Sommerpause ist vor Spa: Ganz Deutschland spricht vor dem Großen Preis von Belgien vom großen Schumacher-Jubiläum. Wer aber auf einen Schumacher-Sieg setzt, hat die Rechnung ohne Räikkönen gemacht.

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© dpa So gehts: Räikkönen bei seinem Sieg in Spa 2009 für Ferrari

Stopp! Damit fangen wir gar nicht erst an. 20 Jahre liegt der erste von 91 Siegen zurück, sein 300. Grand Prix steht an, da wäre der erste Triumph in einem Rennen nach dem Comeback eine wunderbare Geschichte. Aber Formel-1-Rennen sind nun mal kein Wunschkonzert. Also: Nur wegen der runden Jubiläen gewinnt Michael Schumacher am Wochenende auf seiner Haus- und Hofstrecke in Spa noch längst nicht.

Wir haben da einen anderen auf der Rechnung, der zwar seit seiner Rückkehr in den Zirkus auch noch kein Rennen gewonnen hat, aber von Spa mindestens ebenso begeistert ist wie der jüngst zum Ehrenbürger des Ardennenörtchens ausgerufene Schumacher: Richtig – Kimi Räikkönen.

Zahlen bitte? Kein Problem: Der finnische Lotus-Mann stand fünfmal auf dem Podium in dieser Saison, liegt in der Weltmeisterschaft aussichtsreich auf Platz, genau, fünf, und – siegte er in Spa – wäre es sein wievielter Sieg beim Großen Preis von Belgien? Eben. Denn von den fünf Formel-1-Rennen, zu denen Räikkönen in Spa zwischen 2004 und 2009 antrat, hat er vier gewonnen.

Tatsächlich stehen die Chancen für eine Vorfahrt wohl so gut wie nirgends, falls man James Allison glaubt, dem technischen Direktor bei Lotus. „Wenn es trocken bleibt, ist es die Strecke, die uns am besten liegt“, sagte Allison in dieser Woche. Ein Sieg würde Räikkönen zu einem WM-Kandidaten machen. Zurzeit liegt er mit 116 Punkten nur acht Punkte hinter dem WM-Zweiten Mark Webber (124) und 48 hinter dem Ersten, Fernando Alonso (164).

Und dann? Im Gegensatz zu Michael Schumachers Karrierefortgang steht bei Räikkönen schon fest, dass er auch 2013 Formel 1 fährt. Zwar hat er jüngst betont, seine Rallye-Karriere nicht vorbei, allerdings möchte er erst in gesetzterem Alter in den Wald zurück. Ob das gute Nachrichten für sein Team sind, bleibt offen. Denn jedes gute Resultat macht Räikkönen für andere Teams interessant – so interessant, dass sogar spekuliert wurde, Ferrari wolle ihn als Ersatz für Felipe Massa zurückholen.

Dabei hatten die Italiener Räikkönen einst einige Millionen Euro gezahlt, damit er den Rennstall verlässt. Das wird ihm bei Lotus nicht passieren. Allerdings wird Räikkönen für seinen jetzigen Arbeitgeber immer teurer. Schließlich besitzt der Pilot einen stark leistungsbezogenen Vertrag. Gut möglich, dass das Team damals die Rechnung ohne den Fahrer gemacht hat. Dann kann sich Lotus Räikkönen schon bald nicht mehr leisten.

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Jahrgang 1978, Sportredakteur.

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