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Veröffentlicht: 13.02.2013, 16:20 Uhr

Crashtest - die Formel-1-Kolumne Vom Himmel hoch

Der Schuh drückt, die Kassen sind knapp, der Pleitegeier kreist? Doch nicht in der Formel 1. Mehr Geld als Gott haben die Teams, sagt jedenfalls Bernie Ecclestone. Und meint etwas ganz anderes.

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© AFP Die Formel-1-Teams würden schon nicht kollabieren, sagt Bernie Ecclestone

Der alte Mann hat einen guten Draht nach oben. Keine Angst, das wird jetzt weder das Wort zum Sonntag noch die Rennprognose zum Großen Preis der Kardinäle. Wir sprechen von einem Alten, der es eher mit den weltlichen Dingen hat. Klarer Fall: Bernie Ecclestone. Noch immer auf freiem Fuß, die Zügel der Formel 1 fester in der Hand, als manchem lieb (und teuer) ist.

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Nun wollen wir nicht unfair sein: Jüngst tat Ecclestone ein gutes Werk am deutschen Formel-1-Fan, als er den Grand Prix am Nürburgring für den kommenden Sommer zusagte. Ob es daran liegt, dass er plötzlich mit den höchsten Mächten in Kontakt steht?

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Aber der Reihe nach: Uns klingeln seit Wochen die Ohren von den mahnenden Worten aus dem Fahrerlager. Aller Orten ist von zurückgehenden Zuschauerzahlen, von abspringenden Sponsoren, von leeren Taschen und von Bezahlfahrern, von gefährdeten Budgets und zu hohen Entwicklungskosten, kurz: von einer für etliche Teams existenzbedrohenden Wirtschaftskrise im Vollgasmetier die Rede.

Schließlich hatte der Pleitegeier schon die Hinterbänkler von HRT erwischt und drohte sich, auch Timo Glocks früheren Arbeitgeber Marussia zu schnappen. Die Nachrichten klingen seit Monaten so bedrohlich, dass mancher nur die großen Vier, also Ferrari, Mercedes, McLaren und Red Bull für wirtschaftlich so gesund hält, dass sie mittelfristig in der Formel 1 bleiben können.

„Mehr Geld als Gott“

Und nun das: Ecclestone hat offenbar eine Erscheinung. Und sagt anschließend  den Kollegen von autoweek.com: “Die Teams haben mehr Geld als Gott.” Nun hatten wir uns das Jüngste Gericht weder als langen Arm der Steuerfahndung vorgestellt, noch den lieben Gott als Kassenwart der Bank von England. Wir dachten in diesem Zusammenhang immer an die Freuden immaterieller Herrlichkeit. Könnte sein, dass Ecclestone das auch so sieht.

Bild Ecclestone © REUTERS Vergrößern Nur die Orientierung nicht verlieren: Wohin gehts für die kleinen Teams, Herr Ecclestone?

Weil er nun aber eher nicht im Ruf steht, strenger Verfechter des biblischen Armutsideals zu sein, empfehlen wir eine andere Lesart. Bis heute ist das neue Concorde Agreement zwischen den Formel-1-Teams und Veranstalter Ecclestone nicht unterschrieben. Hinter den Kulissen wächst insbesondere bei den kleineren Teams der Unmut über die Sonderbehandlung der großen Rennställe.

Schließlich weiß Ecclestone seit jeher, welche Namen die Zuschauer an die Strecken und vor die Fernseher bringen. Vergangene Woche traf sich Ecclestone mit Vertretern der kleineren Teams in London, um “ihnen das Concorde Agreement zu erklären”, wie er sagt. Die Botschaft seiner Predigt ist klar: Mehr Geld gibts nicht. Er ist ja nicht die Wohlfahrt.

Quelle: FAZ.NET

 

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