http://www.faz.net/-gu4-725mq

Crashtest - die Formel-1-Kolumne : Vom Bordstein besiegt

Zum Ruhme der Bolivarischen Republik: Ausfahrt mit Symbolcharakter am Sonntag in Caracas Bild: REUTERS

Pastor Maldonado ist der erste Venezolaner, der ein Formel-1-Rennen gewonnen hat. Dafür gönnte ihm Sponsor und Staatspräsident Hugo Chavez eine Triumphfahrt in Caracas. Der Sonntagsausflug endete ohne Glanz und Gloria.

          Pastor Maldonado war vom Glück geküsst, einst im Mai. Der erste Grand-Prix-Sieger aus Venezuela strahlte vom Siegerpodest in Barcelona, eine goldene Zukunft vor Augen. Nun, am vergangenen Sonntag, ein Vierteljahr nach dem Sieg in Katalonien, sollte der Held der Bolivarischen Republik vor den Augen ihres Präsidenten Hugo Chavez den Applaus seiner Landsleute erfahren.

          Hatte doch nicht zuletzt Chavez selbst seinen Anteil am Sieg Maldonados, am Glanz des Ruhms, mit den Öl-Dollar der staatlichen Petroles de Venezuela (PDVSA), die das Williams-Team beschleunigen. Und so waren 20.000 Zuschauer in die Militärakademie in Fuerte Tiuna nahe Caracas gekommen, um Maldonado zu huldigen. Zwölf Runden sollte er in seinem Williams über den mit Betonplatten ausgelegten Paradeplatz drehen.

          Daheim beim Sponsor: Pastor Maldonado bei einer Pressekonferenz vergangene Woche in Caracas Bilderstrecke
          Daheim beim Sponsor: Pastor Maldonado bei einer Pressekonferenz vergangene Woche in Caracas :

          Es wurden nicht einmal zwei, dann verlor Maldonado die Kontrolle über den Williams. Die Solofahrt des Siegers von Barcelona wurde zu einem Duell zwischen der Hinterachse seines Autos und der Bordsteinkante aus Beton. Die Bordsteinkante siegte.

          Aus dem Glückskind ist ein Bruchpilot geworden, vom Pech verfolgt in der eigenen Wahrnehmung, für die Gegner aber ein Schreckgespenst. Seit Barcelona hat Maldonado keinen einzigen WM-Punkt gesammelt, dafür zahlreiche Konkurrenten erbost. „Jedem von uns macht Pastor Sorgen“, hatte Sergio Perez in Silverstone gesagt, und aus dem Mexikaner sprach mitnichten die Mitmenschlichkeit, sondern die Wut über den Blechkontakt und das vorzeitige Rennende, das Maldonado zu verantworten hatte. „Ich verstehe nicht, wie Pastor fährt“, schimpfte Perez in die Mikrofone der Fernsehteams.

          Zwei Rennen und ein paar waghalsige Manöver später, in Budapest, stand die Frage im Raum, ob Maldonado selbst versteht, wie er fährt. Er kam zu der Erkenntnis, dass es wohl besser sei, künftig „nur noch allein Rennen zu fahren“. Die missglückte Sonntagsfahrt in der Heimat zeigt: Auch diese Idee hat Tücken.

          Quelle: FAZ.NET

          Weitere Themen

          Hand in Hand gegen Madrid Video-Seite öffnen

          Katalonien : Hand in Hand gegen Madrid

          Nach der angekündigten Machtübernahme durch die spanische Regierung wollen sich die Befürworter der Unabhängigkeit dem Druck nicht beugen. Tausende haben in Barcelona gegen die Pläne Madrids demonstriert.

          Topmeldungen

          SPD : Der wahre Sieger der Bundestagswahl

          So ein bisschen freuen sich die Sozialdemokraten über das katastrophale Ergebnis der Bundestagswahl. Endlich sind sie die Union los. In der Opposition soll alles besser werden.
          Christine Hohmann-Dennhardt, ehemals Daimler und VW.

          Absprachen-Verdacht : Die doppelte Kronzeugin im Autokartell

          Hinter den Selbstanzeigen von Daimler und VW steckt offenbar ein und dieselbe Person: Christine Hohmann-Dennhardt war an beiden Tatorten. Der Gelackmeierte im Spiel ist BMW.
          Im Alter jeden Cent umdrehen zu müssen - das befürchten viele Arbeitnehmer.

          Sinkendes Rentenniveau : Vorsorgen kann jeder

          Mit der gesetzlichen Rente kommen Pensionäre nicht mehr weit. Jeder zweite Single in Deutschland sorgt sich, seinen Lebensstandard im Alter nicht halten zu können. Dabei ist das gar nicht so schwer.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.