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Crashtest - die Formel-1-Kolumne Viel, aber eben nicht alles

 ·  Hamilton und der Teamchef von McLaren-Mercedes Whitmarsh haben viel voneinander. Doch sie würden vom Gegenüber mehr erwarten: Hamilton mangelt es an Attributen, um öfters Weltmeister zu werden. Ihm selbst fehlt ein exquisiter Untersatz.

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© AFP Vergrößern Siegertyp? Hamilton jubelt nach seinem Erfolg in Ungarn

Darf man das? Etwas in die Welt setzen, was noch gar nicht geschehen ist. Wir behaupten mal, dass Lewis Hamilton auch in der Saison 2013 für McLaren-Mercedes in der Formel 1 fahren wird. Zugegeben, das ist keine wagemutige Prognose. Hamilton und Teamchef Martin Whitmarsh schleichen schon seit Wochen umeinander, sich ihre gegenseitige Sympathie versichernd.

Dabei kommen so entwaffnend logische Wortkombinationen heraus wie die jüngste von Whitmarsh im Fachmagazin „Autosport“: „Wenn Lewis im Team bleiben will, was er mir gesagt hat, soll er das tun. Und wenn wir ihn halten wollen, dann sollten wir das tun.“ Sieh an! Dann macht doch endlich, Ihr Hochgeschwindigkeits-Experten. Die Verzögerung mag mit der Klärung von Detailfragen zusammenhängen. Aber die allgemeine Tempoverschleppung hat noch einen anderen Grund.

Whitmarsh und Hamilton kennen sich jetzt seit etwa sechzehn Jahren. Jeder weiß also vom anderen haargenau, was er an ihm hat. Das ist zwar sehr viel, aber eben nicht alles, was man gerne hätte. Whitmarsh lässt zwar keine Gelegenheit aus, Hamilton als echten Racer, als wunderbaren Wettkämpfer und Vollgasvirtuosen zu beschreiben. Er verzichtet aber auch nicht auf die Einschränkung: Hamilton neigt dazu, im Überschwang seiner Angriffslust schon mal aus der Kurve zu fliegen. So wird man Publikumsliebling, aber seltener Weltmeister.

Schwäche des Erzfeindes nicht optimal ausgenutzt

Ohne exquisiten Untersatz kommt man allerdings auch nicht zu Championaten. Deshalb ist Hamilton längst nicht mehr so Feuer und Flamme für McLaren wie beim Debüt 2007. Denn die Briten haben es diesmal nicht verstanden, die Schwäche ihres Erzfeindes vom Kontinent optimal auszunutzen. Ferrari begann, trotz des Sieges im Regenwetter von Malaysia, die Saison viel zu langsam. Teamchef Stefano Domenicali hätte der Auftritt nach den umfangreichen Änderungen im vergangenen Jahr beinahe den Kopf gekostet. Nun tauchte der Basketball-Fan während der Rennpause höchst vergnügt bei den Sommerspielen in London auf. Das große technische Problem scheint gelöst, der Rückstand aufgeholt, man führt die Fahrerwertung an.

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© dapd Vergrößern Überschwängliche Angriffslust: der Brite Hamilton

Die Scuderia sucht nicht mehr nach Fehlern, sondern nur nach einem Mann für das zweite Cockpit. McLarens Jenson Button soll ein Kandidat sein. Die Nummer eins der Branche ist den Italienern dagegen nicht zu nehmen. Fernando Alonso, noch lieber und teurer geworden, seit er die Schwächephase der Scuderia mit brillanten Vorstellungen in einem schwer zu fahrenden Boliden umfuhr, wird längst auf Händen getragen. Jener Alonso, den McLaren Ende 2007 nach nur einer Saison mehr oder weniger davon jagte – wegen Hamilton.

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