Ist das noch ein Wunder? Red-Bull-Sympathisanten aus Österreich haben ein paar Tage nach dem dritten WM-Titel für Formel-1-Pilot Sebastian Vettel eine Vertrags-Verlängerung in die Welt hinausposaunt. Das hätten sie gerne, die Freunde aus der Alpenrepublik. Am besten auf Lebenszeit. Dann kriegte Vettel, der bekennende Heppenheimer mit Wohnsitz in der Schweiz, wohl gleich eine Ehrenbürgerschaft an die Brust geheftet, mitsamt Staatsbürgerschaft im Kleingedruckten: Vettel unser!
Nein, liebe Nachbarn, im Fall von Jochen Rindt sind wir schon großzügig gewesen. Der ist zwar in Mainz als Sohn deutscher Eltern geboren worden, wuchs aber in Österreich auf und fuhr mit einer österreichischen Lizenz zum Titel. Geschenkt. Schumacher hat für den jahrelangen Schäm entschädigt, hierzulande könne man zwar Autos bauen, aber eben nicht gescheit fahren.
Inzwischen sieht es so aus, als sei eine europäische Kombination unschlagbar: deutscher Fahrer, englisches Auto, österreichischer Treibstoff. Die Brause des Unternehmens ist unverzichtbar. Denn ihr Geldwert hat eine ziemlich starke Gemeinschaft zusammengeklebt. Allein verdreht Vettel der Welt nicht den Kopf. Dafür braucht er erstklassige Hintermänner und Frauen.
Mit allen, etwa dem Superhirn der Rennwagenkonstruktion, Adrian Newey, verlängerte das Team die Verträge schon vor einiger Zeit. Bis Ende 2014 ist dieses Ensemble kaum zu sprengen. Die Wunschnachricht wurde schnell dementiert. Warum sollte Vettel auch jetzt schon zusagen? Das wäre nicht klug. Denn in zwei Jahren werden die anspruchsvollen Teams wegen des neuen Motoren-Reglements eine harte Prüfung bestehen müssen.
Wird der Sieger von heute noch glänzend über die Runden kommen, wenn völlig neue Konstruktionskonzept nötig sind? Vettel kann sich im Frühjahr 2014 in Ruhe anschauen, wem der radikale Umbruch am besten gelungen ist. Dann wird er das beste, für ihn attraktivste Angebot wählen. Vielleicht Ferrari. Das wäre bitter für die Österreicher. Aber kein Wunder.
Im Gegenzug gelingt es dann womöglich dem Österreicher Niki Lauda,
Holger Baade (papperlapap)
- 29.11.2012, 21:42 Uhr
Ferrari lässt einen Verstoss gegen Vettel prüfen im letzten Rennen
joachim tarasenko (truthful)
- 29.11.2012, 11:54 Uhr
Sehr guter Fahrer aber
Klaus-Dieter Berger (kinnas)
- 29.11.2012, 09:02 Uhr
Fachlich nicht ganz korrekt
Matthias Unger (ungermat)
- 28.11.2012, 22:12 Uhr
Es kann nur einen Weg geben, nach oben
joachim tarasenko (truthful)
- 28.11.2012, 19:03 Uhr