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Crashtest - Die Formel-1-Kolumne Rosen schneiden und Gerüchte streuen

 ·  Während der eine bei der Rosenzucht auf geniale Einfälle wartet, geht es für andere um Zukunftsfragen: Die Sommerpause der Formel 1 beginnt mit mächtig Unruhe. Vom Teamchef bis zum Staatsanwalt bleibt für ruhige Tage keine Zeit.

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Ist das nicht gemein? Der Sommer soll nun vorbei sein, behaupten die Meteorologen. Just wenn die Formel 1 in die Ferien zieht. Nein, man muss jetzt nicht in Tränen ausbrechen. Viele aus dem deutschen Tross könnten sich einen Sprung in irgendwelche sommerlichen Ecken dieses Globus leisten. Aber tun sie das? Und dürfen sie es überhaupt? Ja und nein. Die Fabriken sind geschlossen. Die Räder stehen still. Doch in den Köpfen mahlt es.

Die Gedanken sind schließlich frei. Und mancher, vielleicht Mercedes'-Teamchef und Hobbygärtner Ross Brawn, wartet nun beim Rosenschneiden auf eine geniale Eingebung. Die zweiwöchige, streng verordnete Sommerpause wird die Denker also nicht davon abhalten, weiter stündlich um ihre Passion zu kreisen.

Das betrifft auch einige Piloten. Mark Webber zu Beispiel macht sich Gedanken, wie es weiter gehen soll. Der Australier ist in einer recht bequemen Position. Er kann wählen: Weitermachen oder aufhören bei Red Bull. „Ich werde selbst entscheiden“, sagt er. Und zwar in diesen Wochen. Nick Heidfeld wird nicht selbst entscheiden. Als Ersatzmann für den schwer verletzten Robert Kubica scheint er in den Augen von Renault-Teamchef Eric Boullier im Moment nicht der Mann für die Zukunft zu sein. Sonst hätte sich der Franzose die öffentliche Kritik in der vergangenen Woche wohl verkniffen.

Nun lässt man den Mönchengladbacher mal wieder schmoren. Gerüchte, Kubica werde es doch zurück ins Cockpit schaffen oder Hinweise, der Franzose Romain Grosjean bekomme wegen seines Erfolges in der GP2 eine zweite Chance, heizen die Atmosphäre auf. Es wird also nichts mit einem spannungsfreien Urlaub für Heidfeld. Mit Boullier will er ein Arbeitsgespräch führen. Könnte heiß werden. Gedanken an ein Engagement in der DTM (bei Wiedereinsteiger BMW) bringen kaum Abkühlung. „Nicht oben auf der Proritätenliste“, sagt Heidfeld dazu.

Sutil zu Williams, Hülkenberg zu Force India?

Ob Adrian Sutil völlig entspannt, ist auch nicht sicher. Force India macht keine Anstalten, dem deutschen Stammpiloten ein weiteres Jahr im Team zu versüßen. Teamchef Vijay Mallya will erst am 15. Dezember bekanntgeben, wer für ihn 2012 fährt. Vielleicht ist Sutil dann schon längst auf und davon. Schon bevor der frühere Teameigner Eddie Jordan am Sonntag als zuverlässiger Gerüchtestreuer der BBC einen Wechsel zu Williams in Betracht zog, kursierte diese Version im Fahrerlager. Weil Rubens Barrichello vielleicht doch in die Jahre gekommen ist? Und weil Sutil, bislang vom Unternehmen Medion gefördert, Williams als Ersatzmann für den Brasilianer angeblich bereichern könnte?

Nico Hülkenberg konnte das nicht. Er hatte zumindest 2010 keine Mitgift zu bieten. Deshalb verzichtete Williams Ende des vergangenen Jahrs auf die weiteren Dienste. Nun glauben Experten, der Testfahrer sei bei Force India auf dem Sprung ins Cockpit. Über solche Varianten wird in diesen Wochen viel gesprochen, vielleicht verhandelt, bestimmt spekuliert.

In München kommen vermutlich weitere Details zu den Hintergründen der Millionen-Zahlungen von Formel-1-Chefmanager Bernie Ecclestone an den ehemaligen Banker Gerhard Gribkowsky ans Tageslicht. Die Staatsanwaltschaft rotiert. Ob eine Bestechung oder gar eine Erpressung dahinter stand, wissen wir nicht. Wir sind aber sicher, dass die Formel 1 auch in den Ferien keinen Gang zurückschaltet.

Crashtest - Die Formel-1-Kolumne bei FAZ.NET: Anno Hecker, Christoph Becker und Michael Wittershagen folgen Woche für Woche dem schnellsten Kreisverkehr der Welt auf den Rennstrecken und abseits der Boxengassen.

Quelle: FAZ.NET
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