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Crashtest - die Formel-1-Kolumne Rennen der Wahrheit

In einer Woche startet die Formel-1-Saison mit dem Rennen in Australien. Dann sind die Testeindrücke hinfällig. Und Michael Schumacher wird endgültig wissen, ob er sich ärgern muss.

© dpa Vergrößern Wie gut ist das Auto wirklich? Nico Rosberg wird es in Australien erfahren

Sie haben keine Ahnung. Zumindest behaupten das die hochbezahlten Experten von Red Bull, Ferrari, Mercedes, McLaren und all den anderen Rennställen in der Formel 1 nach den Testfahrten vom Wochenende in Barcelona. Am 17. März brummen die Motoren wieder beim Saisonstart der Formel 1 in Australien (7 Uhr/ F.A.Z.-Liveticker), aber niemand will verraten, wer vor dem Saisonstart in Down Under die Kohlefaser-Nase vorne hat im Rennen um die besten Plätze. Dabei denkt sonst jeder nur allzu gern vor allem an sich selbst, das gehört zu den Eigenarten jedes Sports auf höchstem Niveau dazu. Wer erfolgreich ist, der ist zumeist auch ein Egoist, denn der Erfolg kennt keine Nächstenliebe. Also: Helm auf, Visier runter, Motor an – und raus auf die Strecke. Eine neue Saison spendiert auch den Hoffnungslosen wieder ein bisschen Hoffnung.

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Der Grand Prix in Australien wird zum Rennen der Wahrheit. Was sind all die Simulationen und Hochrechnungen wert? Machen sich die Millionen bezahlt, die in Entwicklung und Konstruktion der neuen Modelle gesteckt worden sind? Die Formel 1 ist eine Zahlen-Gesellschaft, nach jeder Runde gibt der Zeitenmonitor eine Bewertung ab, die keinen Spielraum lässt für Diskussionen. Wer hinterher fährt, dem gehen irgendwann die Argumente aus.

Fragen sie mal nach bei den Verantwortlichen von Mercedes. Weltmeister wollten die Stuttgarter nach ihrer Rückkehr als Werksteam in die Königsklasse des Motorsports werden – und sind seitdem oftmals nicht einmal in den Windschatten der Spitze gekommen. Und nun? Bestzeit in Barcelona! Geheimfavorit!

Michael Schumacher dürfte sich ärgern

Was uns das sagen soll? Abwarten, Freunde! Ginge es nur nach den Eindrücken der Testfahrten, dann wäre Mercedes schon im vergangenen Jahr Weltmeister geworden und hätte Red Bull locker abgehängt. Heute wissen wir, dass es anders gekommen ist. Der Stern verlor seinen Glanz auf der Rennstrecke, und eine Legende des Motorsports sagte endgültig: Adieu! Michael Schumacher hat nicht mehr geglaubt an die Beschleunigung von Mercedes, deshalb ist er ausgestiegen aus seinem Cockpit.

Leider hat er uns bisher nicht verraten, was er zu den Testeindrücken seines alten Arbeitgebers sagt. Sollte den Verantwortlichen aber tatsächlich der große Entwurf gelungen sein, dann können Sie darauf wetten, dass sich der Rekordweltmeister mächtig ärgert, dass er nicht mehr selbst am Steuer dreht.

Mercedes Formula One driver Schumacher gestures during a photo call before the Brazilian F1 Grand Prix at Interlagos circuit in Sao Paulo © REUTERS Vergrößern Verfrühter Abschied? Michael Schumacher könnte sich über die guten Tests ärgern

Und wir würden uns mitärgern. Was kann der alte Mann noch? Diese Frage blieb auch drei Jahre nach seinem Comeback unbeantwortet. Jetzt, da es womöglich eine Lösung für all die Rätsel gibt, da ist der Hauptdarsteller nicht mehr dabei, hat sich im Alter von 44 Jahren in den vorzeitigen Ruhestand verabschiedet.

In Vergessenheit gerät Schumacher allerdings nur, wenn Nico Rosberg und Teamkollege Lewis Hamilton möglichst bald ganz vorne kreisen. Nur eines sollte dann niemand verdrängen: Der Rekordweltmeister hatte seinen Anteil an der Beschleunigung des Mercedes. Ob es wirklich so weit kommt? Wir haben keine Ahnung.

Quelle: FAZ.NET

 
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