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Crashtest - Die Formel-1-Kolumne Oh wie schön ist Weehawken

Ist das ernst gemeint? Im kommenden soll es tatsächlich zwei Grand Prix in Amerika geben. Das gabs schon mal - und das muss eigentlich auch nicht sein.

© ASSOCIATED PRESS Vergrößern Parkplatzrennen: Am Caesar’s Palace 1982 (v. Alain Prost)

Ja, wo fahren sie denn? Schon klar - gar nicht im Moment, das ist ja ganz gut so. Uns brummt schon der Schädel, nach elf Formel-1-Rennen vor der Sommerpause. Wenn der nächste Sieger abgewunken wird, in Spa, bei Michael Schumachers 300. Rennen, wird es schon Anfang September sein. Bis dahin machen wir die dringend benötigten Ferien. Oder?

Von wegen. Stattdessen machen wir uns Gedanken. Also: Wo fahren sie denn, im kommenden Jahr? Was haben wir nicht alles schon gehört - Gerüchte umrankten den Globus, hätte man ihnen Glauben geschenkt, man hätte beinahe an jeder Straßenecke damit rechnen müssen, von einem Frontspoiler aufgegabelt zu werden - Stadtkurse von London bis Rom, von New Jersey in Nord- bis Mar del Plata in Südamerika. Dazu, oh la la, war die Rede von einer Rückkehr nach Frankreich. Le Castellet, tief im Süden der Provence. Wie schön. Oder aber Magny-Cours, tief am Nordpol des Nirgendwo der Provinz. Wie grässlich. Mince.

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Am vergangenen Wochenende in Ungarn wurden nun die vorläufigen Planungen für 2013 bekannt. Und siehe da - nichts Neues, weder im Osten, noch im Norden, auch nicht im Süden. Kein Rennen in Argentinien, keines in London (wo angeblich olympische Anlagen nachgenutzt werden sollten) und auch keines in Frankreich.

Einzig im Westen sind nun zwei Rennen geplant. „Es soll im Kalender stehen“, sagte Bernie Ecclestone den englischen Kollegen von autosport.com. Und meinte tatsächlich das Rennen auf dem Port Imperial Street Circuit in Weehawken, New Jersey, gegenüber der Skyline von New York City.

Ob es schon ein Jahr nach der Rückkehr ins Land der doch nicht ganz so unbegrenzten Möglichkeiten (Mitte November soll der erste Grand Prix in Austin, Texas steigen) tatsächlich zwei Rennen geben wird? Amibitioniert sind sie, die Pläne der Amerikaner, aber das können sie ja. 1982 trat Ecclestones Rennzirkus sogar dreimal in Amerika an, in Detroit, Long Beach und auf dem Parkplatz des Caesar’s Palace in Las Vegas.

Daumen hoch in Weehawken: Sebastian Vettel im Juni bei einer PR-Veranstaltung in New Jersey © Reuters/Shannon Stapleton Vergrößern Daumen hoch in Weehawken: Sebastian Vettel im Juni bei einer PR-Veranstaltung in New Jersey

Dieses Unterfangen war so erfolglos, dass es nie wiederholt wurde. Was in Vegas passiert, bleibt in Vegas. Und als die amerikanische Cart-Serie, die sich noch zweimal an gleiucher Stelle versuchte, merkte, dass Parkplätze zum Parken da sind, konnte man ab 1985 genau das wieder ungestört tun. Bevor wir nun also Weehawken, New Jersey eine Chance geben - könnten wir nicht noch mal über Le Castellet sprechen?

Crashtest - Die Formel-1-Kolumne bei FAZ.NET: Anno Hecker, Christoph Becker und Michael Wittershagen folgen Woche für Woche dem schnellsten Kreisverkehr der Welt auf den Rennstrecken und abseits der Boxengassen.

Quelle: FAZ.NET

 
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