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Veröffentlicht: 11.09.2013, 14:13 Uhr

Crashtest - Die Formel-1-Kolumne Finnisch für Anfänger

Na, kommt Ihnen die Formel 1 inzwischen auch spanisch vor? Dauernd funken Ferrari und Alonso auf italienisch, das versteht doch kein Mensch! Vor allem nicht bei RTL. Aber Achtung: Nächstes Jahr kommt’s noch schlimmer.

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© dpa Oppitunti yksi: Räikkösen Ferrari-sopimus odottaa yhä vahvistusta (sagt jedenfalls der Turun Sanomat)

Ach, was für eine Welt! Schnelle Autos, Rennen an einigen der schönsten Orte auf der ganzen Welt, Ruhm und Reichtum – eine Scheinwelt!

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Denn die Realität sieht so aus: Regen tropft, Tränen fließen, und der schnellste Zirkus der Welt zieht weiter. Verabschiedet sich von Europa, hat den Sommer gleich mitgenommen und Menschen, die in den Fliegern Richtung Asien sitzen, die zuletzt allerlei Kummer ertragen oder sich richtig ärgern mussten. 

Die beiden Stimmen ohne Gesicht des Fernsehsenders RTL zum Beispiel. Heiko Wasser und Christian Danner sollen dem Zuschauer die Formel 1 erklären, aber sie können kein Italienisch. Also verstehen sie nur Bahnhof, wenn Fernando Alonso sich mit seinem Renningenieur unterhält.

Traurige Blicke, trauriger Massa: Ciao, Ferrari Traurige Blicke, trauriger Massa: Ciao, Ferrari © dpa Bilderstrecke 

„Die Sprache des Motorsports ist und bleibt englisch“, haben sie während des vergangenen Rennens in Monza gesagt. Und weiter: „Es ist auch eine Frage des Respekts dem Zuschauer gegenüber.“ Mamma mia!

Eine Frage des Respekts wäre es auch, wenn die beiden öfter mal schweigen würden und so ein Grand Prix am Sonntagnachmittag wieder wichtiger würde als das Bedürfnis zweier älterer Männer nach ein bisschen Aufmerksamkeit. Wir wollen uns deshalb nicht so lange mit ihnen aufhalten und uns lieber um Menschen kümmern, die ein wenig Trost gebrauchen können.

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Männer wie Felipe Massa, der schon seit Monaten ganz traurig durch Visier lugt. Monatelang wurde über den kleinen Brasilianer geredet, wurde spekuliert, gab ihm niemand mehr eine Chance auf eine weitere Saison im Cockpit der Scuderia. Nur aussprechen wollte die Wahrheit niemand in der Öffentlichkeit, also hat es Massa selbst übernommen. Über den Kurznachrichtendienst „Twitter“ teilt er mit: „Ab 2014 werde ich kein Ferrari-Fahrer mehr sein Ich möchte dem Team für all die Siege und die unglaublichen Momente danken, die wir gemeinsam erlebt haben.“

Und wir danken ihm für den Windschatten, den er Alonso immer wieder gegeben hat. Nicht auszudenken, was die Weltmeisterschaft ohne Massa sein könnte: Vettel wäre längst zum vierten Mal Weltmeister – und niemand würde mehr RTL schauen und Wasser und Danner hören, weil die Spannung längst verschwunden wäre.

Dabei geht es doch jetzt erst richtig los: Der Kampf der Alphatiere! Der stille Blonde gegen den aufbrausenden Dunklen! Kimi Räikkönen gegen Fernando Alonso. Die Verantwortlichen von Ferrari versprechen sich davon ein bisschen mehr Feuer im eigenen Rennstall und so schnell wie möglich wieder einen WM-Titel. Ganz nach dem Motto des neuen IOC-Gurus Thomas Bach: „Einheit in Vielfalt.“ Wir würden es den Italienern gönnen. Den Kollegen von RTL wünschen wir derweil nur eines: Finnisch-Kurse.

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