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Crashtest - die Formel-1-Kolumne Feuriges erstes Date

Flammen im Heck und ratlose Gesichter auf der Piste: Die erste Probefahrt mit dem neuen W04 läuft nicht nach Wunsch bei Mercedes. Britische Medien holen prompt die Panzer aus der Garage.

© AFP Vergrößern Verpatzter Auftakt: Rosberg mit Feuer im Heck

So war das eigentlich nicht gemeint mit dem Start in die heiße Phase der Saisonvorbereitung. Die ersten 14 Runden hatte Nico Rosberg gedreht beim ersten Test in Jerez am Dienstag, als die Beziehung zum neuen Dienstwagen W04 schon beim ersten Date zum ersten Mal richtig feurig wurde. Elektronikprobleme im Mercedes, Flammen im Heck, W04 am Abschlepphaken, schraubende Mechaniker in der Box.

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Das abrupte Ende einer Probefahrt - und der Beweis, dass es jedem Gebrauchtwagenkäufer manchmal besser geht als den topbezahlten Fahrkünstlern der Formel-1-Werksteams. Mit einem einfachen „nein, danke, der ist nichts” nach ein paar Testkilometern kommt Rosberg jedenfalls nicht aus der Nummer raus. Der W04 gehört zu ihm - eine ganze Saison, in guten wie in schlechten (Runden)-Zeiten.

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Und Mercedes tut seit Monaten eine ganze Menge, auf dass es zumindest bessere Zeiten werden als in der jüngeren Vergangenheit. Allerlei Köpfe wurden getauscht, es ging nicht ganz so wild zu wie bei einem Abstiegskandidaten der Fußball-Bundesliga kurz vor Ablauf der Transferperiode - aber eben auch nicht so ruhig wie bei einem souveränen Tabellenführer.

Nico Rosberg „Nein danke, der ist es nicht“ - wenn es so einfach wäre mit den Rennwagen © AP Bilderstrecke 

Die Verpflichtung des neuen österreichischen Motorsportchefs Toto Wolff hat die Gerüchte angeheizt, Paddy Lowe, bislang bei McLaren, könnte neuer Technikchef der Silberpfeile werden. Prompt fehlte Lowe bei der Präsentation des neuen McLaren in der vergangenen Woche und McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh verwies darauf, dass Lowe in diesem Jahr bei ihm angestellt sei - alles weitere sei „nicht ganz so sicher”.

Österreichische Panzer auf dem englischen Rasen

Und schon spekulieren insbesondere britische Medien, Wolff habe es auf Teamchef Ross Brawn abgesehen und würde ihn demnächst durch Lowe ersetzen. „Auf keinen Fall”, sagt Brawn, sei da etwas dran. Lowe sei lediglich der Ersatzmann, sollte er Mercedes eines Tages verlassen, zitiert der Daily Telegraph Brawn. Wie überzeugend das klingt? Fragen wir doch noch mal den Telegraph: Wolff und Aufsichtsratschef Niki Lauda „haben die österreichischen Panzer auf dem Rasen in Brackley geparkt“.

Kriegsmetaphern statt Liebesschwüre? Auch das zweite Date mit dem W04 wird daran erst mal nichts ändern. Die Neue zickt noch immer, am Mittwoch war Lewis Hamilton der Leidtragende. Defekt in der Bremshydraulik, prompt endet die Ausfahrt des Neuen bei Mercedes im Reifenstapel mit abgeknicktem Vorderrad und zerdepperten Frontflügel. Der W04 ist ja kein Panzer. Aber auch für Hamilton gilt: Aus der Nummer kommt er vorerst nicht raus.

Quelle: FAZ.NET

 
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Veröffentlicht: 07.02.2013, 01:03 Uhr