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Crashtest - die Formel-1-Kolumne : Deutsche Hilfe für die Scuderia

Schneetest statt Windkanal: Der Ferrari mit seinen beiden Fahrern Alonso (l.) und Massa bei der Präsentation in Madonna di Campiglio Bild: AP

Ferrari steht vor der Saison der Wahrheit. Nun suchen sie sogar schon im Land des härtesten Gegners Sebastian Vettel Hilfe. Ein Kölner Windkanal soll Sekunden bringen.

          Draußen liegt noch der Schnee, und wir kümmern uns schon wieder um die Formel 1? Natürlich, denn wer der neue Weltmeister wird, das entscheidet sich schon in diesen Wochen – und für manche ist das Rennen schon beendet, ehe es überhaupt begonnen hat. Anfang Februar wird das Fahrverbot wieder aufgehoben, dann schicken die klugen Köpfe der Branche ihre neuen Kreationen auf die Rennstrecke von Jerez und werden sehen, ob die Erkenntnisse aus den Simulationen auch der Realität entsprechen. Manch einer hat dabei in der Vergangenheit schon eine böse Überraschung erlebt.

          Fragen Sie mal nach bei den Verantwortlichen von Ferrari. In der Theorie galt der Rennwagen mit der Typennummer F2012 im vergangenen Jahr als richtig flotter Flitzer, doch als Fernando Alonso und Felipe Massa darin zum ersten Mal richtig Gas gaben, war davon nichts mehr zu spüren. Schon nach den ersten Kilometern sprachen einige Experten davon, dass der Bolide vollkommen neu konstruiert werden müsse. Dass Alonso trotzdem bis zum Ende gegen Sebastian Vettel (Red Bull) um den Titel kämpfte, ist deshalb mehr als nur ein kleines Wunder. Und nun? „Ich bin viel zuversichtlicher, kein Zweifel“, sagt der 31 Jahre alte Spanier.

          Saison der Wahrheit

          Und warum? Ausgerechnet Deutschland, das Land des Weltmeisters, soll der Scuderia helfen. Im ehemaligen Toyota-Windkanal in Köln-Marsdorf stellt Ferrari derzeit die Ideen für den neuen Boliden auf den Prüfstand, weil das eigene Modell in Maranello die Ingenieure allzu oft hinter das Licht geführt hat. „Wir hatten einen Frontflügel, der uns im Windtunnel zwei Zehntelsekunden versprochen hat“, sagt Alonso. „Als wir ihn dann an die Strecke gebracht haben, war er sogar langsamer als der Flügel zuvor.“ Schöne neue Formel-1-Welt!

          Die Italiener stehen vor einer Saison der Wahrheit. Gewinnen sie auch im fünften Jahr in Serie keinen Titel, dann wird mehr als nur das Auto auf den Prüfstand gesetzt. Und dann gehören womöglich auch die Worte von Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali schon wieder der Vergangenheit an. Ob er sich Vettel in einem roten Renner vorstellen könne? „Im Moment ist das nicht unser Ziel.“ Warten wir mal ab, bis der nächste Schnee geschmolzen ist.

          Anno Hecker, Christoph Becker und Michael Wittershagen folgen in Crashtest - die Formel-1-Kolumne dem schnellsten Kreisverkehr der Welt auf den Formel-1-Rennstrecken und abseits der Boxengassen.

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