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Crashtest - die Formel-1-Kolumne Der Maßstab bleibt

 ·  Der Fahrer geht, die Marke bleibt. Michael Schumacher ist ein Denkmal im Motorsport - ob er nun vorneweg, hinterher oder gar nicht mehr fährt. Crashtest - die Formel-1-Kolumne.

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© dpa Vergrößern Der Sonne entgegen: Michael Schumacher am Feierabend seiner Karriere

Zwei Rennen noch, rund 614 Kilometer auf der asphaltierten Bühne der Formel 1, wenn sein Mercedes denn überhaupt so lange hält – dann nimmt Michael Schumacher den Fuß vom Gas und klettert vermutlich endgültig aus seinem Cockpit. Seine Kritiker reiben sich vergnügt die Hände, ihrer Meinung nach hätte der Rekordweltmeister der Serie erst gar nicht zurückkehren dürfen. Dabei wird sich erst in ein paar Monaten, vielleicht Jahren zeigen, ob der Abtritt mit 43 Jahren wirklich eine gute Nachricht war. Nicht für den Menschen Schumacher, sondern für die Königsklasse des Motorsports.

Seit fünf Rennen, seit dem Grand Prix in Monza Anfang September, hat Schumacher keine Punkte mehr gewonnen. Die Gesamtwertung führt ihn lediglich auf Platz fünfzehn noch hinter Fahrern wie Pastor Maldonado (Williams), Paul di Resta (Force India) oder Kamui Kobayashi (Sauber). Hinter Männern also, die nur für Fans dieser Sportart wirklich ein Begriff sind. Schumacher hingen ist noch immer eine Marke, rund um den Globus vielleicht genauso bekannt wie die Marke mit dem Stern, bei der er unter Vertrag steht.

Ob die vergangenen drei Jahre seinem Image geschadet haben? Ob da gar einer sein eigenes Denkmal zerstört hat? Schumacher lächelt nur milde über derartige Fragen, ihm ging es noch nie darum, was andere über ihn denken. Er fährt halt gern schnell Auto, er misst sich gern mit anderen, er will wissen, wie gut er ist – genau deshalb ist er zurück gekommen. Chinesen und Inder feiern ihn dafür, für viele Menschen dieser Milliardenvölker ist Schumacher schließlich erst in seiner zweiten Karrierephase ein Star geworden. Der Globalisierung der Formel 1 sei Dank.

Nun drohen andere Löcher - und zwar in seinem Heimatland. Die Einschaltquoten könnten sinken, Sponsoren sich zurückziehen, Fans vom Deutschland-Grand-Prix fernbleiben, dessen Austragung im kommenden Jahr noch immer nicht bestätigt ist. Manche erkennen den Wert eines Menschen eben erst dann, wenn er abgetreten ist. Ein anderer wird dann noch mehr in den Fokus rücken, noch mehr Verantwortung schultern müssen: Sebastian Vettel, dann vermutlich als dreimaliger Weltmeister. Einer ist dann nicht mehr dabei, wird ihn aber noch lange begleiten. Als Maßstab: Michael Schumacher.

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