Home
http://www.faz.net/-gu4-7477e
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Crashtest - die Formel-1-Kolumne Der Maßstab bleibt

Der Fahrer geht, die Marke bleibt. Michael Schumacher ist ein Denkmal im Motorsport - ob er nun vorneweg, hinterher oder gar nicht mehr fährt. Crashtest - die Formel-1-Kolumne.

© dpa Vergrößern Der Sonne entgegen: Michael Schumacher am Feierabend seiner Karriere

Zwei Rennen noch, rund 614 Kilometer auf der asphaltierten Bühne der Formel 1, wenn sein Mercedes denn überhaupt so lange hält – dann nimmt Michael Schumacher den Fuß vom Gas und klettert vermutlich endgültig aus seinem Cockpit. Seine Kritiker reiben sich vergnügt die Hände, ihrer Meinung nach hätte der Rekordweltmeister der Serie erst gar nicht zurückkehren dürfen. Dabei wird sich erst in ein paar Monaten, vielleicht Jahren zeigen, ob der Abtritt mit 43 Jahren wirklich eine gute Nachricht war. Nicht für den Menschen Schumacher, sondern für die Königsklasse des Motorsports.

Michael Wittershagen Folgen:  

Seit fünf Rennen, seit dem Grand Prix in Monza Anfang September, hat Schumacher keine Punkte mehr gewonnen. Die Gesamtwertung führt ihn lediglich auf Platz fünfzehn noch hinter Fahrern wie Pastor Maldonado (Williams), Paul di Resta (Force India) oder Kamui Kobayashi (Sauber). Hinter Männern also, die nur für Fans dieser Sportart wirklich ein Begriff sind. Schumacher hingen ist noch immer eine Marke, rund um den Globus vielleicht genauso bekannt wie die Marke mit dem Stern, bei der er unter Vertrag steht.

Mehr zum Thema

Ob die vergangenen drei Jahre seinem Image geschadet haben? Ob da gar einer sein eigenes Denkmal zerstört hat? Schumacher lächelt nur milde über derartige Fragen, ihm ging es noch nie darum, was andere über ihn denken. Er fährt halt gern schnell Auto, er misst sich gern mit anderen, er will wissen, wie gut er ist – genau deshalb ist er zurück gekommen. Chinesen und Inder feiern ihn dafür, für viele Menschen dieser Milliardenvölker ist Schumacher schließlich erst in seiner zweiten Karrierephase ein Star geworden. Der Globalisierung der Formel 1 sei Dank.

Formel 1 - GP Abu Dhabi © dpa Vergrößern Eine Marke im Rennsport: Michael Schumacher

Nun drohen andere Löcher - und zwar in seinem Heimatland. Die Einschaltquoten könnten sinken, Sponsoren sich zurückziehen, Fans vom Deutschland-Grand-Prix fernbleiben, dessen Austragung im kommenden Jahr noch immer nicht bestätigt ist. Manche erkennen den Wert eines Menschen eben erst dann, wenn er abgetreten ist. Ein anderer wird dann noch mehr in den Fokus rücken, noch mehr Verantwortung schultern müssen: Sebastian Vettel, dann vermutlich als dreimaliger Weltmeister. Einer ist dann nicht mehr dabei, wird ihn aber noch lange begleiten. Als Maßstab: Michael Schumacher.

Quelle: FAZ.NET

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Formel 1 Mercedes wollte Rennen in Deutschland retten

Auch offiziell findet in diesem Jahr erstmals seit 1960 kein Formel-1-Rennen in Deutschland statt. Dabei gab es noch ein Rettungsangebot durch Mercedes, das einen signifikanten Betrag bot. Dieser wurde aber nicht angenommen. Mehr

20.03.2015, 14:50 Uhr | Sport
Schumacher-Unfall Helmkamera GoPro in der Kritik

Der französische Journalist Jean-Louis Moncet berichtet, eine GoPro-Helmkamera sei dafür verantwortlich, dass sich der frühere Formel-1-Fahrer Michael Schumacher im Dezember so schwer verletzt habe. Die Kamera habe das Gehirn Schumachers verletzt. Der Sturzhelm sei komplett zerbrochen. Mehr

14.01.2015, 09:33 Uhr | Wirtschaft
Sieg in Malaysia Der Vettel-Finger ist zurück

Zwei Boxenstopps für ein Halleluja: Dem deutschen Formel-1-Pilot Sebastian Vettel gelingt im zweiten Rennen für Ferrari ein Überraschungscoup. Der vierfache Weltmeister besiegt die Mercedes-Fahrer Rosberg und Hamilton dank der besseren Strategie. Sein ehemaliges Team überrundet Vettel gar. Mehr Von Anno Hecker

29.03.2015, 10:44 Uhr | Sport
Mercedes Benz F015 Diese Luxuskarosse braucht keinen Fahrer

Auf der Technikmesse CES in Las Vegas wurde der eigenständig fahrende Mercedes Benz F015 vorgestellt. F015 ist im Prinzip ein selbstfahrendes Wohnzimmer, auch wenn man die Luxuskarosse natürlich immer noch eigenhändig steuern kann. Mehr

06.01.2015, 15:54 Uhr | Technik-Motor
Ende der Verhandlungen Formel 1 fährt 2015 nicht in Deutschland

Nach Bernie Ecclestone erklären auch die Betreiber von Nürburg- und Hockenheimring das Ende der Verhandlungen. Erstmals seit 1960 wird es in diesem Jahr kein Formel-1-Rennen in Deutschland geben. Für die Fans gibt es zwei Alternativen. Mehr

17.03.2015, 17:15 Uhr | Sport
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 07.11.2012, 16:35 Uhr